Pierre Littbarski steckte unter der Hammerhai-Maske
Pierre Littbarski steckte unter der Hammerhai-MaskeBild: dpa / Rolf Vennenbernd

Rea Garvey gesteht bei "The Masked Singer" nach Hai-Demaskierung: "Hätte geweint – aus mehreren Gründen"

26.10.2021, 08:4729.10.2021, 08:47
von Dirk Krampitz

Seine Beine hätten ihn verraten können. Darum hat er einen Trick benutzt. Fußball-Weltmeister Pierre Littbarski (61) steckte unter der Maske des Hammerhais bei "The Masked Singer". Und Jury-Rateprofi Ruth Moschner hatte eigentlich auch das richtige Gespür. Nur vermisste sie "Littis" charakteristische O-Beine, deshalb kam sie ins Zweifeln.

"The Masked Singer", fünfte Staffel. Beim Start in der vergangenen Woche ist "Tagesschau"-Sprecher Jens Riewa im Kostüm der Chili zuerst herausgewählt worden. Diesmal mussten am Ende Stinktier, Axolotl und Hammerhai zittern, wen es trifft. Vorbei war es schließlich für den Hai. Dabei hatte er einen gutgelaunten Auftritt hingelegt.

Der Hammerhai machte Partystimmung. Geriet aber außer Atem.
Der Hammerhai machte Partystimmung. Geriet aber außer Atem.bild: Screenshot prosieben

Im Hinweisfilm empfängt der Hammerhai Anhänger im Fanshop, erzählt von den Weltmeeren und es regnet Hai-Wortspiele: "Jubel, Trubel, Haiterkeit", "Haipinrinha", "Hai-Speed" und "Heimatgefühle". Auf der Bühne singt er dann einen Mix aus Righeiras "Vamos a la Playa" und Queens "Another one bites the Dust". Man merkt: Singen und Tanzen ist nicht sein Brotjob. Und es bringt ihn hörbar außer Atem. Trotzdem macht es ihm eindeutig Spaß. Die Jury urteilt aber milde: Rea Garvey: "Hinter dieser Maske darfst Du das machen, was Du bisher nicht gemacht hast in Deinem Leben", darum wirke er befreit. Erst hat Rea keine Idee, dann tippt er auf Elton. Ruth Moschner legt noch einen Hai-Spruch nach: "Hammerhaientertaining". Und dann wird sie sehr konkret:

"Ich glaube, wir kennen uns vom 'Buchstaben Battle', wo Du auch singst, mein Hai."
Ruth Moschner

Littbarski war schon mehrfach in Moschners Show zu Gast. Den Hinweis aus dem Film auf die Weltmeere wertet sie als Anspielung auf "Weltmeister". Außerdem weiß sie: "Litti ist voll der Musikfreak." Aber sie findet auch "Die Beine sprechen dagegen – alle kennen ja noch seine Sensationsbeine."

Littbarskis O-Beine waren sein Markenzeichen. Davon ist beim Hai nichts zu erkennen. Gast-Jurorin Janin Ullmann denkt auch in die Fußballrichtung. "Er hat ja ordentlich remmidemmi gemacht. Mallorca-Feeling. Das spricht auch für 'nen Fußballer. Ich habe auch einen im Kopf, aber der Name fällt mir nicht ein." Später liefert sie ihn nach: Ailton. Alternativ dazu: Atze Schröder.

Am Ende der Show dann die große Überraschung: Es ist in der Tat Littbarski. Er hat seine Beine immer ganz bewusst so gedreht, dass sie möglichst gerade aussehen und ihn nicht verraten.

"Kann ich mich jetzt wieder normal hinstellen?"
Pierre Littbarski

Der Ex-Fuballer gibt zu: "Es war ein absolut Pleasure, mein Highlight des Lebens, meine Nerven haben geflattert." Er sei nervöser gewesen als auf dem Fußballplatz. Er verrät noch, dass er schon bei einer vorherigen Staffel angefragt wurde, aber abgesagt hat. "Zwei Sachen, die ich nicht kann: singen und tanzen." Doch dann hat er sich doch überreden lassen, nicht das Honorar habe ihn gereizt, sondern "die Herausforderung etwas zu machen, was man überhaupt nicht kann". Nun habe er sich "fünf Kilo abgeschwitzt, was will man mehr".

