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Dagmar Wöhrl Höhle der Löwen

Dagmar Wöhrl gab sich in "Die Höhle der Löwen" skeptisch. Bild: Screenshot TVNOW

"Sie wollen nur Werbezeit": Dagmar Wöhrl macht Gründern in "Höhle der Löwen" harte Ansage

Die Löwen brüllen wieder. Das erste Mal geht die Vox-Show "Die Höhle der Löwen" schon im Frühjahr an den Start. Es ist die letzte Staffel, in der Frank Thelen als Investor dabei sein wird. Ab Herbst – ebenfalls ein absolutes Novum – übernimmt Nico Rosberg den freien Platz in der Löwenhöhle. Bis dahin bekommen die Investoren aber noch einige spannende Ideen präsentiert.

Und eins wurde schnell klar: Die Löwen sind extrem erbarmungslos.

Der größte Gewinner

Den Anfang machte in der ersten Episode, die am Dienstagabend im TV zu sehen war, der Gründer von "Rootify", einer App zum Lernen von Sprachen.

Das Spannende: Erfinder Ehsan Allahyar Parsa verfolgt einen anderen Ansatz als bereits bekannte Sprachen-Apps. Ehsans Familie stammt aus dem Iran. Er selbst spricht neben Deutsch und Persisch noch Afghanisch, Englisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch, Italienisch, Afrikaans und Mandarin.

Höhle der Löwen

Mit seiner App "Rootify" konnte Ehsan Allahyar Parsa Punkten. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Vieles hat er sich dabei selbst beigebracht – mit einer einfachen Erkenntnis: Zahlreiche Sprachen haben die gleichen Wurzeln. Genau das kann beim Erlernen hilfreich sein. Die App soll genau diesen Ansatz unterstützen. Der 23-Jährige steht allerdings noch ziemlich am Anfang. Um seine App zu finalisieren, will er von den Löwen 175.000 Euro für 18 Prozent seiner Firmenanteile.

Ralf Dümmel sah vor allem in dem jungen Gründer selbst einen Grund zu investieren – tat es aber nicht. Auch Carsten Maschmeyer war von Ehsan begeistert und machte ihm ein etwas anderes Angebot. Wenn er mal einen Job im Bereich Sales, Management oder Kommunikation machen wolle, könne er ihn jederzeit anrufen. Aber bezüglich der App war auch er raus.

Ehsans wohl größte Hoffnung, Frank Thelen, gab sich zögerlich und wollte erst mal mehr vom Gründer und seinem Team wissen. Aber letzteres war noch gar nicht vorhanden. Er habe allerdings einige Co-Founder in der engeren Auswahl, erklärte der 23-Jährige – und machte Thelen damit erst recht hellhörig. "Moment mal, Co-Founder? Heißt das dann, dass die auch Anteile bekommen?", wollte er wissen. Aber Ehsan winkte ab. Thelen blieb stutzig: Jemand, der nicht beteiligt wird, aber alles leisten soll, was sonst auch ein Gründer tut? "Sorry, das ist Schwachsinn", urteilte er.

Trotz der harten Ansage machte er ihm ein Angebot: 175.000 Euro für 20 Prozent. Die Sache hatte nur einen Haken: Weitere 10 Prozent der Anteile soll der Gründer für einen weiteren Co-Founder oder Führungskräfte zurückhalten. Ein Deal, bei dem der "Rootify"-Erfinder gerne zuschlug.

Der größte Flop

Höhle der Löwen

Grillen bedeutet für Frank Thelen Auszeit, das machte er den Gründern von "Wilhelm Grill" deutlich. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Michael Schunke und Mathias Dögel wollten den Löwen ihren App-gesteuerten "Willhelm Grill" vorstellen. Der Holzkohle-Grill ist in nur zehn Minuten eingeheizt, hat eine höhenverstellbare Glutwanne und ein integriertes Lüftungssystem. So soll die Temperatur konstant gehalten oder reguliert werden. Und mit der App kann auch noch der perfekte Garpunkt für das Fleisch ermittelt werden, denn sie kann mit bis zu vier Garthermometern verbunden werden.

Günstig ist der Grillspaß allerdings nicht: Stolze 5000 Euro soll das Gerät, das in einer Manufaktur hergestellt wird, kosten. Mit einer Investition der Löwen wollen die Gründer in Serienproduktion gehen und so auch den Preis drücken. 600.000 Euro für 20 Prozent ihrer Firmenanteile bieten sie an – aber so richtig heiß ist keiner der Löwen auf den "smartesten Grill der Welt".

Thelen lobte zwar das hochwertige Design, sagte aber, dass er kein Fan vom smarten Grillen sei. Er wolle es "archaisch". Für ihn ist "Grillzeit Auszeit". Und auch Kofler erklärte, dass er das Grillen nicht "durchsmartiesiert" haben wolle. Die Begeisterung hielt sich angesichts des Preises auch bei Maschmeyer in Grenzen.

