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Diese Männer wollen das Herz der Bachelorette erobern. (hinten v.l.: Adriano, Daniel B., Maurice, Alex, Moritz
mitte v.l.: Leander, Angelo, Alexander, Daniel G., Ioannis, Daniel M.
unten v.l.: Florian, Emre, Saverio, Bachelorette Melissa, Patrick, Christian, Manuel, Rouven, Daniel H., Sebastian)


Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Die Bachelorette Melissa Damilia und ihre 20 potenziellen Superlover. Bild: TVNOW

Bachelorette entgleisen Gesichtszüge, als Kandidat aus dem Auto steigt: "Scheiße"

marie von den benken

Bei RTL sind wieder Anti-Seximus-Wochen. Als Gegengewicht zum oft als bessere Fleischbeschau diskreditierten Basar der Freizügigkeit beim "Bachelor" schickt der Kölner Zuchtbetrieb für Trash-TV-Ikonen dieses Jahr Melissa Damilia auf die Suche nach der Liebe ihres Lebens.

20 männliche Superlover in spe bewerben sich um das Herz der Bachelorette. Quasi dem weiblichen Pendant zu Andrej Mangold, der gerade parallel – ebenfalls auf RTL – im "Sommerhaus der Stars" seine Karriere beerdigt hat. Und nicht mal das gelingt ihm anständig. Wofür der Ex-Basketball-Bankdrücker und Ex-Promi Mangold sechs viel zu lange Folgen "Sommerhaus" benötigte, das schafft der Wendler in einem 2,5-minütigen Video. Der Unterschied zwischen Mangold und Wendler: Keiner. Beide werden in Deutschland nie wieder einen Cent mit Werbepartnern verdienen können, können nicht singen und haben ihre Partnerinnen direkt mit reingezogen in den ganzen Schwurbel-Schlamassel. Und die dürfen jetzt nicht mal mehr Fitness-Tee auf Instagram mehr anpreisen.

So weit ist es mit Melissa, der 25-jährigen Chef-Feministin von RTL, noch nicht. Man kennt sie aus Formaten wie "Love Island" (da stieg sie vorzeitig aus), "Flirten mit Pietro Lombardi" (da stieg er vorzeitig aus) oder "Kampf der Realitystars" (da stieg jeglicher Intellekt vorzeitig aus). Bei diesem zum Showdown der abgestürzten D-Prominenz hochstilisierten Neuformat gab es auch ein Wiedersehen mit den "Sommerhaus der Stars"-Pflegefällen Georgina Fleur und Annemarie Eilfeld. Die Cross-Promo zwischen den Reality-TV-Formaten und den zwar immer zahlreicher, aber gleichzeitig auch immer beliebiger werdenden Protagonisten läuft auf Hochtouren. Quoten wie zu Paul Jankes Zeiten dürften dennoch nicht zu erwarten sein.

Melissa hat, so glaubt man jedenfalls, mal mit Pietro Lombardi geknutscht und hat Marylin Monroe auf den Arm tätowiert – und noch einen weiteren Top-Prominenten, wie sie kürzlich in ihrer Insta-Story verriet:

"Ich habe mir Heinz Erhardt stechen lassen, weil ich mit ihm die schönsten Erinnerungen an meine Oma in Verbindung bringe."

Noch bevor der erste der 20 Rosenkavaliere einer Limo entsteigen kann, ist der Satz des Jahres schon gefallen. Da geht nur noch wenig drüber. Höchstens vielleicht: "Ich habe mir die Haare blau gefärbt, weil Brad Pitt als Kind gerne mit Schlümpfen gespielt hat."

Melissa ist die Bachelorette 2020.

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Melissa hat sich Heinz Erhardt tättowiert. Bild: TVNOW / Arya Shirazi

Zu Beginn der neuen Staffel checkt sie aber erstmal traditionell ihre 20 Bewerber. Die sind größtenteils auch tätowiert (nur Heinz Erhard sucht man vergebens), viele tragen Hüte und teilen sich die Frisuren mit Marco Reus. Damit der geneigte Zuschauer nicht zu schnell ein Muster erkennt, startet die Episode allerdings mit einem in einem schlecht geschnittenen, weißen Sommeranzug steckenden Westentaschen-Gigolo, der aussieht wie eine Mischung aus dem jungen Johnny Depp und Jesus.