Janin Ullmann unterstützte am Samstag das Rateteam.
Janin Ullmann unterstützte am Samstag das Rateteam.Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

Als der Fußballweltmeister von 1990 dann sein Lied nochmal ohne Hai-Kopf singt, patzt er auch prompt vor Nervosität und improvisiert einen neuen Text auf den Rhythmus: "Vamos a la Playa … jetzt weiß ich nicht mehr den Text, da muss ich nochmal nachdenken … Vamos a la Playa".

Das Fazit des gebürtigen Berliners, der die längste Zeit seiner Laufbahn beim 1. FC Köln gespielt hat, zu seiner eigenen Bühnenleistung: "Als wenn Du dem Kölner Geißbock Stepptanz beibringen willst."

Ein Stück weit ist er auch erleichtert, dass er nächste Woche nicht nochmal antreten muss, gesteht er. Denn der Song wäre "Supergirl" von Rea Garveys Band gewesen. "Das wäre schwer geworden", ist sich Litti sicher. Rea Garvey ruft stolz: "Ich hätte geweint – zu 100 Prozent", und schiebt noch ein ironisches "aus mehreren Gründen" hinterher.

Und so machten sich die anderen Kandidaten:

Der überraschendste Antrag

Moderator Matthias Opdenhövel mit gefangenem Brautstrauße und Mops.
Moderator Matthias Opdenhövel mit gefangenem Brautstrauße und Mops.bild: screenshot prosieben

Als erster war der Mops dran. Im Hinweisfilm geht es viel ums Heiraten, Hochzeitsplaner sei sein Traumjob. Der Mops singt "We found Love in a hopelesss Place" von Rihanna. Den Brautstrauß, den er mitgebracht hat, fängt Moderator Matthias Opdenhövel. Der wirft ihn Jury-Mitglied Rea zu. "Willst Du mein Rea werden?", sagt er und stellt dann klar: "Auch wenn Du Dir viel davon versprichst, es war nur das Zeichen, dass Du beginnen darfst." Rea Garvey tippt auf Jeanette Biedermann oder Yvonne Catterfeld, weil "die Stimme so richtig rausballert". Die beiden Damen an seiner Seite teilen sich auf: Moschner ist auch für Catterfeld, weil die auch Werbung für Naturkosmetik macht und das Mopskostüm Falten hat. Gast-Jurorin Janin Ullmann tippt auf Jeanette Biedermann. Kann sich aber auch Rebecca Mir oder Franziska Knuppe vorstellen.

Der fieseste Akzent

Der Bär sitzt in seinem Fundbüro und erinnert sich in seinem Hinweisfilm von seiner Zeit aus Frankreich, wo ihn zwei Kinder immer wieder verloren und wiedergefunden hätten. Er singt "Je ne veux pas travailler" von Pink Martini und "Alors on danse" von Stromae – und das mit einem fiesen deutschen Akzent, der in den Ohren schmerzt.

Rea trägt ein T-Shirt mit einem geköpften Teddy drauf und bekennt: "Ich mag keine Teddys." Selbst er als Brite hat bemerkt, dass das Französisch nicht echt, sondern "eher Ablenkung" sei. Tanzen konnte der Bär hingegen richtig gut, findet Rea. Er tippt auf Cathy Hummels. Ruth ist sich grundsätzlich erstmal sicher: "Ich kenne die Stimme zu 1000 Prozent." Sie tippt auf Lena Gercke oder Collien Ulmen-Fernandes, die eine tänzerische Ausbildung hat und mit Grundstücken auskennt und Grundstück reime sich auf "Fundstück", die es ja im Fundbüro gebe. Janin tippt auf Palina Rojinski "weil Palina auch eine Supertänzerin ist". Auch Shirin David hält sie für möglich.

Der absurdeste Tipp

Das Stinktier präsentiert sich im Film als "Kreateur der Düfte". Die Erfahrung lehrt, dass vieles, was zu deutlich nach Hinweis aussieht, nur verwirren soll. Insofern dürfte es sich bei diesem Promi um niemanden handeln, der irgendetwas mit Parfüm zu tun hat. Zu sehen ist auch ein Lorbeerblatt, was Ruth Moschner erst in Richtung Koch denken lässt.