Richtig ungemütlich wurde es für die Gründer allerdings erst, als sie es mit Dagmar Wöhrl zu tun bekamen.

Die hatte nämlich eine ganz starke Vermutung:

"Sie wollen gar keinen Investor, sie wollen nur Werbezeit."

Ein harter Vorwurf! Warum sie das glaubt? Mathias Dögel ist Inhaber eines erfolgreichen Softwareunternehmens und hätte, wie Wöhrl kritisiert, damit doch aus sich heraus das Produkt mit Investitionen nach vorne bringen können. Seine Erklärung: Er erhoffe sich durch einen Löwen Know-How in Bereichen, in denen er sich nicht auskennt. Für Wöhrl kein Argument. Gerade dann hätten die Gründer eine deutlich niedrigere Bewertung abgeben sollen, befand sie.

Nach der Ansage war für die beiden Gründer der Besuch in der Löwenhöhle beendet. Ihr passendes Fazit: "Wir wurden gegrillt."

Rostschreck 2.0?

2017 sorgte Oliver Rokitta mit seinem "Rostschreck" in der Vox-Show für Furore. Damals investierte Ralf Dümmel in die Erfindung, die Flugrost in der Spülmaschine von Messern und Töpfen fernhalten soll. Bis heute wurden 2,4 Millionen der Stäbchen verkauft, wie Dümmel in der Sendung stolz verkündete. Kein Wunder, dass er auch auf das Anti-Rostmittel scharf war, dass Robert Lehmkuhl und sein Sohn Frank in der Sendung präsentierten.

Die Reinigungspaste "RostDelete" verspricht Rostentfernung mit rein natürlichen Inhaltsstoffen. Schon 2013, als die regionale Presse erstmals über das Wundermittel berichtete, hatte es einen Ansturm auf das Produkt gegeben, unter dem Erfinder Lehmkuhl im wahrsten Sinne des Wortes zusammenbrach. Nach seinem Schwächeanfall musste der Gründer eine sechswöchige Pause einlegen, verlor viele Interessenten. Seitdem produzieren sie weiter im kleinen Stil und die Umsätze sind dementsprechend von Jahr zu Jahr gleichbleibend. Und genau das sorgte bei Frank Thelen für Kopfschütteln.

Höhle der Löwen Rostdelete

Das Thema Rost machte Ralf Dümmel neugierig. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Warum sie die Produktion nicht ausgelagert oder studentische Hilfskräfte eingestellt haben, konnte er absolut nicht nachvollziehen. Auch Löwe Nils Glagau war wenig begeistert. Rost sei kein massentaugliches Thema, urteilte er. Maschmeyer wurde ebenfalls deutlich:

"Irgendwas ist selbst im Produkt verrostet."

Egal, denn Dümmel schnappte zu. 100.000 Euro für 30 Prozent der Anteile bot er dem Gründer und bekam dankbar den Zuschlag. Da musste selbst Frank Thelen gestehen: Das Produkt landet sicher auch bei ihm Zuhause, denn wenn es um Rost geht, kann seine Frau offenbar nicht widerstehen. Auch "Rokittas Rostschreck" ist nämlich im Hause Thelen zu finden.

Beauty-Deal für Judith Williams

Individualisierbare Hautpflege war das Thema der Gründer Max und Andreas Winkler. Sie haben eine Pflegekosmetikserie "Mimik Skincare" auf den Markt gebracht, die nach individuellen Hautbedürfnissen zusammengestellt werden kann. Es gibt vier verschiedene Basic-Cremes und acht verschiedene Booster, die je nach Hautbedürfnis der Creme hinzugefügt werden kann – von Anti-Age über Sensitive bis hin zum Pore-Minimizer.

Höhle der Löwen

Judith Williams schlug bei "Mimik Skincare" zu. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Zunächst verkauften die Gründer ihre Cremes nur im Onlineshop, aber sie wollen auch in die Läden. Und dazu benötigten sie 125.000 Euro sowie Expertise von den Löwen.

Eine Sache sorgte bei den Investoren allerdings für Zurückhaltung: die Gesellschafterstruktur. Denn zu einem großen Teil ist der Produzent an dem Produkt beteiligt und der war eben nicht mit anwesend. Wer "Die Höhle der Löwen" kennt, weiß, wie empfindlich die Geldgeber in solchen Fällen reagieren. Und so war es auch jetzt.

Nach und nach stiegen die Löwen aus – zur Freude von Beauty-Queen Judith Williams. "Endlich können wir über Kosmetik reden", freute sie sich und wagte ein Angebot: 125.000 Euro für 30 Prozent der Firmenanteile (angeboten waren ursprünglich 25,1 Prozent). Lange überlegen mussten die Gründe da nicht. Sie nahmen den Deal an.

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