"Die Höhle der Löwen": Mit ihrer freundlichen Art und ihrem guten Riecher für Geschäfte mischten Anne und Stefan von "Ankerkraut" die Show ordentlich auf.
"Die Höhle der Löwen": Mit ihrer freundlichen Art und ihrem guten Riecher für Geschäfte mischten Anne und Stefan von "Ankerkraut" die Show ordentlich auf.
Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Ex-Gründer düpieren bei "Höhle der Löwen"-Comeback die Investoren

Würziger Wind in der Vox-Gründershow: Anne und Stefan Lemcke, die mit ihrem Gewürz-Start-up Ankerkraut zu Multimillionären wurden, kehrten als Gäste dorthin zurück, wo ihr Siegeszug einst begonnen hatte. Das "Löwen"-Rudel geriet in große Unruhe.
28.09.2021, 20:58
Rupert Sommer

Ungewohnter Anblick in der vierten neuen "Höhle der Löwen"-Folge am Montagabend: Vox hatte die "Löwen"-Sitzreihe umgruppiert und mitten zwischen Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel einen Doppelsessel geschoben. Dort nahm ein Pärchen Platz, das Fans der Reihe aus dem Jahre 2016 kennen könnten: Anne und Stefan Lemcke überzeugten vor fünf Jahren mit ihrem Gewürz-Start-up den damaligen Investor Frank Thelen.

Es folgte ein rasanter Siegeszug für ihr "Ankerkraut", der die Lemckes zu Multimillionären machte. Nun meldeten sie sich zurück – als Geldgeber. Wie man Geschäftsideen groß macht, wissen sie ja. Und es wirkte so, als ob sie sich bei der "Löwen"-Sendung nicht nur bedanken wollten. Die Lemckes bewarben in gewisser Weise auch ihren eigenen Alternativ-Stil: den Glauben an sich selbst, Unbekümmertheit und, bitteschön, nicht allzu viel Ehrfurcht vor Anzugträgern.

Das wichtigste Grundprinzip, an das die Lemckes offenbar ganz fest glauben, ist Optimismus. Und deswegen rieten sie in der Sendung jungen Gründern mehrfach, sich nicht allzu sehr von Marketing-Kauderwelsch oder allzu pingeligen Profiterwartungen verrückt machen zu lassen. "Ihr seid wie wir vor zehn Jahren", sagte etwa der "Ankerkrautmann" tröstlich zu zwei etwas unsicheren jungen Gründern.

"Die Schmerzen, die Ihr habt, kennen wir genau"

Filip und Simon vom Pfannen-Start-up "Stur" wollen eine neuartige Gusseisen-Pfanne zum Erfolg bringen. Das könnte was werden, meinte Stefan Lemcke, der selbst gerne kocht. Allerdings: Geld gab's für die Firma "Stur", die noch ganz am Anfang steht, vorerst nicht. Dafür aber Aufmunterung und Mitgefühl. "Die Schmerzen, die Ihr habt, kennen wir genau", sagte Gast-Investor Stefan Lemcke.

Ähnlich mitfühlend half er den beiden jungen Wienern Asmir und Branka, als diese argumentativ in der Klemme steckten. Die Gründer von "Holy Pit" stellten in ihrer Präsentation ihren besonders umweltfreundlichen Deo-Stick vor. Allerdings: Wieder mal verwiesen die erfahrenen "Löwen" auf den knallharten Kosmetikmarkt. Sie pickten auf den Gründern herum, weil die Marktchancen angeblich noch recht unklar wären. Ganz anders der "Ankerkrautler", der die Gründer beruhigte: "Blendet das bitte aus!", sagte Lemcke zu den Jung-Unternehmern. "Macht genauso weiter!"