Es folgt ein kurzer Teaser-Streifzug auf das, was uns nun die kommenden zehn Wochen erwarten wird. Es wird getanzt, gelacht, geflirtet, geweint, gelästert, geschimpft, geküsst, Hubschrauber geflogen und irgendwas mit Hashtags ist auch dabei. Am Ende steht Melissa in einem blauen Kleid schluchzend in einer Art Burgverlies und jammert, dass es so schlimm ist, jemanden wegfahren zu sehen und zu wissen: "Er war es nicht".

Ich persönlich fände es ja schlimmer, jemanden wegfahren zu sehen, der es war. Oder jemanden, der gar keinen Führerschein hat. Aber ich bin ja auch nicht Bachelorette.

Nachdem RTL uns noch ein paar romantische Sommerbilder spendiert, in denen Melissa ihre Hand (ganz wie einst Ralf Möller, der Bachelor der Steroide, in "Gladiator") sanft über die Spitzen eines Roggenfeldes gleiten lässt, geht es auch schon los.

Als erste große Lebensbeichte verrät uns Melissa, mit ihrem Leben sehr zufrieden zu sein, außer dass ihr ein Partner fehlt. Die Liebe. Da trifft es sich natürlich gut, dass zufällig 20 handverlesene Aspiranten dafür in der Nähe sind. Vor der traumhaften Kulisse Kretas sticht Melissa also in See, diesen Zustand zu verändern. Die letzten 20 Bachelorette-Bewerber landeten auf Greta, dieses Jahr auf Kreta.

Unter den 20 Vollblut-Flirtern: Rouven, der bereits in der Vorstellungs-MAZ seine Jeans so weit runterzieht, dass sofort klar wird, hier möchte jemand mit seinem Gemächt angeben. Daniel, der sich für James Bond hält, aber in Oberkellner-Kluft antritt. Adriano, der aussieht wie der Vater von Pietro Lombardi, sich dafür aber "Herzensbrecher" nennt. Maurice, der mit seinem Brillengestell Marke "Versicherungsvertreter aus dem Jahr 1962" ein wenig wirkt wie ein Serienkiller. Joannis, der der Bruder von Tim Mälzer sein könnte. Severino, der boxt wie Heidi Klum singt. Alexander, dem der Minipli von Atze Schröder auf dem Kopf eingelaufen ist. Und ungefähr 52 Daniels.

Bachelorette: Rouven

Johnny Depp meets Jesus: Rouven. Bild: TVNOW

Bevor Melissa diese Ansammlung von Hochkarätern kennenlernt, wird aber bereits geheult. Das erste Mal, weil die Villa so schön ist, und dann, weil es mit Pietro Lombardi nicht geklappt hat: "Wenn sich jemand so viel Mühe um dich macht und dich dann fallen lässt, da fragt man sich schon …". Dabei fällt es ihr wie Schuppen von den Augen: "Bei mir ist das schon ein Muster, dass es oft nach kurzer Zeit nicht mehr klappt." Da ist sie bei "Bachelorette" aber genau richtig. Jeder weiß, "Bachelor"- und "Bachelorette"-Pärchen bleiben für immer zusammen!

Vielleicht ist ja Alex Gérard der Richtige. Der zweite Jesus-Lookalike im Kader der Melissa-Anschmachter freut sich vor allem auch den Wettkampf. Er prophezeit: "Konkurrent und Enemy liegen nah beieinander". Das ist ähnlich wie bei Verbündeter und Friend. Mit dieser Attitüde wird es dann natürlich schwer für ihn, denn Melissa "mag smarte Männer, aber keine, die alles besser wissen". Außerdem hat sein Name vier Buchstaben, Melissas aber sieben und die sieben ist auch ihre Glückszahl:

"Die hat eine besondere Bedeutung. Ich bin am 7. Geboren, ich habe in Hausnummer sieben gewohnt und ich bin die siebte Bachelorette."

