COLOGNE, GERMANY - MARCH 05: Auma Obama and Andrzej Cibis talk to the jury after their performance on stage during the 1st show of the 14th season of the television competition

Auma Obama kam bei "Let's Dance" nur kurz zu Wort – und sprach größtenteils über ihren Bruder Barack. Bild: Getty Images Europe / Andreas Rentz

Zuschauer sind enttäuscht: Auma Obama wird bei "Let's Dance" nur auf ihren Bruder reduziert

"Let's Dance" ist gerade erst so richtig gestartet, da gibt es auch schon sehr berechtigte, kritische Stimmen zum Umgang mit den Kandidatinnen und Kandidaten. Dieses Mal ist Auma Obama eine der Promis, die mit einem Profi an ihrer Seite das Tanzen lernen. Und der Nachname ist nicht zufällig der des Ex-Präsidenten der USA, sie ist die Halbschwester von Barack Obama.

Eigentlich schon eine Sensation, dass eine Angehörige in der deutschen RTL-Sendung dabei ist – die Zuschauer hätten sich allerdings zu weiten Teilen in Folge zwei der Staffel etwas mehr Respekt ihr gegenüber gewünscht. Das, was dem Publikum so sauer aufstieß: Auma selbst ist eine interessante Persönlichkeit, wurde in der Sendung jedoch am laufenden Band auf ihren berühmten Bruder reduziert. Weitere Details könnten dem Kölner Sender außerdem als rassistisch ausgelegt werden.

Auma Obama wurde auf ihren Bruder reduziert

Das, was man heute eher nicht bei "Let's Dance" über Auma erfahren hat: Sie ist kenianische Germanistin, Soziologin, Journalistin und Autorin. Unter anderem ist sie Mitglied des World Future Council, des Weiteren bekam sie für ihre Stiftung Sauti Kuu, die Kindern in Afrika die Möglichkeit gibt, ihr Leben selbst zu bestimmen, den Hans-Rosenthal-Ehrenpreis.

All das wurde übergangen, und zwar schon in dem Moment, als der Beitrag des Tanztrainings von Auma und dem Profitänzer Andrzej Cibis in der Sendung begann. Im Hintergrund des Einspielers lief Wes Madiko mit dem Song "Alane" – wohl das Afrika-Klischee in Musikform schlechthin.

Heute tanzte die 61-Jährige schließlich einen Langsamen Walzer zu "Natural Woman" von Aretha Franklin. Wohl nicht ganz zufällig war die Musikwahl zum ersten Paartanz der Kenianerin im TV, schließlich sang die mittlerweile verstorbene Sängerin bei der Inauguration von Barack Obama am 20. Januar 2009. Daran musste sie sich dann auch im Tanztraining erinnern:

"Ich habe Aretha bei der Inauguration meines Bruders erlebt. Ich bin so stolz auf ihn. Er ist ein Geschenk für mich. Ich freue mich drauf und das werde ich meinem Bruder sagen", sagte Auma schließlich in die Kamera, dazu wurden Bilder von Barack Obama eingeblendet. Zu ihrem Training konnte sie sich so gut wie gar nicht äußern. Auf Twitter kam all das nicht gut an:

Das Publikum befürchtete nach diesem ersten Auftritt schon, dass es dabei bleiben wird – und Auma die gesamte Staffel über lediglich auf ihren Bruder angesprochen werden wird.

Sprachliche Details bei "Let's Dance", die aufhorchen lassen

Ein ehrliches Urteil schien es anschließend nur von Chef-Juror Joachim Llambi gegeben zu haben, Motsi Mabuse und Jorge Gonzalez überschlugen sich mit Lob. Den nächsten Aufreger gab es aber schließlich von Moderatorin Victoria Swarovski – die behauptete nach dem Tanz nämlich: "Ihr nehmt uns so in eine Welt mit. Ich fand's wirklich toll."

Welche Welt sie damit genau meinte, bleibt unklar, schließlich hat das Paar mit dem Langsamen Walzer einen äußerst europäischen Tanz aufs Parkett gelegt, genau gesagt einen Englischen, der um 1920 entstanden ist.

Und auch Victoria sprach Auma zum Abschluss noch einmal auf ihren Angehörigen an: "Was glaubst du, was würde dein Bruder jetzt zu dir sagen, dass du auf Aretha Franklin getanzt hast?" Immerhin – Auma lenkte geschickt mit ihrer Antwort auf ihre sportliche Leistung des Freitagabends:

"Das würde ihm gefallen, aber er hätte mir gesagt, ich hätte besser tanzen sollen."

Mit einem derartigen Anspruch des "Let's Dance"-Publikums hat RTL offensichtlich nicht gerechnet. Bleibt zu hoffen, dass die Diversität des Casts nicht allein mit dem Casting der Show abgetan wird, sondern in den kommenden Folgen auch die Individualität der berühmten Kandidaten mehr herausgestellt wird – und schließlich nicht noch Alltagsrassismen Einzug erhalten.

(cfl)

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