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Historiker Leonhard Horowski Bild: screenshot zdf

Adels-Experte bei "Lanz": Harry und Meghan wird das Geld knapp

Dirk krampitz

Der Historiker Leonhard Horowski wurde mit seinem Buch "Das Europa der Könige" zu einer Art historisch fundierten Klatschexperten. Er hat keine Probleme, die Riten und Probleme vom Leben in einem Schloss so herunterzubrechen, dass sie auch Bewohner von 2-Zimmer-Wohnungen nachvollziehen können.

Und darum ist er genau der Richtige, um bei "Markus Lanz" am Mittwochabend über den Abschied von Prinz Harry und Herzogin Meghan vom britischen Königshaus zu sprechen.

Für ihn ist die Entscheidung des Paars nur folgerichtig, denn schon immer habe es die Frage gegeben, "was macht man mit den zweiten Prinzen?" Im Englischen spreche man von "Heir und spare", also vom Thronerben und dem Ersatzteil – "einigermaßen zynisch", urteilt Horowski gut gelaunt.

"Markus Lanz": Prinz Harrys Leben als Ersatzteil

Nun liegt im Wesen des Ersatzteils, dass man es im Allgemeinen nicht braucht. Allerdings sei die Kindersterblichkeit in früheren Generationen, auch bei Adeligen, viel höher gewesen, und da habe man eben auch mehr Ersatzoptionen gebraucht. Vor einigen hundert Jahren hätte Harry noch einen realistische Aussicht auf den Thron gehabt, weil nur drei Kinder seines Bruders William vor ihm in der Thronfolge stehen. Prinz Charles rechnet der Experte nicht mit, weil Harry den inzwischen 71-jährigen Thronfolger ja sowieso überlebe.

Als Ersatz-Thronfolger sei es schwierig, einen Sinn im Leben am Hofe zu finden, erklärt Horowski. Zwar betont der Historiker, seine Auslassungen seien "vergleichsweise küchenpsychologisch" und er würde lieber und "gelassener über Dinge, die 200 Jahre her sind", reden. Aber doch klingt sein Argument ziemlich schlüssig: Partyprinz Harry habe nicht nur an der Trennung seiner Eltern, dem Tod seiner Mutter Diana, sondern dann später auch noch an seinem seriösen Thronfolger-Bruder zu knabbern gehabt – und eben auch zunehmend an der Sinnfrage. "Partyprinz ist man eher mit 20 als mit 30."

"Lanz": Haben die Royals genügend Kohle?

Meghan habe vielleicht auch falsche Vorstellungen vom Leben als Prinzessin gehabt. Die Prinzen würden sehr eingeengt in einem Kokon leben, der sei etwas weiter als früher, aber nicht viel. Harrry, der "raubeinig" gewesen sei, auch mal eine Naziuniform zum Kostümfest trug, habe durch Meghan eine "interessante glamouröse Welt" kennengelernt, sagte Horowski. Meghan Markle stehe "für alles, wovor Engländer Angst haben", dozierte er weiter: "Amerikanisierung und ausführlich über die letzte Psychotherapie reden." Auch der zweite Name ihres Sohnes Archie Harrison sei eher "ein ulkiges Wortspiel für Hipster" als ein königlicher Name. Der zweite Name lautet "Harrison.

Und eben deshalb wollen Harry und Meghan nach Kanada ziehen. Der kanadische Premier Justin Trudeau hat auch schon "ohne große Freude im Gesicht", so Horowski, zugesagt, für den Schutz des Paars durch die Polizei zu sorgen. Doch der Adels-Experte macht sich Sorgen, dass das Kleingeld der beiden (geschätzt zwischen 18 und 24 Millionen Dollar) auch ohne solche Ausgaben nicht lange reicht: "Allein das Haus, in das sie ziehen wollen, kostet schon 10 Millionen", sagt er. "Es ist schwer vorstellbar, dass sie den Lebensstil, den sie anstreben, also den eines amerikanischen Stars, sich leisten werden können."

Von den Royals zum SPD-Elend...

Franz Müntefehring setzt hingegen auf Bodenhaftung: "Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie Sauerländer waren", sagt das Politik-Urgestein. Am Vorabend seines 80. Geburtstags hat er sich bei Markus Lanz im TV eingefunden. Seit 1966 ist "der Clint Eastwood der SPD" (Lanz) Parteimitglied. Seinen 80. werde er nicht groß feiern. "Ich bin ja nicht so ein Typ."

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Müntefering bei "Markus Lanz". Bild: screenshot zdf

Mit 100 würde er sich eine "Rollator-Party" wünschen. "Wenn ich alt bin, könnt ihr richtig was mit mir machen." Und so geht es dann auch weniger um ihn als um die SPD. Angesichts der niedrigen Prozentzahlen zur Zukunft der SPD befragt, sagt er: "Es ist nicht nur die SPD, die in Gefahr ist, sondern die Demokratie in unserem Land." Es werde für alle demokratischen Parteien ziemlich anstrengend in den kommenden Jahren.

Und doch steht wohl außer Frage, dass es die SPD besonders schwer haben wird. Müntefering lässt mehr als deutlich durchblicken, dass er mit den beiden neuen SPD-Bundesvorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans nicht unbedingt sehr zufrieden ist. Er habe Olaf Scholz und Klara Geywitz und sich nach "Kompetenz und Verantwortung“ entschieden. Lanz versucht den Polit-Profi noch mehr Negatives zu entlocken, aber der betont immer wieder, wenn auch halbherzig, dass er nicht gegen jemand, sondern für jemand anders gestimmt habe.

Eskens und Walter-Borjans "sind gewählt, jetzt haben sie meine Unterstützung". Froh ist er allerdings, dass die Idee, die große Koalition platzen zu lassen, wohl erst einmal vom Tisch ist: "Ich glaube, dass man in der Koalition für die Menschen immer mehr machen kann, als wenn man nicht drin ist." Opposition sei wichtig. "Aber lass das die anderen machen, Opposition ist Mist", sagt er. Als Kanzlerkandidaten sieht er übrigens auch eher keinen von beiden. "Es käme darauf an, wer sonst noch zur Auswahl stünde", weicht er zuerst aus und sagt dann: "Es gibt auch viele andere Ministerpräsidenten oder Oberbürgermeister, die das können."

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