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Moderator Günther Jauch mit seinen prominenten Kandidaten.

In der neuen Spezialausgabe von "Wer wird Millionär?" testet Günther Jauch einmal mehr das Wissen von Prominenten. Bild: TVNOW / Frank Hempel / Stefan Gregorowius

"Wer wird Millionär?": Steffen Henssler geht bei Jauch auf Tuchfühlung

In der neuen Spezialausgabe von "Wer wird Millionär?" testet Günther Jauch einmal mehr das Wissen von Prominenten. Auf dem heißen Stuhl nehmen dieses Mal Starkoch Steffen Henssler, Moderator Johannes B. Kerner, Tennis-Legende Michael Stich, Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt sowie Fußballtrainer Ralf Rangnick Platz.

Pünktlich zum RTL-Spendenmarathon erspielen die Stars Geld für einen guten Zweck. Zwei der Teilnehmer haben Jauch sogar schon einmal in der Sendung gegenüber gesessen und sich ziemlich gut geschlagen: Henssler brachte es 2013 auf 64.000 Euro, Kerner erkämpfte im Jahr 2003 stattliche 125.000 Euro. Daran müssen sich die beiden jetzt messen lassen.

Steffen Henssler

Steffen Henssler bei

Steffen Henssler bei "Wer wird Millionär?" Bild: TVNOW / Frank Hempel

Steffen Henssler kündigte vorab an, "in die Vollen" zu gehen. Womöglich zeigt er sich im Verlauf seines Auftritts also risikobereit, was bei den Zuschauern immer gut ankommt.

Die Fragen zum Warmwerden meistert er mühelos. Als er beantworten soll, womit Prostituierte sozusagen ihr Geld verdienen, kann sich Henssler einen Seitenhieb gegen den Sender nicht verkneifen: "Das ist eine schöne RTL-Frage, damit wir auch wissen, wo wir sind!" Erste Probleme gibt es bei der 8.000 Euro-Hürde. Zum Glück findet sich im Publikum ein textsicherer Rockfan, der den Kulthit "Song 2" von Blur zusammenfügt. Dann hat der Starkoch richtig Dusel.

"Wie viele Rechtecke ergeben die Spielfeldmarkierungslinien auf einem den DFB-Regeln entsprechenden Fußballplatz?"

Henssler fertigt eine Skizze von einem Fußballfeld ohne 5-Meter-Raum und durchgezogene Mittellinie an. Nach verheerender Kritik von Jauch gelangt er irgendwie doch zur richtigen Lösung, allerdings nicht ohne eine spöttische Bemerkung des Gastgebers – im Grunde keine Ahnung gehabt und trotzdem weiter.

Für 64.000 Euro ist Märchen-Wissen gefragt, ein Zitat aus Aschenputtel muss zugeordnet werden. Das Ergebnis der Publikumsumfrage deckt sich zwar nicht mit Hensslers Einschätzung, aber das ist ihm egal: "Rein da! No risk, no fun!"

Ob ihn diese Taktik zur Million führt? Eher nicht. Henssler kapituliert vor dem Darwin-Höcker, der sich im menschlichen Ohr befindet. Jauch stellt sich bzw. sein Steißbein selbstlos als Untersuchungsobjekt zur Verfügung, aber das führt nirgendwo hin. Bei 64.000 Euro ist für Henssler Schluss.

Sabrina Mockenhaupt und Ralf Rangnick

"Wer wird Millionär?": Sabrina Mockenhaupt und Ralf Rangnick. Bild: TVNOW / Frank Hempel

Mockenhaupt und Rangnick gehen in dieser "Wer wird Millionär?"-Ausgabe als einziges Duo an den Start und das hat einen guten Grund: Die Sportlerin leidet momentan unter Stilldemenz. Obendrein ist sie laut RTL-Interview etwas nervös wegen Günther Jauch, dem "Traum meiner Eltern als Schwiegersohn". Ob der Fußballprofessor an ihrer Seite für die gewünschte Stabilität sorgt, wird sich nun zeigen.

