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Tim Mäzer bei Lanz

Moderator Markus Lanz wollte mit individuellen Geschichten auf das Jahr 2020 zurückblicken. Auch Tim Mälzer war zu Gast. Bild: screenshot zdf

Betrieb erst wieder im März: Tim Mälzer offenbart bei "Lanz" interne Corona-Pläne für seine Restaurants

Das Jahr 2020 war das Jahr der Pandemie. Die Corona-Krise hält spätestens seit Jahresbeginn die gesamte Welt in Atem und überschattete dabei viele andere bedeutende Ereignisse, Krisen und Lebensgeschichten. Dies wurde auch bei "Markus Lanz – das Jahr 2020" deutlich. In seiner Jahresrückblick-Sendung warf Moderator Markus Lanz einen Blick zurück auf ein Jahr, das für viele Menschen einer echten Achterbahnfahrt glich – und das stets von der Krise überschattet war.

"Das soll kein Jahresrückblick werden wie jeder andere", kündigte Markus Lanz zu Beginn seiner besonderen Talksendung an. "Wir wollen verstehen, was das Jahr mit jedem Einzelnen von uns gemacht hat", erklärte er. In drei kleinen Talkrunden erkundete Markus Lanz genau dies. Er diskutierte dabei unter anderem mit Virologe Hendrick Streeck, der in diesem Jahr als großer Berater der Politik galt – und dabei auch viel aushalten musste.

Lanz sprach mit Susanne Herpold, die schwer an Covid-19 erkrankt war und mit Leonard Heß, der seinen Vater durch das Virus verloren hat sowie mit Tim Mälzer, der in diesem Jahr für einen besonders emotionalen Moment bei "Markus Lanz" gesorgt hatte. Annalena Baerbock zeigte sich vom Schicksal der Opfer in Hanau gerührt.

Große Ereignisse, persönliche Geschichten und Emotionen – darum geht es bei einem Jahresrückblick. Das waren die wichtigsten Momente bei "Markus Lanz – das Jahr 2020":

Tim Mälzer will seine Restaurants erst im Frühjahr wieder öffnen

Während Markus Lanz den Versuch startete, in diesem turbulenten Jahr bereits im November einen Jahresrückblick zu veranstalten, diskutierten die Länderchefs und Kanzlerin Angela Merkel zeitgleich noch immer in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Kein Wunder, dass das Thema Corona und seine Folgen auch den Auftakt der Talksendung bildete. Auch Tim Mälzer war nach seinem emotionalen Ausbruch im Frühjahr nun erneut bei Lanz zu Gast und berichtete, wie es für ihn und seine Restaurants weitergeht.

Tim Mäzer bei Lanz

Tim Mälzer sprach über die Einschränkungen in der Gastronomie. Bild: screenshot zdf

Als Lanz den Koch nach einer möglichen Wiedereröffnung seiner Betriebe am 20. Dezember fragt, erklärt der TV-Koch: "Ich persönlich habe mich davon verabschiedet. Wir planen intern in unserem Team und mit unseren Gastronomien, nicht zu öffnen. Das soll heißen: öffnen wahrscheinlich erst wieder ab März." Eine düstere Prognose!

Als Grund nannte Mälzer auch den organisatorischen Aufwand unter den geltenden Corona-Beschränkungen. Er erläutert weiter:

"Es macht nicht wirklich Sinn, wenn wir jetzt für zehn Tage öffnen. Es ist nicht einfach so Herd an und irgendwas in den Topf schmeißen, sondern du musst so einen Apparat auch anschieben. Dafür werden wir ungefähr drei Tage brauchen. Dann werden ja weiterhin Beschränkungen vorhanden sein. Es wird weiter um Mindestabstände gehen, wahrscheinlich auch Sperrstunden, Konsumverbot von Alkohol. Und dann dürfen wir das nach zehn Tagen wieder runterfahren, auch dafür brauchen wir drei Tage."

Aus wirtschaftlichen Gründen sei das einfach irrsinnig. "Das würde nichts bringen, das ist Blödsinn. Das ist kompletter Blödsinn", machte er deutlich.

Dass gerade die Gastronomie unter den aktuellen Beschränkungen so stark zu leiden hat, findet er komplett falsch. Denn die Gastronomen hätten ihre "Hausaufgaben gemacht". Bei ihnen könne man sich "unter kontrollierten Bedingungen treffen", meint Mälzer.

Susanne Herpold und Leonard Heß berichten von Corona-Schicksalen

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Susanne Herpold (links) war schwer an Covid-19 erkrankt. screenshot zdf

In der Sendung ging es aber natürlich nicht nur um die wirtschaftlichen Folgen, sondern auch um die Menschen, die eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht haben. Besonders eindrücklich schilderten Susanne Herpold und Leonard Heß, was die Krankheit ganz individuell für die Menschen bedeuten kann.

Susanne Herpold war selbst schwer an Covid-19 erkrankt, 13 Tage lag sie im künstlichen Koma und wurde künstlich beatmet. "Ich komme jetzt ins künstliche Koma, macht euch keine Sorgen, ich wache wieder auf", schrieb Herpold in ihre Whatsapp-Familiengruppe, als sie gerade auf dem Weg ins Krankenhaus war. Als die Ärzte sie nach acht Tagen aus dem Koma holen wollten, rang sie verzweifelt nach Luft.

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Ärztin Dr. Jördis Frommhold hat Susanne Herpold im Krankenhaus behandelt. screenshot zdf

Zwar sei Herpold heute körperlich wieder gesund, jedoch stelle sie neuerdings immer wieder Gedächtnislücken fest. "Das macht schon Angst, das muss man sagen", erklärte sie. Wie schnell das Corona-Virus zu einer Gefahr für das Leben werden kann, weiß auch Gast Leonard Heß.

