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Moderator Günther Jauch mit (hi., v.l.) Lukas Klostermann, Niklas Süle, Oliver Bierhoff, Kevin Trapp. (vo., v.l.) Leon Goretzka, Joshua Kimmich. Im Hintergrund steht das

So steif wie dieses Bild war auch die ganze Sendung: Das "Wer wird Millionär"-Spezial mit deutschen Fußballstars war höchstens durchschnittlich unterhaltsam. Ein paar peinliche Momente gab es jedoch. bild: TVNOW / Frank Hempel

DFB-Stars bei "Wer wird Millionär": "Was ist denn eine Monarchin?" – Süle erntet Spott

Diese Spezialausgabe wurde von vielen Fußballfans begeistert erwartet: Fünf Nationalspieler, Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Lukas Klostermann, Niklas Süle und Kevin Trapp sowie der Direktor der Nationalmannschaften Oliver Bierhoff traten jeweils in Zweierteams bei Quizmaster Günther Jauch an.

Wie bei jedem Promi-Spezial erspielten auch die Fußballer das gewonnene Geld nicht für die eigene Tasche, sondern ließen es verschiedenen wohltätigen Zwecken zukommen. Eine Besonderheit in dieser Sendung: Als Telefonjoker stand Moderatorin Barbara Schöneberger mit ihrem Rat zur Verfügung.

Das hielt jedoch vor allem Niklas Süle nicht davon ab, eine etwas peinliche Wissenslücke zu offenbaren und damit den Spott der Zuschauer auf sich zu ziehen. Doch dazu gleich mehr. Zunächst zu:

Leon Goretzka und Joshua Kimmich

Moderator Günther Jauch mit (hi., v.l.) Lukas Klostermann, Niklas Süle, Oliver Bierhoff, Kevin Trapp. (vo., v.l.) Leon Goretzka, Joshua Kimmich. Im Hintergrund steht das

Leon Goretzka (l.) und Joshua Kimmich traten am Montagabend als erstes Rateteam an. bild: TVNOW / Frank Hempel

"Ich habe schon Bundesligaspiele gespielt, da war ich weniger aufgeregt als heute", sagt Leon Goretzka ganz zu Beginn seiner Runde mit Spielerkollege Joshua Kimmich. Seine Aufgeregtheit hat die Sendung jedoch leider nicht aufregender gemacht. Insgesamt übernimmt Goretzka im Duo mit Kimmich zu Anfang eher die Führung, versucht, ihn in die Antwortfindung zu integrieren. Wirklich gesprächig sind jedoch beide nicht, da helfen auch kaum die Versuche von Günther Jauch, die beiden ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern zu lassen.

Beispiel: Bei der Frage, welcher deutsche Rapper oft mit Sonnenbrille auftritt (Antwort: Apache 207) fragt Jauch, was für Musik die beiden Fußballer denn vor einem Spiel hören würden. "Breit gefächert" und "auch mal Deutschrap" waren da die nicht sehr spannenden Antworten. Immerhin haben die Zuschauer erfahren, dass Toni Rüdiger gerne den Kabinen-DJ gibt.

Bei der 16.000-Euro-Frage müssen Goretzka und Kimmich schließlich lange überlegen. Es geht darum, an welcher Stelle auf der Prüfplakette auf dem Kennzeichen der Monat steht, in dem die nächste Hauptuntersuchung fällig ist. Jauch sagt dazu ironisch:

"Jetzt rächt sich, dass die Sponsoren immer ein neues Auto zur Verfügung stellen und man sich nie selbst darum kümmern muss."

Obwohl dieser Satz von Günther Jauch wohl mit einem Augenzwinkern fiel, ist die Empörung auf Twitter ganz echt:

Andere Twitter-Usern verteidigen hingegen die beiden Fußballspieler:

Am Ende fragen Goretzka und Kimmich das "Publikum", das aus ausgewählten DFB-Mitarbeitern besteht. Teammanager Tommy weiß die richtige Antwort auf die Frage ("oben" auf der Prüfplakette steht der Monat) und bringt die beiden Sportler so eine Runde weiter. Bei der 64.000-Euro-Frage setzen die beiden zum ersten Mal an diesem Abend den Telefonjoker Barbara Schöneberger ein.