Tatsächlich sind die Rollen klar verteilt. Mockenhaupt bringt mit ihrer redseligen Art Schwung in die Bude und Rangnik gibt die nötigen Impulse, sobald die Fragen ein klein wenig kniffliger werden. Die Athletin erzählt nebenbei, dass die Geburt ihres Kindes 25 Stunden dauerte und ihr Mann währenddessen ein Bayern-Spiel geschaut hat. Kann man natürlich machen. Auch Jauch taut jetzt auf und lässt politische Korrektheit mal kurz politische Korrektheit sein:

"Die hässlichsten Körper findet man an FKK-Stränden."

Plötzlich sind die beiden bei der 32.000 Euro angekommen und noch kein Joker wurde eingesetzt. Der Moderator verlangt, dass sich das jetzt ändern muss und so kommt es auch. Die Frage "Wer wurde am selben Tag wie Meghan Markle geboren"? führt über den 50:50-Joker zu Florian Silbereisen.

Ralf Rangnick gilt eigentlich als besonnener Zeitgenosse und verwundert daher mit seiner Bereitschaft zum Zocken, die er bei der nächsten Aufgabe demonstriert. Jauch gesteht ein, von keiner der folgenden vier Antwortmöglichkeiten je gehört zu haben:

Was verläuft entlang des Mains und beschreibt unterschiedliche Vorlieben von Nord- und Süddeutschen?

A. Lakritzäquator
B. Karamellgraben
C. Gummibärenlimes
D. Marzipangraben

Das Publikum ist sich nicht ganz einig, "Lakritzäquator" wird dennoch eingeloggt. Auf Ralf Rangnicks Instinkt ist anscheinend genauso Verlass wie auf sein Wissen. Auch bei der nächsten Frage beweist das Gespann ein goldenes Händchen und schon geht es um 500.000 Euro. Zeit für ein Schmankerl, das die sozialen Medien belustigt.

Ob sich die Sprachenwissenschaft mit Lawinenwörtern, Echofragen, Gebirgssätzen oder Föhnaussagen beschäftigt, steht zur Debatte. Ein Telefonjoker muss her und Rangnik packt einen Zettel aus, auf dem er die Spezialthemen der angegeben Personen notiert hat. Die Wahl des ehemaligen Schalke-Trainers fällt ausgerechnet auf S04-Vorstand Jochen Schneider. Der scheitert an der Frage gnadenlos. Auf Twitter ein gefundenes Fressen angesichts der momentanen Situation des Vereins.

Mockenhaupt und Rangnick räumen das Feld dann mit 125.000 Euro. Sie haben einander wunderbar ergänzt, das muss man ihnen lassen.

Michael Stich

Michael Stich

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Michael Stich bei "Wer wird Millionär?" TVNOW / Frank Hempel

Michael Stich entpuppt sich als größter Pechvogel dieses Promi-Specials. Er verkauft sich gar nicht einmal schlecht, muss aber relativ schwierige Fragen meistern. Bereits für 4000 Euro möchte Jauch wissen, was entweder subfaszial, submuskulär oder subglandulär eingesetzt wird. Eine Person aus dem Publikum hilft noch nicht ausreichend, also feuert Stich den 50:50-Joker hinterher. Genau, es ist das Brustimplantat. Aber das war teuer erkauft.

Bei seinen Telefonjokern fährt Stich große Namen auf. Zur Verfügung stehen Bernhard Hoëcker, "Gefragt – gejagt"-Jäger Sebastian Klussman und Gerhard Delling. So muss das doch was werden mit der Million... oder? Weit gefehlt. Klussman soll sagen, welcher Promi mit 23 Jahren die erste Ehe einging und mit 27 wieder geschieden war und ist heillos überfordert. Noch während der Ausstrahlung entschuldigt er sich via Twitter. Zu seiner Verteidigung sei gesagt: Das war absolut keine ideale Telefon-Frage.

Und es kommt noch besser: Weil diese Folge im Zeichen des Spendenmarathons steht und die Regeln nicht ganz so streng wie sonst ausgelegt werden, klingeln Jauch und Stich spaßeshalber auch noch bei Hoëcker durch. Der hat ebenfalls keine Ahnung und der Wimbledon-Gewinner streicht entmutigt die Segel mit 32.000 Euro im Gepäck.

Die überraschende Antwort auf die Frage, die alle zur Verzweiflung treibt, ist am Ende übrigens Angela Merkel. Stich hätte auf Veronica Ferres getippt und kann froh sein, rechtzeitig aufgehört zu haben.

