Matthias Opdenhövel und der "Affe" bei "The Masked Dancer".
Matthias Opdenhövel und der "Affe" bei "The Masked Dancer". prosieben

"Es war sehr anstrengend": Wieso das bei "The Masked Dancer" nicht nur für die Promis gilt

09.01.2022, 10:19
Andrea Zschocher
Andrea Zschocher
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Vermutlich gibt es nur einen Star, den man an seinem Tanzstil erkennen kann. Und von dem werden die meisten sicherlich nur den Seriennamen "Carlton" kennen und nicht den Namen des Schauspielers Alfonso Ribeiro im Kopf haben. Aber der Tanz von "Carlton" aus "The Fresh Prince of Bel-Air" ist einfach legendär und würde vermutlich auch in einem Kostüm erkannt werden können. Aber der ist natürlich nicht in der deutschen Ausgabe von "The Masked Dancer" dabei. Die Idee hinter der Sendung, die ein Ableger von "The Masked Singer" ist, ist an sich schon abenteuerlich. Wer kommt auf solche Ideen?

Sinnbefreite Idee

Prominenten tanzen in überdimensionierten Kostümen über die "The Masked Singer"-Bühne und eine Jury rät, wer sich darunter verbergen könnte. Es ist nur leider vollkommen sinnbefreit, einem Buntstift, einem Affen oder Zottel beim Bewegen zuzugucken und zu hoffen, daraus irgendetwas schlussfolgern zu können. Es geht ja nicht darum die Performance zu bewerten, das würde noch irgendwie gelingen, nein, es geht darum zu knobeln, welcher Promi in dem Kostüm steckt. Dabei lässt sich, aufgrund der verstellten Stimme nicht mal das Geschlecht der Tanzenden erkennen.

Deswegen würden, so Moderator Matthias Opdenhövel viel mehr Hinweise als sonst üblich in den Einspielern und Auftritten versteckt sein. Wer "The Masked Singer" verfolgt hat, der weiß: Diese Hinweise sind in aller Regel murks. Denn vier Sterne am Nachthimmel können von vier Kindern bis zu viermal Bauchschmerzen in den letzten vier Wochen eigentlich alles bedeuten. Die allermeisten Indizien aus den Videos sind so allgemeiner Natur, dass der unter der Maske steckende Promi problemlos jede Woche ausgetauscht werden könnte, die Einspieler würden trotzdem passen.

Joker bei "The Masked Dancer"

Damit die Jury nicht einfach nur wahllos die immergleichen Namen in den Raum wirft, hat sich ProSieben diesmal eine Neuerung ausgedacht. Es gibt drei Decoder-Joker, obwohl weder die Nutzung dieser Joker noch die zu verwendende Anzahl so richtig gut erklärt wurde. Jedenfalls gibt es den "Voice Decoder", bei dem die Stimme des Prominenten für genau ein, meist sehr kurzes, Wort ohne Stimmverzehrer abgespielt wird, und einen Indiziendecoder, bei dem der maskierte Promi einen Hinweis näher erklären muss. Diesen Indizienaufdecker nutzte Steven Gätjen bei der Maus und die Decodierung sorgte eigentlich nur für noch mehr Verwirrung. Der Hinweis "Mausi Busch" wurde eingeblendet, Steven Gätjen rief, von was auch immer erhellt, freudig "Aha" und die Erklärung der Maus ging in der vollkommenen Stimmenverzerrerhölle leider unter. Aber hey, Alexander Klaws kommt die Maus "bekannt vor, wie sie sich bewegt." Das ist vermutlich mehr, als die meiste Zuschauenden zu diesem Promi sagen können.

Maximum Power. Energy. Power

Wenn der Promi im Kostüm des "Maximum Power" in einer Tour "Maximum Power. Energy. Power" brüllt, dann sagt einem das nämlich genau gar nichts. Wobei, hier handelt es sich vielleicht um einen Hinweis auf Scooter-Frontman H.P.Baxter, dessen Vokabular ist in den meisten Songs ja ähnlich umfassend. Und tanzen kann er, ebenso wie "Maximum Power" eher in beschränktem Maße. Das hielt die Jury, bestehend aus Steven Gätjen, Alexander Klaws und Gästin Ruth Moschner nicht davon ab, die Performance zu loben. Es geht ja, wie gesagt, nicht um die Darbietung, sondern ums Gesamtkunstwerk.

