Unterhaltung
TV

"Stern TV": Hitzige Diskussion um Bürgergeld – "wir sind wütend"

Moderator Steffen Hallaschka
+++ Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf RTL+ gestattet. +++
Bei Steffen Hallaschka ging es am 6. Dezember unter anderem um das Thema Bürgergeld.Bild: rtl+
TV

"Wir sind wütend": Deutliche Worte zum Bürgergeld bei "Stern TV"

07.12.2023, 05:49
Mehr «Unterhaltung»

Die Frage, ob sich das Arbeiten noch lohnt, ist in der Bürgergeld-Debatte keineswegs neu. Die politische Antwort darauf lautet eindeutig: ja. Die Arbeitnehmer:innen sind sich da aber nicht ganz so sicher. Insbesondere der Mittelstand befindet sich in einer angespannten Lage und richtet einen klaren Appell an die politischen Entscheidungsträger:innen.

In einem kurzen Beitrag wird die aktuelle Lage im Mittelstand beleuchtet: Immer mehr Unternehmen leiden unter einem Mangel an Angestellten. Tanja Gebhard, die Geschäftsführerin einer Gebäudereinigung, schlägt Alarm: "Es gibt keine Bewerber. Im Grunde genommen müssen wir uns bei den Arbeitnehmern bewerben und ihnen zeigen, was das Unternehmen zu bieten hat."

In der Branche wird die Reform des Bürgergeldes als zentrales Thema diskutiert. Ab Januar soll es um zwölf Prozent erhöht werden. Eine Gehaltserhöhung von zwölf Prozent ist jedoch für Handwerksbetriebe kaum umsetzbar.

Watson ist jetzt auf Whatsapp
Jetzt auf Whatsapp und Instagram: dein watson-Update! Wir versorgen dich hier auf Whatsapp mit den watson-Highlights des Tages. Nur einmal pro Tag – kein Spam, kein Blabla, nur sieben Links. Versprochen! Du möchtest lieber auf Instagram informiert werden? Hier findest du unseren Broadcast-Channel.

Oliver Ötgen, Geschäftsführer einer Dachdeckerfirma, warnt vor den Auswirkungen der Bürgergelderhöhung: "Wir müssen im Mittelstand aufpassen, denn der steht kurz vor dem Zusammenbruch." Auch seine Mitarbeiter sind besorgt. Ein Dachdecker äußert sich zur angespannten Stimmung:

"Man könnte sagen, wir sind wütend. Wir arbeiten hier, und die sitzen zuhause und erhalten quasi zwölf Prozent mehr Lohn."

SPD-Politikerin bei RTL konfrontiert

Im Studio diskutieren Oliver Ötgen und Tanja Gebhard mit der SPD-Politikerin Katja Mast über die Erhöhung des Bürgergeldes. Die beiden Gäste thematisieren dabei das häufig mit dem Bürgergeld verbundene Problem: den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

Mast betont nachdrücklich: "Die Erhöhung des Bürgergeldes zielt darauf ab, den Menschen ein Existenzminimum zu sichern." Gleichzeitig hebt sie hervor, dass durch die Aufnahme einer Beschäftigung ein Einkommen erzielt wird, das höher ist als das Bürgergeld.

"Warum sollten wir die Menschen nicht zur Arbeit verpflichten und, falls sie ein Angebot ablehnen, ihre Sozialleistungen kürzen?", wirft Gebard ein. Mast erwidert, dass diese Maßnahmen bereits heute in Kraft seien. Das Bürgergeld solle dazu dienen, den Menschen eine Arbeitsmöglichkeit zu verschaffen, während in der Zwischenzeit notwendige soziale Unterstützung gewährt werde, erklärt die SPD-Politikerin weiter.

Gebhard zeigt sich mit dieser Antwort unzufrieden und schüttelt den Kopf. Sie konfrontiert weiter: "Das Bürgergeld sollte für sozial schwache und kranke Menschen gelten und arbeitsfähige Menschen sollten arbeiten." Mast fügt dagegen hinzu: "Als Sozialdemokratin ist es mein Ziel, den Menschen zu einer Beschäftigung zu verhelfen. Ich bin selbst mit Sozialhilfe aufgewachsen."

Die Herausforderung: Priesterin werden in der katholischen Kirche

Die Macht der katholischen Kirche ist weltweit verbreitet und wird größtenteils aus einem Ort gesteuert: sem Vatikan in Rom. Einer Frau passt das nicht so ganz. Jaqueline Straub ist praktizierend römisch-katholisch und möchte Priesterin werden. Das ist jedoch nicht möglich. "Die Männer im Vatikan entscheiden, wie ich als Frau zu leben habe", erklärt sie.

Als wesentlicher Grund für die Ablehnung wird der fehlende Auftrag Jesu Christi genannt. Die katholische Kirche sehe sich daher weder aus der Praxis Jesu noch aus der kirchlichen Tradition heraus ermächtigt, Frauen zum Priesteramt zuzulassen. Das hindert die Journalistin nicht daran, ihrem Lebenstraum nachzugehen.

Bereits seit ihrem 16. Lebensjahr setzt sie sich entschlossen für die Reform ein. Zahlreiche Briefe hat sie bereits an den Papst geschickt, in denen sie darum bittet, diese Regelung aufzuheben. "Ich sehe mich als Reformerin. Ich liebe die Kirche und ich will die Kirche nicht zerstören, sondern in die Zukunft führen", verkündet Straub.

Karl-Theodor zu Guttenberg dreht Doku über die Kirche

In seiner neuen RTL-Dokumentation widmet sich der ehemalige Verteidigungsminister und praktizierende Katholik Karl-Theodor zu Guttenberg verschiedenen Themen im Zusammenhang mit der katholischen Kirche. Er bezeichnet sie als "Krisen der Kirche". Im Studio diskutiert er gemeinsam mit Jaqueline Straub über ihre Forderung.

Obwohl zu Guttenberg ihre Anliegen unterstützt, sieht er eine erhebliche Herausforderung. "Die Problematik, die wir haben, besteht darin, dass die Forderung in Rom für die meisten völlig irrelevant ist. Sie hat kaum Durchschlagskraft in Rom", erklärt zu Guttenberg. Trotzdem bleibt Straub zuversichtlich: "Das Thema hat in der Öffentlichkeit an Bedeutung gewonnen. Ich erlebe immer öfter, dass Bischöfe mich und meine Initiative unterstützen", berichtet Straub.

Sie führt weiter aus, dass sogar ein Bischof im Vatikan Zuspruch gegeben habe. "Denken Sie, wir werden diese Reform noch miterleben?", fragt Moderator Steffen Hallaschka bei zu Guttenberg nach. "Ich bin ja schon ein alter Sack", scherzt zu Guttenberg, bevor er ergänzt: "Ich bin aber zuversichtlich, denn die Krisen sind mittlerweile zu groß, um sie zu vertuschen. Es müssen sich Dinge wirklich verändern."

Netflix setzt 120 Millionen Dollar teure Fantasy-Serie in den Sand: Schwache "Avatar"-Kritiken

Mit "Avatar: The Last Airbender" wagt sich Netflix an die nächste heilige Kuh der Popkultur, seit Donnerstag sind alle acht Folgen der ersten Staffel beim Streamingdienst abrufbar. Über 15 Millionen US-Dollar pro Episode soll Netflix ausgegeben haben und damit insgesamt mindestens 120 Millionen US-Dollar.

Zur Story