Jens Spahn hatte von 2018 bis 2021 das Amt des Bundesgesundheitsministers inne.
Jens Spahn hatte von 2018 bis 2021 das Amt des Bundesgesundheitsministers inne. Bild: screenshot zdf

"Markus Lanz": Journalistin wirft Jens Spahn politische Lüge vor

19.05.2022, 06:29

Als Bundesgesundheitsminister in der Pandemie galt er zunächst als beliebtester Minister – und gehörte schließlich zu den am meisten kritisierten: CDU-Politiker Jens Spahn. Nach rund zwei Jahren ohne persönlichen Besuch war Spahn am Mittwochabend bei "Markus Lanz" zu Gast.

Spahn sprach bei seinem Besuch über die neue Zusammenarbeit mit Ex-Konkurrent Friedrich Merz (CDU) und blickte auf seine Zeit als Gesundheitsminister in der Corona-Pandemie zurück.

Kristina Dunz warf Spahn in diesem Zusammenhang vor, die Bevölkerung belogen zu haben. Spahn bestritt den schwerwiegenden Vorwurf.

Das waren die Gäste bei "Markus Lanz" am 18. Mai:

  • Jens Spahn (CDU), Ex-Bundesgesundheitsminister
  • Kristina Dunz, Journalistin
  • Eva Högl (SPD), Politikerin
  • Sönke Neitzel, Historiker
Die Runde bei "Markus Lanz" am 18. Mai 2022.
Die Runde bei "Markus Lanz" am 18. Mai 2022.Bild: screenshot zdf

Jens Spahn im Team Friedrich Merz

Was macht eigentlich Jens Spahn? Das mögen sich so einige gefragt haben, nachdem der Bundespolitiker nach der verlorenen Bundestagswahl von CDU/CSU im vergangenen Jahr wortwörtlich von der politischen und medialen Bildfläche verschwand.

Bei "Markus Lanz" erklärte Jens Spahn (CDU) am Mittwochabend, dass er weiterhin Mitglied des Bundetages und derzeit als Vorsitzender für Wirtschaft, Energie und Klima in der Unionsfraktion tätig sei. Nachdem Moderator Markus Lanz den politischen Gast daraufhin scherzhaft den "Robert Habeck der Opposition" nannte, beteuerte Spahn mehrfach, wie froh er darüber sei, nun im Team Friedrich Merz für den Erfolg der CDU zu arbeiten.

Journalistin Kristina Dunz wunderte sich über die plötzliche Harmonie. Schließlich ist Jens Spahn noch im vergangenen Jahr in der Frage um die Kanzlerkandidatur der Union gegen Merz angetreten. "Dass Sie und Herr Merz nicht wirklich zusammenpassen, hat man seit 2018 sehen", war sich Kristina Dunz sicher. Aus ihrer Sicht erweist Spahn sich derzeit als "sehr anpassungsfähig".

Jens Spahn: "Da habe ich falsch kommuniziert"

Jens Spahn ist derzeit unter anderem stellvertretender Fraktionsvorsitzender von CDU und CSU tätig.
Jens Spahn ist derzeit unter anderem stellvertretender Fraktionsvorsitzender von CDU und CSU tätig.Bild: screenshot zdf

Auf seine Zeit als Bundesgesundheitsminister blickte Jens Spahn bei "Markus Lanz" auch mit Demut zurück. Als der Moderator der ZDF-Talk-Sendung den CDU-Politiker auf seinen berühmten Satz ansprach, man werde nach der Pandemie viel zu verzeihen haben, gestand Jens Spahn Fehler ein.

Besonders in der Euphorie über einen Impfstoff gegen das Virus habe Spahn kurz vor Weihnachten 2020 nach eigener Aussage "falsch kommuniziert". "Da habe ich einfach eine Erwartungshaltung geweckt, die wir dann nicht erfüllen konnten", so Spahn.

Kristina Dunz wirft Jens Spahn Lüge vor

Kristina Dunz ist Politikexpertin beim RedaktionsNetzwerk Deutschland.
Kristina Dunz ist Politikexpertin beim RedaktionsNetzwerk Deutschland.Bild: screenshot zdf

Wenn es nach Kristina Dunz geht, gab es jedoch ein viel früheres und schwerwiegenderes Verfehlen des Politikers in seinem Amt als Bundesgesundheitsminister:

"Was mich wirklich schockiert hat, war die Lüge der Bundesregierung am Anfang der Pandemie."

Jens Spahn ebenso wie Angela Merkel hätten zu Beginn der Pandemie – und obwohl sie es besser gewusst hätten – Masken für die breite Gesellschaft als unbrauchbar erklärt und lediglich für medizinisches Personal empfohlen.

Dies habe zu starker Unsicherheit in der Bevölkerung geführt. "Diese Achterbahnfahrt", so Dunz, "hat sich natürlich auch auf die Bürger übertragen, bis hin zum Maskenskandal in den Reihen der CDU, wo wirklich kräftig betrogen wurde".

Jens Spahn hingegen wies den aus seiner Sicht "schwerwiegenden Vorwurf der Lüge" bei "Markus Lanz" zurück. "Das war keine politische Empfehlung – ob Sie es mir jetzt glauben oder nicht", beteuerte er.

Das sei nicht ein bewusst etwas anderes Sagen wider besseren Wissens gewesen, sondern der Wissensstand zu dem Zeitpunkt, dass eben nicht generell im Alltag Masken empfohlen sind. Erst mit weiteren Erkenntnissen seien auch veränderte Empfehlungen ausgesprochen worden.

Kristina Dunz kommentierte die Rechtfertigung Jens Spahns lediglich mit einem skeptischen Blick. Fakt ist: Masken gab es zu Beginn der Pandemie viel zu wenig und keinesfalls für alle.

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