Damit sie das nicht vergisst, hat sie sich direkt eine 7 auf das Handgelenk tätowieren lassen. Sogar mit einem Punkt unten rechts, damit man die 7 nicht versehentlich für ein verkehrt herum angebrachtes L hält.

Dann geht es aber endlich los und die 20 zu Melissas Casting angetretenen zukünftigen "Naked Attraction"-Kandidaten steigen aus einer Limo und dürfen die Rosenanbeterin erstmals treffen. Okay, die Limo ist ein Van und Minipli-Alex hat eine farblich zu seinem BWL-Studenten-Hemd passende, rosa Polaroid-Kamera dabei, denn Innovation ist wichtig und Fotos brauchen ja alle. "Megaschöne Idee", findet Melissa. Nach einem ersten gemeinsamen Selfie überlässt er Melissa die Kamera und behält das Foto, das ihm später in der Villa ein "Mein Gott, ist die schön" entlockt.

Der siebte Kandidat (ihr erinnert euch, die sieben ist eine besondere Zahl für Melissa) heißt Daniel. Das ist erstmal nicht verwunderlich, denn dieses Jahr gehörte der Vorname Daniel offensichtlich zum Bewerberprofil. Daniel hat eine Tochter, sehr viele Tattoos und noch mehr Muskeln. Jesus-Rouven vergisst vor Aufregung, Melissa seinen Namen zu verraten, aber dafür ist er euphorisch: "Ich freue mich des Todes."

Ob das das optimale Intro für einen ersten Eindruck unter 19 anderen Mitbewerbern, bleibt abzuwarten.

Zum Glück hat Melissa nicht viel Zeit, seine Performance zu bewerten, denn ihm folgt umgehend Italo-Macho Adriano. Er ist 35, Melissa ist 24 – "Frischfleisch", wie er es nennt. Das kommt bei Melissa erstmal nur so mittel gut an. Ihr Gesichtsausdruck lässt vermuten, sie denkt in diesem Moment so etwas wie "Frischfleisch? Wohl eher Gammelfleisch-Skandal!" Aber natürlich fällen wir hier keine vorschnellen Urteile.

Bachelorette: Adriano

Adriano gibt die Rolle des Italo-Machos. Bild: TVNOW

Bei Kandidat Leander entgleiten der Bachelorette die Gesichtszüge

Einer der 23 Daniels trumpft dann noch mit einer klassischen Romantik-Floskel auf: "Es gibt genau eine Sache, die es gibt, die mehr wird, wenn man sie teilt, und das ist Liebe." Das stimmt natürlich nicht so ganz, denn diese wundersame Vermehrungsgleichung gilt ja beispielsweise auch für das Coronavirus. Davon ist auf Kreta aber wenig zu spüren, denn alle Teilnehmer sind umfangreich getestet worden. So hat Daniel ausreichend Muße, von seinem Job zu berichten. Er ist nämlich Wein-Blogger. Also, er schreibt nicht über Heulkrämpfe, sondern über das alkoholische Getränk aus dem vergorenen Saft der Beeren der edlen Weinrebe.

Als Kandidat Leander aus dem Auto steigt, entgleiten der Bachelorette erstmal die Gesichtszüge. "Ich glaub', wir kennen uns", stottert Melissa herum, während Leander den Unwissenden gibt. Persönlich begegnet sind sie sich noch nie, aber, so sagt Melissa: "Leander ist ein guter Freund von meinem Ex-Partner. Er ist sehr attraktiv. Aber die Situation ist nicht schön. Hach, mein Leben!"

Später an der Bar beweist die Bachelorette, dass ihr das Herz auf der Zunge liegt. Als Leander auf sie zukommt und fragt, was sie in dem Moment dachte, als er aus dem Auto stieg, antwortet Melissa schlicht, aber auf den Punkt: "Scheiße."

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Melissa ist skeptisch, was Leander anbelangt. bild: tv now

Nach dem knapp 50-minütigen Schaulaufen der 20 potenziellen Heiratskandidaten sind alle irgendwie von Melissa beeindruckt. Sie versammelt anschließend alle im Sonnenuntergang am Pool und schwört die Rosenaspiranten auf eine fantastische Zeit ein.