Das Stinktier singt mehr schlecht als recht "Black or white" von Michael Jackson. Rea: "Ich glaube, es ist eine Befreiung, weil Du eine Maske anhast – ich glaube, wenn die Maske abgeht, sagen alle: Oh mein Gott." So groß sei dann die Überraschung, glaubt Rea. Darum sein Tipp: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Janin tippt auf "meinen geschätzten Kollegen Joko Winterscheidt" wegen des "semi-guten" Tanzstils und der langen Modelbeine. Ruth lässt sich zu einer komplizierten Theorie hinreißen: Es könnte Unternehmer Carsten Maschmeyer sein, weil von der "Höhle der Düfte" die Rede war.

Sie sieht darin eine Anspielung auf die TV-Sendung "Höhle der Löwen" mit Maschmeyer. Außerdem habe Maschmeyers Frau Veronica Ferres sonst immer allen Teilnehmern Glück gewünscht, diesmal nicht. Sie hat aber auch noch einen anderen Tipp: TV-Moderator Ralf Kaspers. Das Lorbeerblatt für die vielen Auszeichnungen, die er in seinem Leben bekommen hat.

Der mobilste Musiker

Das Müllmonster "Mülli Müller" sitzt in einem Müllcontainer mit umgekehrtem A auf der Wand. Es setzt sich für Mülltrennung ein, gegen Plastik fodert "Save the Planet" und bittet "Helft mir, die Welt zu verbessern. Gemeinsam sind wir stark." Im Film ist auch eine Schildkröte zu sehen. Mülli singt mit schwer einzuordnender Stimme: "Radioactive" von den Imagine Dragons.

Bei der Mülltonne hat Ruth Moschner keine Ahnung.
Bei der Mülltonne hat Ruth Moschner keine Ahnung.Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

Ruth ist sich mittlerweile immerhin sicher, dass es sich um einen männlichen Sänger handelt, nachdem sie den letzten Auftritt "200 Mal angeguckt" habe. Ein erster Gedanke ist Musiker und Blogger Fynn Kliemann. Der ultimative Weltretter sei jedoch wegen des Titels seines größten Hits wohl Tim Bendzko, aber sie hält auch Alexander Klaws für einen möglichen Kandidaten. Schließlich gibt sie zu: "Ich habe keine Ahnung." Aber Moderator Matthias Opdenhövel lobt sie: "Das hast Du zumindest gut ausgeschmückt."

Janin Ullmann geht analytischer heran: Weil Mülli Müller immer in seiner Mülltonne herumfährt, tippt sie auf jemanden, der im Wohnmobil wohnt und da ist sie durchs googlen auf Volksmusiker Stefan Mross gestoßen. Rea tippt auf TV-Moderator Matthias Killing oder Schauspieler Matthias Schweighöfer.

Die mitreißendste Performance

Die Heldin reitet auf einem Luchs durch den Wald, begleitet von einem Raubvogel. Sie vertraut ihren Instinkten, hat ein Tipi gebaut, auf einem Stein leuchtet ein geheimnisvolles Zeichen, eine Trommel ist zu sehen. Sie singt "I’m with you" von Avril Lavigne. Was unspektakulär beginnt, nimmt Fahrt und Wucht auf. Am Ende: Standing Ovations. "Mein absolutes Lieblingskostüm, eine Wahnsinnsperformance", schwärmt Rea. Er tippt auf Musikerin Elif, Ruth vermutet assoziativ-emotional Schauspielerin Natalia Avalon im Heldin-Kostüm. Janin Ullmann hat hingegen einen Verdacht mit ganz konkretem Indiz: TV-Moderatorin Janine Michaelsen. "Wir wollten noch telefonieren, dann sagte sie, sie hat so viel zu tun." Aber auch Jana Pallaske kann sie sich vorstellen.

Die krudesten Theorien

Der Axolotl umgibt sich mit Pinguinen, hat schon viele große Fische gesehen und ist aber nie gebissen worden. Außerdem ist eine große Muschel mit einer riesigen Perle zu sehen. Und das Axolotl singt mit elektrisch verzerrter Stimme "Good as hell" von Lizzo.

