Bei Markus Lanz zu Gast: Katharina Schulze (r.).
Bei Markus Lanz zu Gast: Katharina Schulze (r.).Bild: screenshot zdf

Grünen-Politikerin kommt bei "Lanz" in Stottern und weiß die Antwort nicht

30.01.2020, 17:51

Für Katharina Schulze muss der Mittwochabend bei Markus Lanz wie ein Traum gewesen sein. Die Vorsitzende der bayrischen Grünen durfte sich in jeden Ministerposten reinträumen, der ihr beliebte.

Zu Beginn war sie Verkehrsministerin und durfte sich wünschen, dass keine Straßen mehr gebaut, die Münchener Altstadt nur noch von Fahrrädern benutzt und Familien ihr Zweitauto abschaffen würden, um auf den dann schon ausgebauten öffentlichen Nahverkehr umsteigen.

Katharina Schulze bei "Markus Lanz" als Wirtschaftsministerin

Im zweiten Szenario durfte sie Peter Altmaier als Wirtschafts- und Energieminister ablösen. "Wie verändert sich das Land, wenn Sie Energieministerin werden?", wollte Lanz wissen und weiter, warum in Bayern, der Heimat von Schulze, so wenig Windkrafträder stünden.

"Weil die CSU ein Windkraft-Verhinderungs-Gesetz auf den Weg gebracht hat", war die Antwort der Grünen-Politikerin – 10-H. Es beschreibt zehnmal die Höhe, wenn man das Windrad "umknickt" und hintereinanderlegte, wie es Schulze so schön beschreibt. Bis dahin darf kein Haus stehen. "Dadurch ist die Windkraft in Bayern zum Erliegen gekommen", resümiert sie.

Thema bei "Markus Lanz": Windkraft in Bayern

Mit ihr würde die Windkraft wieder belebt und die Abstandsregelung aufgeweicht werden, erläuterte Schulze. "Also würden Sie in den Garten von Peter Maffay ein Windrad setzen?", fragte Lanz direkt. Maffay, der auch zu Gast war, wohnt in Bayern.

"Es gibt Immissionsschutzregeln. Es gibt ja auch bestimmte Korridore, wo Windräder stehen dürfen und wo es Sinn macht", erklärte sie. Auf Bundesebene gebe es diese Regelung bereits. Doch was ihr nicht gefällt: "Bayern hat eine größere Abstandsregelung – und die kritisiere ich". "Aber welche hätten Sie gern? Wie nah dran: 8-H, 6-H?", hakte Lanz nach und erwischte Katharina Schulze wohl auf dem falschen Fuß.

"So wie es in den Immissionsschutzrichtlinien auf Bundesebene ausgestaltet ist", war ihre Antwort, ein klassischer Politikersprech. "Heißt, heißt...", drängte Lanz sie zu einer Antwort. Und Schulze musste passen.

"Ich kann die genauen... Ich weiß nicht genau... Sorry, das weiß ich gerade leider nicht."

Lanz war verwirrt. "Sie sind dafür, wissen aber nicht, was ist?", fragte er ungläubig nach. Schulze konnte in dem Moment nicht mehr als Grinsen und Schweigen.

Katharina Schulze, wenn sie die Antwort nicht kennt.
Katharina Schulze, wenn sie die Antwort nicht kennt. Bild: screenshot zdf

"Ich wusste die Zahl, aber die ist mir gerade entfallen. Sorry, tut mir leid. Das ist nicht optimal", rechtfertigte sie sich. Lanz gab sich einsichtig: "Ist eine Live-Sendung, vergessen Sie es", sagte er schlicht.

War wohl schnell vergessen, denn die Sendung lief einfach weiter mit den Worten von Schulze: "Die 10-H-Regelung ist uns in dieser Form einfach zu weit...".

(lin)

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1 Kommentar
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Kilian Kratzer
30.01.2020 14:30
ist doch ähnlich wie beim Pendlerpauschale-Interview von Habeck bei Bericht aus Berlin. Auch er war "entschieden" gegen eine Erhöhung der Pendlerpauschale, da die ein Anreiz wäre weite Distanzen zu fahren (Grünen-Logik). Dass diese auch für Bahnpendler bezahlt wird wusste er nicht. Man muss selbstverständlich auch nicht alles wissen, aber wenn man eben aus einem Grunde gezielt gegen etwas stimmen will, dann sollte man sich damit befassen. Aufgrund der öfter auftretenden Diskriminierungen (Alter/Hautfarbe/Geschlecht) von Frau Schulze kann man diese nicht ernst nehmen.
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