Die Ehrlich Brothers, Chantal Janzen, Motsi Mabuse und Michael Michalsky saßen in der zweiten Folge von "Das Supertalent" in der Jury.
Die Ehrlich Brothers, Chantal Janzen, Motsi Mabuse und Michael Michalsky saßen in der zweiten Folge von "Das Supertalent" in der Jury.
Bild: RTL / Stefan Gregorowius

"Das Supertalent" floppt bei Zuschauern – Jurorin Chantal Janzen äußert sich zu Kritik

11.10.2021, 15:59

Am Samstag lief die zweite Folge der 15. Staffel von "Das Supertalent" auf RTL. Der TV-Sender hat für die Ausgaben kräftig bei der Jury und bei den Moderatoren ausgesiebt – Show-Urgestein Dieter Bohlen wurde ebenso aussortiert wie seine Mit-Juroren Chris Tall, Evelyn Burdecki und Bruce Darnell. Die neue Jury sollte eigentlich aus Michael Michalsky, Chantal Janzen und Profi-Fußballer Lukas Podolski bestehen. Letzter fiel allerdings wegen einer Corona-Infektion komplett aus. Daniel Hartwich und Victoria Swarovski wurden durch Tall und Lola Weippert als Moderatoren ausgewechselt. Der neue Ansatz des Formats: familienfreundlicher werden.

Doch schnell zeichnete sich auf Twitter ab, dass die neue Besetzung nicht allzu gut bei den Zuschauern ankommt. Diverse User schrieben, dass Bohlen besonders fehle: "Irgendwas läuft falsch, wenn die Werbung unterhaltsamer als die Sendung ist. Der Dieter lacht sich auf Malle tot."

Die Jury sei insgesamt zu wohlwollend, die Wertungen zu weichgespült – kernige Sprüche fehlten. Die Unzufriedenheit spiegelte sich auch in den Quoten wider. Das Branchenmagazin "dwdl" berichtete, dass die zweite Episode der neuen Staffel das Reichweiten-Tief der Premiere noch unterbieten konnte: "Nur noch 1,77 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer konnten sich am Samstag für die Castingshow erwärmen und damit noch einmal eine halbe Million weniger als vor einer Woche."

In einem Interview mit der "Bild" gab nun Janzen zu, dass auch sie das Format mit Bohlen als Chef-Juror jahrelang verfolgt habe – und äußerte sich gleichzeitig zur Kritik an der Umgestaltung.

Chantal Janzen ist in den Niederlanden bereits eine beliebte "Supertalent"-Jurorin
Chantal Janzen ist in den Niederlanden bereits eine beliebte "Supertalent"-Jurorin
Bild: RTL / Stefan Gregorowius

Chantal Janzen kann Fan-Frust zu "Das Supertalent" nachvollziehen

Die neue Jurorin zeichnet sich als neue Chefin der "Supertalent"-Jury ab und war in Folge zwei erstmals dabei – in der ersten Ausgabe fehlte auch sie wegen positiver Corona-Tests. Gegenüber "Bild" gab die "ESC"-Moderatorin nun zu, dass sie den Unmut des Publikums ein Stückweit verstehen könne:

"Wenn man eine Show lange Zeit mit denselben Leuten macht, sind die Zuschauer daran gewöhnt. Wenn man diese Zusammensetzung ändert, ohne dass das Publikum gefragt wird, kann es passieren, dass die Zuschauer fragen: 'Hey, wo sind denn unsere Leute?'"

Und auch sie sei eine treue Zuschauerin der Sendung mit Bohlen in der Jury gewesen: "Ich muss sagen, dass ich 'Das Supertalent' schon sehr, sehr lange mit Dieter Bohlen geguckt habe. Mir hat das immer gefallen, weil er seinen eigenen Stil hat. Ich habe einen Riesenrespekt für Leuten, die über einen langen Zeitraum Shows im Fernsehen machen", ergänzte die gebürtige Niederländerin.

Dennoch forderte sie, dass man der neuen Ära der Show eine Chance geben müsse: "Es wurde ja das ganze Format verändert: komplett neue Juroren und Moderatoren."

Chantal Janzen führte 2021 durch den "Eurovision Song Contest" in Rotterdam.
Chantal Janzen führte 2021 durch den "Eurovision Song Contest" in Rotterdam.
Bild: dpa / Soeren Stache

Darum hält sich Janzen für die perfekte "Supertalent"-Jurorin

Nicht nur moderierte Janzen in diesem Jahr den "ESC", in den Niederlanden sitzt sie bereits seit sieben Jahren hinterm Jury-Pult und mauserte sich dort auch als Zuschauer-Liebling. Zudem ist die 43-Jährige ausgebildete Musicaldarstellerin, Tänzerin und Sängerin:

"Von daher weiß ich als Jurymitglied genau, wie es sich anfühlt, auf einer Bühne aufzutreten. Das ist so mutig, wenn man vor einer Kamera auftritt, weil man auf einer Bühne so verletzlich ist. Daran sollte man als Juror immer denken."

Bohlen trauert seinem "Supertalent"-Job nicht hinterher

Auch wenn viele Fans sich nach Dieter Bohlen auf RTL sehnen – so schnell dürfte der Sender den Poptitanen nicht wieder anheuern. Und das liegt auch an dem 67-Jährigen selbst. Er deutete jetzt in einem Instagram-Video an, in erster Linie seine Freiheit zu genießen.

"Ihr denkt ja immer, ich sitze zu Hause und denke die ganze Zeit über die nächste Fernsehsendung nach, über die nächste Schallplatte", spekulierte er über die Einstellung seiner Fans. Allerdings habe er im Moment endlich Zeit, um "machen und tun" zu können, was er wolle: "Ich habe Zeit für die Familie, muss nicht zu einem gewissen Zeitpunkt da und da sein, ich muss nicht immer gesund sein, bin ich aber." Schließlich ergänzte der Bühnenstar:

"Ich habe diesen Druck nicht, deshalb bin ich so glücklich. Mein Ziel meines Lebens ist nicht, immer im Fernsehen zu sein."

Seine knapp 1,6 Millionen Instagram-Fans gönnen ihm zwar seine neu gewonnene Freizeit – ob sich allerdings "Das Supertalent" ohne ihn dauerhaft im Fernsehen behaupten kann, bleibt abzuwarten.

(cfl)

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