Den jungen Wienern Branka und Asmir wollen die "Ankerkrautler" helfen, ihren Öko-Deo-Stick "Holy Pit" zum Erfolg zu führen.
Den jungen Wienern Branka und Asmir wollen die "Ankerkrautler" helfen, ihren Öko-Deo-Stick "Holy Pit" zum Erfolg zu führen.
Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Mit Beharrlichkeit und guten Sprüchen

Immer deutlicher wurde aber auch: Die "Ankerkraut"-Gründer kamen nicht nur als Seelentröster in die Sendung. Sie verfolgten eine Taktik. Eine freundliche zwar, aber auch eine ziemlich abgezockte. Immerhin sicherten sich die Lemckes zur großen Überraschung der "Profis" in der Traditionssendung gleich zwei höchst attraktive Deals. Mit Beharrlichkeit und guten Sprüchen.

Der erste Deal, der an die Lemckes ging, war ein Pakt mit den "Holy Pit"-Gründern. Anne und Stefan Lemcke, die zuvor die Bedenken der anderen wegwischten, wollen nun die jungen Österreicher groß machen. Ralf Dümmel hatte allerdings auch auf den Zuschlag gehofft. Nun stand die Frage im Raum: ein erfahrener Handels-"Löwe" oder sehr einfühlsame Selber-Gründer? Die Lemckes machten bei "Holy Pit" das Rennen. Dümmel wirkte genervt.

Die "Ankerkraut"-Erfinder kümmern sich noch persönlich

Doch es kam noch schlimmer für ihn. Auch beim zweiten Investmentcase der "Ankerkraut"-Gastinvestoren ging die Schlacht unerwartet aus. Im großen Finale der Show kam es zu einem Bieter-Mehrkampf, an dem sich auch Dagmar Wöhrl sowie Ralf Dümmel im Doppel mit Georg Kofler beteiligten. Ihnen gegenüber standen wieder die Lemckes – und die grinsten bis zum Schluss. Marlon Harms hatte sein gesundes Paniermehl "Veggie Crumbz", das nicht aus altem Brot, sondern aus Gemüse produziert wird, erfolgreich und äußerst unbekümmert vorgestellt.

Nun "zerfleischten" sich die Löwen wegen des Vegan-Produkts. Und die Außenseiter freuten sich. Nach längerem Hin und Her hatte Stefan Lemcke genau den Trumpf ausgespielt, den die erfahrenen Serien-Investoren nicht zu bieten haben. "Wir haben eine Handvoll Investments, um die wir uns alle persönlich kümmern", meinte der Selfmade-Millionär Lemcke. Die Profis, die Woche für Woche in immer neue Geschäftsideen einsteigen und Beteiligungen sammeln wie andere Leute Briefmarken, konnten diesem Argument nichts mehr entgegensetzen.

Georg Kofler schmeckten die veganen Knusper-Brösel "Veggie Crumbz" sehr gut. Doch er hatte das Nachsehen.
Georg Kofler schmeckten die veganen Knusper-Brösel "Veggie Crumbz" sehr gut. Doch er hatte das Nachsehen.
Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Ralf Dümmel ärgert sich, und Georg Kofler poltert

Die Lemckes machten für 200.000 Euro im Gegenzug für zehn Prozent der Firmenanteile bei "Veggie Crumbz" das Rennen. Nicht wirklich überraschte es, dass Ralf Dümmel und Georg Kofler das gar nicht schmeckte. Kofler ging die Gäste scherzhaft zwar, aber im Kern doch ziemlich ruppig als "Teilzeit-Löwen" an. Der Südtiroler schimpfte über eine vermeintliche "Diskriminierung". Ralf Dümmel stand der Schweiß auf der Stirn sowie der Ärger ins Gesicht geschrieben.

"Das mit den Gäste-Löwen ist keine gute Idee", klagte zum Schluss Georg Kofler. Viele Fans dürften das nach einer erfrischend "gewürzten" Sendung allerdings ganz anders gesehen haben. Mehr "Ankerkraut" für Vox, bitte!

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