Die Frage: "Welches Wort steht in einem italienischen Wörterbuch?"

A: futschikato
B: picobello
C: schickeria
D: incognito

Schöneberger tippte mit ihren Italienischkenntnissen auf "D". Die beiden Fußballer folgen ihrem Rat und wählen "incognito" – richtig! Bei der 125.000-Euro-Frage rufen die beiden den Mannschaftskoch Anton Schmaus an. In der Frage geht es darum, welcher Baum 30 bis 40 Jahre alt sein sollte, bevor man ein Produkt von ihm gewinnt. Zur Auswahl standen Ahornsirup, Zimtstange, Olivenöl, Muskatnuss. Goretzka und Kimmich werden sich auch mithilfe des zweiten Telefonjokers nicht einig und machen bei der Frage Schluss. Am Ende gewinnen sie 64.000 Euro für den guten Zweck.

Niklas Süle und Lukas Klostermann

Moderator Günther Jauch mit (hi., v.l.) Lukas Klostermann, Niklas Süle, Oliver Bierhoff, Kevin Trapp. (vo., v.l.) Leon Goretzka, Joshua Kimmich. Im Hintergrund steht das

Lukas Klostermann und Niklas Süle schlagen sich verhältnismäßig gut. bild: TVNOW / Frank Hempel

Als nächstes sind Lukas Klostermann vom RB Leipzig und Niklas Süle vom FC Bayern München an der Reihe. Sie kommen locker durch die ersten Fragen, wissen, welchem Milliardär "SpaceX" gehört und witzeln mit Günther Jauch. Bei der Frage: "Welcher Künstler urinierte unlängst auf seine 21 Grammys?" wurde Barbara Schönberger wieder um Rat gerufen. Sie rät den beiden zu Antwort "A", Justin Bieber. Süle und Klostermann vertrauen ihr jedoch nicht und wählen Kanye West. Gut so, denn dabei handelt es sich um die richtige Antwort.

Bei der nächsten Frage wurde es kontrovers: Es ging um den Pfandbetrag, den man auf einen Kasten Bier mit 24 Flaschen bekommt. Für diese Frage setzten Süle und Klostermann den Publikumsjoker ein. Der Spielanalyst der Mannschaft leitet her, dass es 3,42 Euro sein müssen. Recht hatte er, und die beiden kamen eine Runde weiter.

Dazu Meta-Kritik auf Twitter:

"Was ist denn eine Monarchin?": Süle erntet Spott auf Twitter

Doch schon bei der nächsten Frage straucheln die beiden erneut: "Die Monarchin welchen Staates wird manchmal 'Vulkankönigin' genannt, weil sie angeblich 60 Zigaretten am Tag raucht?" Die Royal-Experten unter uns wissen das sogar ohne die Antwortmöglichkeiten. Doch für Süle musste erstmal geklärt werden, was denn eine "Monarchin" sei, upps.

Kann ja mal passieren, aber die Zuschauer zeigten sich gnadenlos und machten sich über den Fußballer lustig.

Zur Beantwortung der Frage wird wieder Barbara Schöneberger angerufen. Spätestens jetzt stellt auch Günther Jauch die "Männerrunde" in Frage. Klostermann ist nach Schönebergers sehr sicherer Antwort "Dänemark" immer noch nicht überzeugt und will den 50/50-Joker einsetzen. Süle beruhigt ihn jedoch, indem er sagt, dass er auch "Dänemark" im Gefühl hat. Dem Bauchgefühl seines Teamkollegen vertraut Klostermann dann mehr als Barbara Schönebergers Royal-Wissen und so kommen die beiden dann auch zum Ziel. Insgesamt gehen sie mit 125.000 Euro für gute Zwecke nach Hause.

