Ilka Bessin kommt trotz mangelnder Tanzkunst bei "Let's Dance" immer weiter.
Ilka Bessin kommt trotz mangelnder Tanzkunst bei "Let's Dance" immer weiter.
Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

12 Staffeln zeichnen eindeutiges Bild: Wer bei "Let’s Dance" sicher nicht gewinnt

08.05.2020, 21:25

Noch fünf Paare tanzen bei RTL um den Titel "Dancing Star 2020". Und noch nie zuvor war es so schwer, einen "Let's Dance"-Favoriten auszumachen. Denn gleich vier Promis führen das Feld der begnadeten Tänzer an. Tijan Nije, Moritz Hans, Luca Hänni und Lili Paul-Roncalli sind fast gleichauf, wenn es um die tänzerischen Qualitäten geht. Weit abgeschlagen hingegen: Ilka Bessin.

Doch kann sie vielleicht trotzdem die Show gewinnen? Nein, die Wahrscheinlichkeit ist gering. Wenn es um den Titel "Tänzer der Herzen" geht, liegt Ilka vielleicht vorne, doch "Dancing Star" wird sie nicht. Das zumindest behaupten Jurymitglied Motsi Mabuse und Oliver Pocher.

Letzterer war vergangenes Jahr selbst Kandidat und sagte im Gespräch mit RTL-Moderatorin Frauke Ludowig, dass er aufgrund der Leistung nicht an Ilka Bessins Sieg glaubt. Denn er weiß, worauf es ankommt – und das sind eben nicht freche Sprüche und komödiantisches Talent. Doch was ist es dann? Watson nennt die wichtigsten Faktoren für den Sieg:

Oliver Pocher trat vergangenes Jahr bei "Let's Dance" an.
Oliver Pocher trat vergangenes Jahr bei "Let's Dance" an.
Bild: imago images / Future Image

Fanbase allein reicht nicht

Von all den Stars hat sie vermutlich die größte Fanbase: Ilka Bessin. Natürlich kommt ihr das auch in der Show zugute. Denn die Zuschaueranrufe haben einen erheblichen Anteil daran, wer eine Runde weiterkommt. Aber sie sind eben nicht alles. Außerdem ist die Fangemeinde der Show "Let's Dance" (331.000 Instagram-Follower) am Ende sicher noch größer, als die einer Ilka Bessin (116.000 Follower). Und die eingefleischten Anhänger der Sendung legen ihren Fokus doch auf etwas anderes. Nämlich auf das, was die Show ausmacht: das Tanzen!

Schlagzeilen nützen nur bedingt

Klar ist es gerade zu Beginn einer neuen Staffel, wenn noch zahlreiche Promis im Rennen sind, wichtig, sich interessant zu machen. Gerade, wenn man vielleicht nicht mit einer bombastischen Fangemeinde gesegnet ist. Da helfen Schlagzeilen, wie sie zum Beispiel Laura Müller geliefert hat, durchaus weiter.

Doch wenn sich von Woche zu Woche das Teilnehmerfeld lichtet, rücken nun mal andere Qualitäten in den Vordergrund. Da ist dann ein prachtvoller Verlobungsklunker am Finger oder eine Diskussion um den möglichen Nachnamen nach einer Hochzeit nicht mehr entscheidend. Im Gegenteil. Irgendwann haben die Zuschauer genug und besinnen sich wieder auf das eigentlich Entscheidende: die Leistung auf dem Parkett.

Wendler-Verlobte Laura Müller musste die Show bereits verlassen.
Wendler-Verlobte Laura Müller musste die Show bereits verlassen.
Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

12 Staffeln zeichnen eindeutiges Bild: Tanztalent vor allem anderen

Motsi Mabuse brachte es im "Let's Dance"-Podcast ziemlich genau auf den Punkt:

"Fans hin oder her, tanzen ist bei 'Let's Dance' das Wichtigste."

Damit hat sie eindeutig recht und das sahen in all den Staffeln auch die Zuschauer immer so. In den zwölf Staffeln der Sendung wurde am Ende immer die Leistung belohnt. Allerdings mit kleinen Besonderheiten, wie die nächsten Punkte deutlich zeigen.

Die Entwicklung zählt

Es gibt immer Kandidaten, die überzeugen von Anfang an mit fantastischer Leistung. Dazu gehört in diesem Jahr wohl Lili Paul-Roncalli. 2017 war es hingegen Vanessa Mai, vergangenes Jahr Ella Endlich. Und genau an diesen beiden Damen ist auch zu sehen: Ja, mit konstant hoher Leistung schafft man es weit – womöglich ins Finale –, doch der Sieg ist einem so nicht sicher.

Viel entscheidender ist die Entwicklung. Denn wer von Anfang an mit seiner Leistung alle in den Schatten stellt, hat es am Ende schwerer, weil eine Steigerung kaum noch möglich ist. Das spiegelt sich auch oft in den Jurybewertungen wider. Die Erwartungen von Joachim Llambi, Motsi Mabuse und Jorge Gonzales sind irgendwann so hoch, dass sie von dem ohnehin guten Promi kaum noch getoppt werden können.

Die Jury muss genauso überzeugt werden wie das Publikum.
Die Jury muss genauso überzeugt werden wie das Publikum.
Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Deshalb ist eine erkennbare Entwicklung für den Sieg noch entscheidender, als perfekte Tänze ab der ersten Show.

Der Überraschungs-Effekt

Der vorherige Punkt deutet es schon an: Statt perfekten Tänzen von Anfang an wollen die Zuschauer und die Juroren lieber eine Entwicklung sehen. Sie wollen überrascht werden. Denn "Let's Dance" ist immer noch eine Unterhaltungsshow und die lebt nun mal von den unerwarteten Momenten.

Wenn ein Pascal Hens, der vor seiner Teilnahme außerhalb der Sportwelt kaum bekannt war, oder ein Ingolf Lück plötzlich ihre Tanztalente entdecken oder der gehörlose Benjamin Piwko trotz seines Handicaps jede Woche seine Leistung abruft (auch wenn diese nicht an das Tanzniveau einer Ella Endlich reicht), berührt das die Zuschauer und überzeugt auch die Jury.

Gesamtpaket muss stimmen: Ist das der Haken bei der besten Tänzerin Lili?

Und es zeigt noch etwas und führt zum vielleicht wichtigsten Punkt: Das Gesamtpaket muss stimmen. Die Kandidaten müssen zum einen tolle Tänze aufs Parkett legen, zum anderen sympathisch und nahbar sein. Und genau dieses Gesamtpaket bringen in dieser Staffel gleich mehrere Promi-Tänzer mit. Weshalb es selbst zum Halbfinale hin noch immer schwierig ist, einen klaren Favoriten zu benennen. Tijan, Moritz, Lili oder Luca – alle vier sind wahnsinnig gute Tänzer.

Lili Roncalli gilt als beste Tänzerin. Aber den Sieg sicher hat sie deswegen lange nicht.
Lili Roncalli gilt als beste Tänzerin. Aber den Sieg sicher hat sie deswegen lange nicht.
Bild: imago images / Revierfoto

Vielleicht ist ihnen Lili in diesem Punkt eine Nasenspitze voraus. Dafür wirkt sie immer ein wenig verschlossener als ihre Mitstreiter. Das könnte ihr am Ende vielleicht sogar den Sieg kosten.

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