Im Juli war er bereits zum ersten Mal zu Gast bei "Markus Lanz". Gefasst erzählte er schon damals vom Tod seines Vaters, der nach einem Ski-Urlaub in Ischgl nach sehr kurzer Zeit und völlig unerwartet an Covid-19 starb. "Er war halt auf einmal weg", sagte Leonard Heß beim Jahresrückblick. Selbst als klar war, dass sein Vater an Covid-19 erkrankt war, hätte Leonard Heß niemals mit einem tödlichen Verlauf der Krankheit gerechnet. Vom Tod seines Vaters wurde er überrascht.

Virologe und Politiker beklagen Druck aus der Öffentlichkeit

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Virologe Prof. Hendrik Streeck wollte in der Corona-Krise mehrmals das Handtuch werfen. screenshot zdf

2020 war das Jahr der Virologen, es war das Jahr der Ministerpräsidenten und es war das Jahr von Gesundheitsminister Jens Spahn. Dies hatte nicht immer nur positive Auswirkungen für die Akteure, wie Hendrik Streeck bei diesem Jahresrückblick erkennen ließ. "Ich hab mehrere Situationen gehabt, wo ich gesagt hab, ich will jetzt nicht mehr, ich zieh mich zurück", gab der Virologe offen zu. Mediale Shitstorms seien der Grund dafür gewesen.

Auch der Landrat eines Corona-Hotspots im Frühjahr, Heinsberg, Stephan Pusch, erinnerte sich an schlaflose Nächte. "Man hat eigentlich erst im Sommer gemerkt, als man ein bisschen Luft holen konnte, wie viel Körner das gekostet hat – im Nachhinein kommt einem das teilweise unwirklich vor." Neben einer großen Bereitschaft zur Solidarität entwickelte sich im Jahr 2020 auch immer mehr Protest gegen die Corona-Maßnahmen und gegen die Entscheidungen von Politikerinnen und Politikern.

Gesundheitsminister Jens Spahn erklärte in einer Videoschalte: "Was mir zu denken gegeben hat: Die zum Teil sehr massive Aggressivität, diese Wut und diese Nicht-Bereitschaft zum Gespräch."

Kanzlerin Angela Merkel unterbricht "Lanz"-Jahresrückblick

Als Spahn gerade dabei war zu erklären, dass es in der Corona-Krise vor allem auf eines ankomme, nämlich auf das Zuhören, verhinderte es ausgerechnet Angela Merkel in diesem Moment, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer des Jahresrückblicks bei Markus Lanz noch mehr von ihm zu hören bekamen:

In einer Bundespressekonferenz erläuterte Kanzlerin Merkel das Ergebnis von stundenlangen Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise. Da war sie wieder, die Krise, die alles überschattetet.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock zeigt sich gerührt über Hanau-Attentat

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Annalena Baerbock erinnert beim Jahresrückblick von Markus Lanz über das Hanau-Attentat. screenshot zdf

Dass die Corona-Krise längst nicht die einzigen tiefen Wunden in die Gesellschaft gerissen hat, darauf fällt in der Wahrnehmung des Jahres 2020 allgemein aber auch in dieser "Markus Lanz"-Sendung ein viel zu kleines Licht.

Offensichtlich gerührt vom Schicksal der Ermordeten räumte Grünen-Chefin Annalena Baerbock dem Attentat von Hanau vom 19. Februar 2020 dennoch die verdiente Bedeutung in der Sendung ein und auch eine besondere Stellung in der Geschichte: "Wir hatten so viele Anschläge davor", erklärte Baerbock. Doch erst Hanau habe das Bewusstsein für die Gefahr von rechtem Terror in Deutschland einer Mehrheit bewusst gemacht. "Das Wichtigste ist, dass wir jetzt nicht in diesen Hass überfallen, sondern füreinander einstehen", erklärte die Grünen-Chefin.

Eigentlich sollte auch Ajla Kurtović, die Schwester von Hamza Kurtović, an diesem Abend bei "Markus Lanz" sprechen. Vorzeitig verließ sie die Sendung, weil das Sprechen über den Tod ihres Bruders ihr offenbar doch zu schwer gefallen war. Ihr fehlender Auftritt im Jahresrückblick hinterließ auch ein besonderes Gefühl, dass die Wunden von Hanau längst noch nicht verheilt sind.

2020 – das Jahr der Unterbrechungen, Auslassungen und einer Hoffnung

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Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher macht Hoffnungen auf bessere Aussichten 2021 durch einen baldigen Corona-Impfstoff. (zweiter v.l.) screenshot zdf

"Das soll kein Jahresrückblick werden wie jeder andere", hatte Markus Lanz zu Beginn seiner Sendung gesagt. Zum Ende der Sendung mussten die Zuschauer feststellen: Wie jeder andere Jahresrückblick konnte dieser überhaupt nicht werden. 2020, das machte diese "Lanz"-Sendung deutlich, kann bereits bis Ende November als ein ganz besonderes Jahr gelten.

2020 zeigte sich bei Markus Lanz als ein Jahr, das bis zum Jahresende derart von einem Virus überschattet war, dass dieser für Sendeunterbrechungen beim TV-Rückblick sorgte. 2020 ist das Jahr, das beim Jahresrückblick keinen Platz ließ für eine historische Wahl in den USA, für weltweite Demokratiebewegungen und Geflüchtete, deren provisorische Häuser kürzlich in Flammen aufgegangen sind. Es ist ein Jahr, an dem man sich weder auf so richtig Weihnachten noch auf Silvester freuen kann und in dem alle Hoffnung einem baldigen Impfstoff gegen das Corona-Virus gilt.

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