Rea tippt auf Martina Hill. "Wenn Martina Hill ein Fisch wäre, würde sie so aussehen." Nun ist der Axolotl allerdings kein Fisch, sondern ein Schwanzlurch, aber gut, das kommt in den Hinweisfilmen auch nicht wirklich heraus. Rea findet auf jeden Fall, Hill sei "total crazy" wie das Axolotl auch. Ruth schlägt über die Füße des Lurchs, die Opdenhövel immer "Steppkrallen" nennt, den Bogen zu "Let’s Dance". Da sei Ilka Bessin dabei gewesen, im Hinweisfilm habe es mal "Fütterzeit" geheißen und Bessin sei gelernte Köchin. Ihr stärkster Beweis: Sie hat noch keine Whatsapp von ihr bekommen.

Ist Ilka Bessin der Axolotl?
Ist Ilka Bessin der Axolotl? Bild: dpa / Rolf Vennenbernd

Man staunt, mit wem Ruth Moschner so alles in engem SMS-Kontakt steht. Aber eigentlich tappt sie total im Dunkeln. Sogar beim Geschlecht: Denn auch Comedian Ralf Schmitz hält sie für denkbar hinter der Lurch-Maske. Janin Ullmann tippt auf Anke Engelke, die ja im Film "Findet Nemo" die Fischdame "Dori" synchronisiert hat und der Lurch hat auch mit Fischen gesprochen. Allerdings müsste Anke Engelke dann extra schlecht singen.

Der berührendste Auftritt

Der einzige Bewegung, die der Phoenix macht, ist über dieBühne zu fahren.
Der einzige Bewegung, die der Phoenix macht, ist über dieBühne zu fahren. bild: screenshot prosieben

Der Phönix hat als einziger einen animierten Hinweistrickfilm. Er spricht davon, dass der Funke des Guten nicht erlöschen darf, sonst siege das Böse. Er sei der Beschützer der Erde. "Ich weiß um die Gefahr", sagt er und singt "Imagine" von John Lennon.

Die Performance berührt die Jury. In den Augen von Ruth Moschner glitzert es feucht. Auch wenn der Song mehr gesprochen als gesungen ist, hat es Rea tief bewegt: "So ehrlich und so von Herzen", sei es gekommen. "Aber ich glaube nicht, dass derjenige ein Sänger ist." Er tippt eher zum Spaß auf Mario Basler.

Janin hofft auf Astronaut Alexander Gerst. Die Idee gefällt Ruth Moschner. Sie tippt auch noch auf den Youtuber Gronkh, der eine ebenso "tiefe angenehme Stimme habe" und letzten Sonntag sehr müde in seinem Video gewesen sei, weil er vielleicht lange in der Sendung war.

Aber am wahrscheinlichsten scheint der Tipp von letzter Woche: Samuel Koch. Der damalige Schauspielschüler verletzte sich 2010 bei "Wetten, dass..?" so stark, dass er seitdem querschnittsgelähmt ist. Und der sehr statische Phönix hat unter seinem ausladendem Kostüm aller Wahrscheinlichkeit nach eine Art Rollstuhl. Die Geschichte vom Vogel, der immer wieder neu geboren wird, passt zu Samuel Koch, der nach seinem Unfall nicht aufgegeben hat und aktuell am Nationaltheater Mannheim im Ensemble spielt.

Die Kleinste mit der größten Stimme

Körperlich ziemlich klein, stimmlich ganz groß: Raupe Resi singt "Nutbush City Limits" so, dass sie Tina Turner alle Ehre macht. Die Hinweise sind eher dürftig: Sie putzt viel, findet einen Pizzakarton und zieht sich einen Kaffee aus dem Vollautomaten und trägt einen großen Würfel. Rea tippt auf Vanessa Mai, Ruth auf die Comedienne Meltem Kaptan oder Blümchen. Janin glaubt an Sandy Mölling, die vor ihrer Karriere mit den No Angels in einem Jeans-Laden gearbeitet hat. Für Ruth ist es die Geschichte: "Die Raupe, die zum schönen Schmetterling wird." Alternativ dazu kann sie sich auch Mandy Capristo (Monrose) vorstellen.

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