Gemessen am Schwierigkeitsgrad seiner Fragen, muss er sich für seine Ausbeute keineswegs schämen, obwohl er zumindest bis hierhin das Schlusslicht der Teilnehmer bildet, was den erspielten Betrag betrifft.

Johannes B. Kerner

Johnannes B. Kerner erspielt wieder 125.000 Euro.

Johnannes B. Kerner erspielt wieder 125.000 Euro. Bild: TVNOW / Frank Hempel

Johannes B. Kerner dürfte eigentlich schon deshalb viel Wissen angehäuft haben, da er bekanntlich selbst eine Quizshow moderiert. Entsprechend hoch sind die Erwartungen.

Bei 8000 Euro wackelt er allerdings. "Womit lassen sich einem verbreiteten Haushaltstipp zufolge Kratzer auf Holzmöbeln und Parkettböden kaschieren?" Das weiß nicht unbedingt jeder. Die Lösung lautet Walnusskerne, aber sie kostet den Kandidat gleich zwei Joker. Jetzt muss Kerner sparen, will er sein gutes Ergebnis vom letzten Mal bestätigen oder gar toppen.

Der Zusatzjoker geht zwischenzeitlich noch für eine Politik-Frage drauf, bevor Kerner zu einem geradezu legendären Coup ausholt. Der Ausgangspunkt:

"Worum geht es zumeist, wenn von Umlauf-, Zwischen- und Zugabezeit die Rede ist?"

A. Kartenspiele
B. Verkehrsampeln
C. Wirbelstürme
D. Backrezepte

Der ehemalige Fußballkommentator hat lediglich eine Vermutung, möchte aber einfach mal wissen, ob jemand aus dem Publikum die Antwort sicher kennt. Hinter ihm steht ein Mann auf und prompt lässt Kerner "Verkehrsampeln" einloggen. Wie es dazu kam: Er erinnerte sich, dass Sabrina Mockenhaupt ihren Vater mitgebracht hat, der wiederum Polizist ist (und sich daher mit Ampeln auskennt). Eben der hatte sich nun scheinbar erhoben, denn Jauch guckte vermeintlich in seine Richtung. Kerner zog mit Blick gen Boden gerichtet entsprechende Schlüsse und setzte alles auf eine Karte. Tatsächlich befand sich "Mockis" Vater zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr im Saal. Genial und verrückt.

Auf der Zielgeraden ist urplötzlich ein kleiner Hype entfacht, den RTL mit einem Einspieler von 2003 befeuert, als Kerner im Studio mit Jauch die Plätze tauschte und 125.000 Euro abstaubte. An genau der Stelle ist er nun auch wieder angelangt. Es wird doch noch richtig spannend.

Leider bleibt es aber erneut bei dieser Summe, denn JBK ist sich nicht sicher, für welches Land die BRD der Nachbarstaat mit der längsten gemeinsamen Grenze ist. Böse kann und sollte ihm deshalb niemand sein.

Ein langweiliges Promi-Special

Alles in allem hat diese "WWM"-Folge wahrlich keine Bäume ausgerissen. Highlight war Kerners Taschenspielertrick, auf den wir lange warten mussten. Abseits dessen sorgten Sabrina Mockenhaupt und Ralf Rangnick noch für die beste Unterhaltung aller anwesenden Stars. Peinliche Momente blieben ebenso aus wie faustdicke Überraschungen.

"WWM": Zuschauer sind verwirrt und genervt

Bei Twitter stieß übrigens die Reihenfolge, in der die Teilnehmer antraten, teilweise auf Unverständnis. Warum kam Henssler ganz zu Anfang? Hält RTL ihn für weniger beliebt als Mockenhaupt und Rangnick? Das ist wohl eine Wissenschaft für sich.

Unmut verbreiteten zudem die vielen Werbeunterbrechungen, die immer direkt auf ein Update zum RTL-Spendenmarathon folgten. Kein Wunder, dass sich die Show bis 23:30 Uhr hinzog. Das sind wirklich schon "Masked Singer"-Dimensionen.

Immerhin: Insgesamt erspielten die Stars 346.000 Euro. Ausnahmslos alle sprangen rechtzeitig ab, bevor sie eine falsche Antwort gegeben und viel Geld verloren hätten.

(ju)

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