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Grünen-Politiker Cem Özdemir war von 2008 bis 2018 Bundesvorsitzender seiner Partei. Bild: screenshot zdf

"Sie sind der parlamentarische Arm des Rassismus": Cem Özdemir feuert gegen AfD-Chef Meuthen

Bereits ein Blick auf die Gästeliste dieser "Markus Lanz"-Sendung ließ erahnen, dass die Debatte alles andere als ruhig verlaufen würde. Neben Grünen-Politiker Cem Özdemir und „taz“-Redakteurin Sabine am Orde saß auch AfD-Chef Jörg Meuthen in der Runde. Die ersten beiden, das ist bekannt, stehen für liberal-demokratische bis linke Positionen, Meuthen dagegen repräsentiert politisch das rechte Lager.

Besonders Grünen-Politiker Cem Özdemir ließ es sich nicht nehmen, wieder und wieder gegen seinen Oppositions-Kollegen im Bundestag von der AfD auszuteilen. Der schoss unermüdlich zurück und versuchte das Image seiner Partei und auch sein eigenes ins rechte Licht der bürgerlichen Mitte zu rücken – mit mäßigem Erfolg.

Das waren die Gäste bei "Markus Lanz" am 17. März 2021:

Cem Özdemir zeigt klare Kante gegen Jörg Meuthen bei "Markus Lanz"

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Cem Özdemir (links im Bild) kritisierte AfD-Chef Jörg Meuthen (rechts) scharf. Bild: screenshot zdf

Grünen-Politiker Cem Özdemir trat als scharfer Kritiker zu Jörg Meuthen sowie zu rechten bis rechtsextremen Positionen in der AfD auf. Schon zu Beginn der Sendung bemerkte Özdemir an seinen Gegenspieler gerichtet:

"Sie distanzieren sich hier in der Sendung und machen einen auf bürgerlich."

Jörg Meuthen stilisierte sich als Opfer dieser Kritik und ließ tatsächlich nicht ab von dem Versuch, sich in der politischen Mitte zu positionieren. Er erklärte: "Ich mache nicht einen auf bürgerlich, ich bin bürgerlich."

Den Vorwurf Özdemirs, die AfD unterstütze nachweislich gewaltbereite Demonstrationen, wie zuletzt bei einer Querdenker-Demonstration in Dresden, wies Meuthen als "billigen Versuch" zurück, seiner Partei etwas anzuhängen. Stattdessen sollten sich Bündnis ´90/Die Grünen um ihre "Gewaltaffinität" und ihre Nähe zur "Terrororganisation Antifa" kümmern.

Özdemir wies jede Art von Gewalt im Namen seiner Partei zurück. Er konterte: "Sie sind doch der parlamentarische Arm des Rassismus, des Antisemitismus."

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Moderator Markus Lanz nahm eine eher zurückhaltende Rolle ein in der Diskussion an diesem Mittwochabend. Bild: screenshot zdf

Wiederholte Einspieler mit klar rassistischen und antisemitischen Aussagen von Parteikollegen aus der AfD spielte er als vereinzelte Positionen innerhalb der Partei herunter, die er selbst nicht teile, von denen er sich gar distanziere. Die "vernünftigen Positionen" in der AfD, so lautete ein weiterer Vorwurf Meuthens, würden "zu wenig öffentlich gespielt".

Im Vergleich zu anderen Oppositionsparteien sei die AfD in Talkshows wie "Markus Lanz" gezielt unterrepräsentiert. Ein Vorwurf, den der Moderator der ZDF-Sendung zurückwies. Einladungen an Politikerinnen wie Alice Weidel würden Lanz zufolge regelmäßig ausgesprochen, jedoch so gut wie immer abgelehnt.

"Markus Lanz": AfD-Chef in der Kritik

Cem Özdemir wollte die Opferrolle nicht anerkennen, die Jörg Meuthen sich in der Talkshow selbst zusprach. Der Grünen-Politiker sah im Verhalten des AfD-Mannes strategisches, politisches Handeln:

„Die einen sind für den Flügel da, für die Demonstrationen, bei denen Polizisten verprügelt werden wie in Dresden, was eine Granaten-Schweinerei ist.“ Und dann gebe es einen Herrn Meuthen für die Talkshow, der behaupte, die AfD sei eine bürgerliche Partei.

Diese Einschätzung teilte auch "taz"-Journalistin Sabine am Orde. Immer wieder korrigierte sie die Beschwichtigungsversuche des AfD-Chefs gekonnt. Dieser habe den lange mit dem mittlerweile verbotenen, rechtsextremen Flügel der Partei gemeinsame Sache gemacht und von ihm profitiert – bis dieser Meuthens großem Ziel zu gefährlich geworden sei: Die AfD in eine Regierung auf Bundesebene zu führen.

"Taz"-Journalistin kontert AfD-Chef Meuthen

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Sabine am Orde ist Expertin für die Politik des Landes sowie für das Handeln von Jörg Meuthen und der AfD. Bild: screenshot zdf

Und auch ein letzter Versuch Meuthens zu behaupten, die AfD sei eine "bürgerlich-konservative, freiheitliche Partei" ging ins Leere. Zu Recht konterte Journalistin Sabine am Orde an dieser Stelle korrekt: „Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes sind sie ein rechtsextremer Verdachtsfall.“ Zwar dürfe dies von der Behörde nach gerichtlichem Beschluss nicht mehr so ausgesprochen werden – die Einschätzung sei dennoch da.

Klare Worte und dennoch zeigte diese Sendung wieder einmal: Die Argumente der AfD sind in einem solchen Rahmen nicht zu widerlegen. Sie sind in keinem Fall sachlich und plausibel. Das konnten die vielen Einspieler mit Originalzitaten von AfD-Mitgliedern nicht aufbrechen und auch die klaren Vorwürfe eines Cem Özdemirs an den AfD-Parteivorsitzenden nicht – im Gegenteil. Viel mehr könnte genau diese Art der öffentlichen Diskussion die AfD-Führung in ihrer eigenen Haltung bestätigen.

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