Marta Arndt und Erol Sander standen in diesem Jahr gemeinsam auf dem "Let's Dance"-Parkett.
Marta Arndt und Erol Sander standen in diesem Jahr gemeinsam auf dem "Let's Dance"-Parkett.
Bild: dpa / Andreas Rentz

"Manchmal nichts zu essen": "Let's Dance"-Profitänzerin verrät, was sie für den Tanzsport aufgegeben hat

29.04.2021, 17:38

Die "Let's Dance"-Profitänzerin Marta Arndt erklärt, dass sie zeitweise für ihre Leidenschaft sogar hungern musste. 2012 stand die gebürtige Polin das erste Mal in der RTL-Show auf dem Parkett. Ihr damaliger Promi-Tanzpartner war der Diskuswerfer Lars Riedel. Bei dem Einstand zeigte Marta gleich, was sie damals schon draufhatte, denn gemeinsam belegten sie den fünften Platz.

Danach legte Marta eine "Let's Dance"-Pause ein, allerdings nicht, um sich zu erholen. Denn tatsächlich widmete sie sich in den folgenden fünf Jahren dem Training für die Weltmeisterschaft in den Lateinamerikanischen Tänzen für Profis. Der internationale Wettkampf ist die absolute Königsdisziplin, die Vorbereitung darauf kostete Martas gesamte Aufmerksamkeit, Zeit sowie auch ihre sämtlichen finanziellen Einnahmen.

Wie herausfordernd die Zeit vor dem Höhepunkt ihrer Karriere für die Tänzerin war, schilderte sie jetzt im Interview mit ihrer Kollegin Isabel Edvardsson, mit der sie für den offiziellen "Let's Dance"-Podcast sprach. Seinerzeit lebte die heute 31-Jährige in Italien und kämpfte eisern für ihren Traum.

Marta Arndt verzichtete fürs Tanzen auf Essen

Um es schon einmal vorwegzunehmen: Die Opfer haben sich gelohnt, 2017 belegte sie tatsächlich den ersten Platz bei der Weltmeisterschaft Latein WDSF Professional Division. Das ungeschlagene Highlight in ihrem Leben. Danach wurde es schließlich Zeit für sie, mit dem Profi-Tanzsport aufzuhören, wie sie sich erinnerte: "Ist schade aufzuhören, weil man sein ganzes Leben dafür trainiert hat und vieles dafür aufgeben hat. Zeitlich, finanziell."

Marta Arndt bei "Let's Dance" 2017.
Marta Arndt bei "Let's Dance" 2017.
Bild: Getty Images Europe / Lukas Schulze

Isabel erzählte daraufhin, wie schwer es Profitänzer haben, die nicht aus einem reichen Elternhaus stammen – und das tun die wenigsten: "Tanzen ist wirklich auch ein teurer Sport. Es ist nicht wie beim Fußball, dass wir davon leben können, was aber auch pushend ist, weil man sich anderen Bereichen widmen muss, ansonsten verdient man kein Geld." Mit beispielsweise dem Erwerb einer Trainerlizenz halten sich die meisten Sportler über Wasser.

Da Isabel auf das Finanzielle zu sprechen kam, ging Marta anschließend noch weiter ins Detail und beschrieb ihre persönliche Situation vor dem Weltmeister-Titel:

"Ich hatte wirklich ohne zu übertreiben Momente oder Wochen, als ich in Italien gewohnt habe, da hab ich mein ganzes komplettes Geld in den Tanzsport gesteckt. Und ich hatte manchmal auch nichts zu essen."

Für acht Monate habe Marta in Italien so gelebt, bis sie kapitulieren musste. Sie erinnerte sich weiter: "Ich hatte so wenig zu essen, letztendlich musste ich zurück nach Deutschland zu meinen Eltern fahren, weil es einfach nicht mehr ging. Ich wäre gerne noch weiter in Italien geblieben, aber es war finanziell für mich absolut nicht machbar."

Marta Arndt bei einer Hebefigur bei "Let's Dance" 2018.
Marta Arndt bei einer Hebefigur bei "Let's Dance" 2018.
Bild: Getty Images Europe / Florian Ebener

Kritik an Tanz-Nachwuchs

Isabel zeigte sich von dem Hunger-Geständnis zunächst schockiert, lenkte dann aber ein und hob noch einmal hervor, dass man daran eben sehe, welche Opfer Tanzsportler für ihre Leidenschaft erbringen müssen.

Auch sie und ihr Ehemann Marcus Weiß, der ebenfalls Tänzer ist, hätten in ihrer Karriere bereits die eine oder andere Nacht statt im Hotel im Auto verbracht, um Geld für weitere Privattanzstunden mit ihrem Trainer bezahlen zu können.

Das konnte Marta ebenfalls bestätigen und ergänzte, dass wenn sie schon in Hotels schlafen konnte, es eher Absteigen waren: "Richtig schreckliche Orte. Aber man hat das alles für diese Leidenschaft gegeben."

Heute sehe das bei dem Nachwuchs etwas entspannter aus, denn jetzt habe man durch Social Media ganz andere Möglichkeiten, sich selbst zu präsentieren und auch damit Geld zu verdienen. Viele seien dadurch aber auch nicht mehr ganz so mit dem Herzen dabei. Marta stellte fest:

"Jetzt kommt es mir so vor, als ob die Tanzsportwelt etwas gemütlicher geworden ist, auch durch die sozialen Netzwerke, alle wollen so ein bisschen Influencer sein. Sodass ich gerade keinen kenne, der alles für diese Leidenschaft gibt. Dass man bis zum Hungern geht."
Benjamin Piwko und Isabel Edvardsson tanzten 2019 bei "Let's Dance".
Benjamin Piwko und Isabel Edvardsson tanzten 2019 bei "Let's Dance".
Bild: Getty Images Europe / Joshua Sammer

Auch bei "Let's Dance" gibt Marta alles

Direkt nach der gewonnenen Weltmeisterschaft widmete sich Marta allerdings wieder voll und ganz "Let's Dance" – seit 2017 gehört sie zur Stammbesetzung in der Sendung. Wie sehr sie auch hinter dem Konzept und der Möglichkeit steht, auf dem TV-Parkett zu performen, zeigten in der Vergangenheit einige recht spontane Vertretungen, wenn eine ihrer Kolleginnen sich verletzt hatte.

So sprang sie beispielsweise 2017 für Christina Luft ein, nachdem diese verletzungsbedingt ausfallen musste. Marta selbst war zuvor mit Promi-Tanzpartner Jörg Draeger bereits ausgeschieden. An der Seite von Giovanni Zarrella belegte sie dann sogar noch den vierten Platz – ihre bislang beste Leistung. Mit dem Schauspieler Erol Sander stand sie in der diesjährigen Staffel auf der Bühne, die beiden wurden zehnte.

Dennoch: Tänzerisch gehört sie zur weltweiten Spitze und bekam deshalb auch den Spitznahmen "Marta Maschine Arndt" verpasst. "Das kommt auch davon, dass ich mehrmals für Kollegen eingesprungen bin", erinnerte sich Marta zurück. Zuvor galt sie sogar in der Show als "Mega-Marta".

Einzig der richtige Tanzpartner dürfte ihr noch zu einer höheren Platzierung bei "Let's Dance" fehlen, zumindest stellten das ihre Kollegen Oana Nechiti und Erich Klann bereits in ihrem Podcast "Tanz oder gar nicht" fest.

(cfl)

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