Kevin Trapp und Oliver Bierhoff

Moderator Günther Jauch mit (hi., v.l.) Lukas Klostermann, Niklas Süle, Oliver Bierhoff, Kevin Trapp. (vo., v.l.) Leon Goretzka, Joshua Kimmich. Im Hintergrund steht das

Oliver Bierhoff (l.) und Kevin Trapp schließen den Abend. bild: TVNOW / Frank Hempel

Als letztes sind dann noch der ehemalige Nationalspieler und Oliver Bierhoff sowie der aktuelle Nationalspieler Kevin Trapp dran. Besonders die Fragen rund um den menschlichen Körper scheinen es den beiden Fußballgrößen nicht so angetan zu haben. So überlegt Bierhoff laut, dass es bei einem "Rückbildungskurs" nach einer Entbindung um die Rückbildung der inneren Organe geht. Autsch. Leider kann auch Jauchs Anekdote von seiner eigenen Teilnahme an einem solchen Rückbildungskurs die Stimmung nicht besonders auflockern.

Später setzen Bierhoff und Trapp ihren 50/50-Joker bei der Frage ein, was den größten Anteil am Körpergewicht eines normalgewichtigen erwachsenen Mannes hat: Muskeln, Knochen, Haut oder Blut. (Richtige Antwort sind natürlich die Muskeln.) Na gut. Am Ende scheitern die beiden an einer Autofrage und nehmen 32.000 Euro mit nach Hause.

Das hätte besser sein können

Langeweile

So richtig gemütlich wird es im Studio nicht. Die Fußballer wirken allesamt ziemlich angespannt und steif. Ob tatsächlich aus Angst vor Oliver Bierhoff und seinen PR-Plänen, wie vielfach in den sozialen Medien vermutet wird, oder einfach aus normaler Anspannung, die wahrscheinlich jeder auf dem Ratestuhl bei Günther Jauch hat, kann natürlich vom heimischen Sofa nicht nachvollzogen werden.

Leider hatte man aber als Zuschauer während und nach der Sendung nicht das Gefühl, die Fußball-Stars nun besser kennengelernt zu haben. Die einheitlichen dunklen, uniformartigen Outfits haben dabei auch nicht wirklich geholfen, die individuellen Persönlichkeiten der Fußballer herauszustellen.

Jauch versucht zwischendurch, die etwas dröge Stimmung im Studio mit dem fehlenden Publikum zu begründen. Ob es daran liegt oder nicht: Die Sendung war einfach nicht so unterhaltsam, wie es sich viele gewünscht haben.

Reine Männerrunde

"Arbeiten beim DFB eigentlich auch Frauen?", fragt man sich nicht nur auf Twitter. Auch als Zuschauer stellt man sich unweigerlich diese Frage, wenn neben Quizmaster Günther Jauch sechs identisch dunkel gekleidete Männer das Studium betreten und auch das Publikum, welches verschiedene DFB-Mitarbeiter ausmachen, nur aus schwarz gekleideten Männern besteht. Weniger divers geht es nicht.

Die Idee, Barbara Schöneberger derart prominent in die Sendung zu integrieren, immerhin wurde sie ganze viermal angerufen, wirkt in diesem Zusammenhang auch wie eine nachträgliche Idee: Als wäre den Beteiligten auch irgendwann aufgefallen, dass ja wirklich nur Männer in der Sendung vertreten sind. So konnte man immerhin ein paar "Frauenthemen" wie Mode, Royals und Prominente an Schöneberger abtreten.

Fazit: Der DFB hat eine riesige Chance vertan, ein positives Zeichen für Diversität im Fußball zu setzen. Ist deutscher Fußball wirklich nur männlich und weiß? Was ist mit der Frauen-Nationalmannschaft? Mit nicht-weißen DFB-Mitarbeitern? Besonders ist dieser Umstand leider auch dadurch aufgefallen, dass der Rest der Sendung so wenig unterhaltsam war. Schade!

(si)

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