Alle prosten sich ausgelassen zu, stehen aber letztendlich doch irgendwie leicht verschüchtert um Melissa rum, als würde sich eine Gruppe Pfadfinder um ihre Lagerleiterin scharen, um Instruktionen zur Hausordnung entgegenzunehmen.

Damit es nicht zu steif bleibt, rettet Melissa sich in ein Gesprächsangebot: "Möchte schon mal jemand reden?" Das lässt sich Leander natürlich nicht zweimal sagen. Immerhin hat er einige Minuten vorher festgestellt, dass die Frau, um die es in den nächsten Wochen vor einem Millionenpublikum gehen soll, die Ex von seinem Kumpel ist. Bro-Code oder Liebe und Ruhm? Was möchte Leander wohl besprechen?

Emre erläutert der am Pool zurückgebliebenen Gruppe, dass es natürlich absolut nicht in Ordnung ist, einem Freund sein Mädchen wegzunehmen. Leander sieht das leanders und entscheidet: "Sie könnte ja meine Frau fürs Leben sein, also werde ich um Melissa kämpfen." Moritz verrät unterdessen, dass sein Chef ihn vor die Entscheidung gestellt hat, an "Bachelorette" teilzunehmen, oder seinen Job zu behalten. Im Geld-oder-Liebe-Bingo hat er sich natürlich für Melissa entschieden und hofft jetzt, in den kommenden Wochen nicht zu früh einen neuen Job suchen zu müssen.

Nachdem Melissa dann noch ein wenig ihr Rampensau-Image poliert und vor den 20 Junggesellen ihren besten Balztanz abgeliefert hat, wird Barkeeper Emre schon ganz wuschig: "Normal würde ich sie mir jetzt packen wie im Club, aber hier, das geht natürlich nicht, vielleicht mag sie das nicht." Toll, Emre. Kein Catcalling, solange Kameras laufen. Daheim, im Club, im Alltag ist das natürlich was anderes.

Zum Glück beendet RTL an dieser Stelle das Macho-Seminar abrupt und schickt Melissa in die erste Entscheidung. Zunächst gilt es eine gelbe Rose zu vergeben. Das ist, anders als beim Fußball, was Gutes: Wer Gelb sieht, bekommt ein Einzeldate. Einer der anderen Daniels, der im Oberkellner-Outfit, ist Österreicher und tanzt gerne Walzer. Das reicht, um die gelbe Rose und damit das erste Date abzusahnen.

Anschließend zieht Melissa sich zurück, um auch die erste schmerzhafte Entscheidung der Staffel zu treffen. Wer geht gleich am ersten Abend? Nach 18 roten und einer gelben Rose trifft es ausgerechnet Supermacho Adriano. Der nimmt diese Zurückweisung weniger locker, als es sich für einen souveränen Gentleman ziemen würde und lässt zum Abschied konsequent den abgewiesenen Superproll raushängen. Karriereperspektivisch nicht unbedingt die intelligenteste Variante, eine Abfuhr zu verarbeiten, aber andererseits spart er sich damit natürlich auch den Umweg über das "Sommerhaus der Stars", um seine Karriere zu beenden.

Auf die Bitte, er möge doch kurz nach vorne kommen, damit sie sich von ihm verabschieden kann, teilt Adriano Marissa mit: "Auf keinen Fall! Wo lebt ihr!" … und wart nie wiedergesehen.

Kurz erahnt man noch, wie er sich beim fluchtartigen Verlassen der Villa wutentbrannt seinen Bauchweg-Gürtel unter dem Macho-Hemd wegreißt und sich aufmacht in die ewigen Jagdgründe der Trash-TV-Prärie.

Ein toller Cliffhanger. Was lernen die 19 verbliebenen Nachwuchs-Mangolds aus diesem unflätigen Verhalten, das dich umgehend auf die Ersatzbank der TV-Formate katapultiert? Wie läuft das Gelbe-Rosen-Einzeldate? Und wer ist der nächste Streichkandidat? Das alles – und mehr – nächste Woche an selber Stelle!

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