Steven Gätjen, Ruth Moschner und Alexander Klaws bei "The Masked Dancer".
Steven Gätjen, Ruth Moschner und Alexander Klaws bei "The Masked Dancer".prosieben

"Auf jeden Fall" verbirgt sich hinter dem Kostüm ein "internationaler Star", da ist sich Ruth Moschner sicher. Und ja, auch der von ihr getippte Michael van Gerwen ist ein Star, aber die meisten werden den Profi-Dartspieler jetzt vielleicht nicht auf Anhieb in so einer Sendung vermuten. Ähnlich interessant die Tipps von Steven Gätjen und Alexander Klaws, die Eloy de Jong oder Hans Klok vermuten. Das sind ja auch so ziemlich alle Holländer, die die meisten Deutschen so kennen.

Namedropping von Ruth Moschner

Es drängt sich irgendwie auch das Gefühl auf, dass Ruth Moschner, die bei "The Masked Dancer" nur als Gästin am Jurypult Platz nimmt, die üblichen Verdächtigen alle auf einmal loswerden möchten. Das könnte amüsant sein, wären es nicht immer dieselben Promis, die für Moschner in Frage kommen. Immerhin, als das Schaf das Wort "gut" in seiner normalen Stimme sagen darf, ist sich die 45- Jährige sicher: Das muss Jörg Pilawa sein. Aber es könnte auch André Rieu, Paul Panzer oder Kai Pflaume sein. Und natürlich fallen auch die Namen Joko Winterscheid, Klaas Heufer-Umlauf, Palina Rojinski, Mark Forster, Martina Hill oder, ohne geht’s niemals, Heidi Klum irgendwann im Laufe der Sendung.

Immerhin sorgte Stevens Unvermögen, Ruths wilden Ausführungen bis zu Heidi Klum zu folgen für einen lustigen Moment. Die zwei Mäuse, die Kuh, Cheerleading, das spricht doch klar für die Kaulitz- Zwillinge (wieso um alles in der Welt?). "Ich glaub nicht, dass die da drunter stecken", kommentierte Gätjen trocken. Nee, das glauben die Zuschauenden eher auch nicht. Überhaupt ist Steven Gätjen mit seiner freundlich-zurückgenommenen Art und dem Spaß an der Sache ein Lichtblick in der Sendung. Er ist natürlich leiderprobt durch Klaas und Joko, in Kombination mit Matthias Opdenhövel blühen aber beide auf und machen Alexander Klaws zu einer Randnotiz, die es irgendwie nicht schafft gelesen zu werden.

Ruth Moschner wird aller Voraussicht nach ja nächste Woche ihren Stuhl für einen anderen Gast frei machen müssen, schauen wir, ob das den Ratenden Aufschwung gibt. Immerhin ist es einfach ein Stochern im Nebel, wer da ungelenk tanzt oder mit Power und Witz über die Bühne fegt. So ganz ohne Stimme ist alles Raterei und niemals Wissen. Ja, "The Masked Dancer" war in anderen Ländern ein großer Erfolg. Aber andere Länder, andere Sitten.

Mehr vom selben ist keine Lösung

Das Rästelraten bei "The Masked Dancer" geht auf jeden Fall noch sechs Wochen weiter. Dann kommt vermutlich eine neue Staffel "The Masked Singer" und dann sind die meisten der Idee so müde geworden, dass das eigentlich charmante Konzept eingestampft wird. Oft ist dauernd mehr vom Selben zu produzieren eben nicht der heilige Gral.

Aber bis es soweit ist, rät die Jury weiter, wer beispielsweise denn nun unter dem Schaf, oder, wie Steven Gätjen vermutet, einem "Panda mit einer Persönlichkeitsstörung", steckt. Das ist jemand, so glaubt Ruth Moschner, "den ich aus dem Fernsehen kenne". Ach was, das vermuten wir jetzt mal irgendwie alle. Und wenn man diese Sendung guckt, dann überlegt man ganz automatisch wer das sein könnte, denn sonst ist dieser ganze Schmuh schwer zu ertragen.

"Es war sehr anstrengend"

Es ist wirklich nicht verständlich, was einem "The Masked Dancer" geben soll, außer, dass man nach drei Stunden durchhalten dann doch wissen will, wer sich hinter dem Kostüm verbirgt. Eine Belohnung fürs Durchhalten sozusagen. Die erste Sendung überstand das Glühwürmchen nicht, für sie gab es in der App die wenigsten Votes. Musicalstar und Schauspielerin Ute Lemper, die das schwere und unförmige Kostüm gern ablegte, war froh um ihr Ausscheiden. "Es war sehr anstrengend", sagt sie und gibt zu, sich Sorgen gemacht zu haben, wie sie die zweite Sendung überhaupt hätte überstehen sollen. Und auch, wenn ich nicht mitgetanzt, sondern nur zugeschaut habe, muss ich sagen: Ich fühle das sehr liebe Ute, ich fühle das sehr.

Ute Lemper war das "Glühwürmchen".
Ute Lemper war das "Glühwürmchen".prosieben
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