Nahaufnahme eines Rap-Stars am Scheideweg seines Lebens. Für Anis Mohamed Youssef Ferchichi, besser bekannt als Bushido, geht es um alles. Nach vielen Tiefschlägen möchte der Musiker endlich wieder na ...
Rapper Bushido lebt mittlerweile mit seiner Familie in Dubai.Bild: RTL
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Neue Bushido-Doku: Rapper offenbart – "Ich war und bin bereit, meine Karriere für meine Familie zu opfern"

11.11.2022, 07:30

Vor dem Berliner Landgericht fand am 17. Oktober bereits der 84. Prozesstag gegen Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder statt. Bushido tritt in dem Verfahren als Zeuge und Nebenkläger auf. Am jüngsten Verhandlungstag sagte Bushido zum 28. Mal aus. Der Richter verabschiedete ihn mit den Worten: "Wenn keine Fragen mehr zu stellen sind, würde ich Sie entlassen wollen. Momentan sehe ich keinen Grund für eine Ladung." Damit wurde der Künstler aus dem Zeugenstand entlassen, der mittlerweile mit seiner Familie in Dubai ein neues Leben angefangen hat.

Auf RTL Plus ist jetzt die sechsteilige Doku-Reihe "Bushido – Reset" abrufbar. Dafür wurden die Ferchichis von einem Kamerateam zwei Jahre lang begleitet. Bushido und seine Frau Anna-Maria zeigen sich darin sehr emotional. Sie stellen klar, warum sie in Deutschland keine Zukunft mehr für sich als Familie sehen.

Anna-Maria erklärt Schritt zur Auswanderung

Gezeigt wird zu Beginn der Doku die Familie vier Stunden vor ihrer Auswanderung nach Dubai. Anna-Maria erklärt, warum sie letztlich diesen Schritt gegangen sind: "Ich hatte kein schönes Leben hier, es war vorher drangsaliert durch ihn, bestimmt und bevormundet durch Arafat. Danach bestimmt vom Personenschutz. Es war hier keine bombastische Zeit und vorher war mein Leben komplett anders. Ich könnte hier niemals ohne Personenschutz rumlaufen. Das steht aufgrund der Nähe zu den Abou-Chakers außer Frage. Jederzeit kann man sich über den Weg laufen."

Und weiter: "Ich bin sehr gespannt, wenn Anis und ich mal im Alltag allein sind, ohne, dass es Personenschutz gibt, ob er weiterhin das macht, was er hier angefangen hat: sich wirklich um die Familie zu kümmern. Ich habe keine Angst davor, aber das ist etwas, was ich doch beobachte." Sie beschreibt, dass der Künstler jahrelang nicht Teil dieser Familie gewesen sei. Durch seine Therapie würde er es nun allerdings wirklich gut machen. Ob er das aber beibehalte, dies könne Anna-Maria natürlich niemand sagen.

Dann wird der Prozess in der Doku Thema. Von Anfang an wird Bushido hier mit der Kamera begleitet. Dass er nun die Abou-Chakers wiedersieht, sei für Bushido alles andere als leicht gewesen. Der Rapper erklärt: "Ich war vor allem auch negativ aufgeregt, weil ich wusste, dass ich mit diesen Leuten in einem Raum sitze. Es reicht mir schon, dieses Vierer-Gespann zu sehen. Auch wenn sie jetzt erstmal nicht verurteilt sind und vielleicht auch nicht verurteilt werden, sie sind gezwungen da aufzutauchen – und zwar im Vierer-Kollektiv."

Sein Anwalt Steffen Tzschoppe betont: "Er ist es gewöhnt, auf der Bühne zu stehen. Da ist Publikum, das entweder applaudiert oder 'Buh' ruft, hier ist es aber anders. Hier sitzen Richter, die kritisch sein müssen, es kommt auf das an, was du da als Zeuge sagst. Es ist auch wichtig, dass man glaubwürdig ist bei dem, was man von sich gibt. Davon lebt das Geschäft."

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Bushido wird von seinem Anwalt Steffen Tzschoppe bei dem Prozess unterstützt. Bild: imago images/Olaf Wagner

Kurz danach wird die Mutter von acht Kindern gezeigt, die sehr emotional über den Beginn des Prozesses spricht: "Ich bin froh, dass Anis alles sagen kann, dass Arafat ihm zuhören muss, ihn nicht unterbrechen, ihn nicht anschreien kann." Zu diesem Zeitpunkt sind die Drillinge noch nicht auf der Welt, als Bushido meint: "Es geht schon lange nicht mehr nur noch um mich. Wenn es nur um mich gehen würde, hätte man am Anfang alle Sachen ganz anders machen können. Da ist eine Frau, da sind fünf Kinder. Da ist ein Leben, das man sich erhofft und ich will kein Stress mehr haben."

Rückblickend sagt der Rapper: "Natürlich war das früher cool, im Tourbus rumzufahren, irgendwelche kleinen Groupies wegzuhauen. Aber nein, das ist vorbei, das ist eine bewusste Entscheidung gewesen. Du kannst nicht von der ganzen Welt verlangen, dass alle sich verändern und du bleibst gleich, das funktioniert leider nicht."

Mit Blick auf die gemeinsame Vergangenheit mit den Abou-Chakers und dem Prozess stellt Bushido klar: "Ich hoffe auch, dass die Leute dort, die meine Geschichte hören, mitbekommen, dass eben nicht alles in Ordnung war, nur weil ich es mitgemacht, durchlebt oder bis in den August 2017 ausgehalten habe."

Personenschützer spricht über die Zeit mit Bushido

Anschließend kommt in der Doku auch ein Personenschützer zu Wort, der erklärt, was es für eine Familie bedeutet, unter Polizeischutz zu stehen. Er sagt: "Im Bereich der Individualgefährdung gab es durchaus mal Familien, aber über diesen Zeitraum mit Begleitung ist es schon etwas Besonderes gewesen. Er ist als Schutzperson durchaus angenehm gewesen. Er ist normaler und offener als vielleicht eine Schutzperson aus dem diplomatischen Bereich. Wenn man nichts spontan machen kann, muss das furchtbar sein für das Privatleben."

Anna-Maria scheint die Situation besonders mitzunehmen. Sie offenbart: "Meine Belastungsgrenze und das, was man aushalten, ertragen kann und möchte, ist am Limit. Im ersten Jahr des Personenschutzes hatte ich das ganz stark, dass ich mich immer von außen gesehen habe und dachte: 'Krass, ich hatte mal ein ganz normales Leben.' Ich bin viel mit Freunden draußen, Anis nicht. Er war schon immer der Typ, der nicht gerne viel Zeit draußen verbringt, sondern wirklich gerne zu Hause ist."

Für sie sei es besonders hart gewesen. "Ich war ein Jahr kaum fähig, Freunde zu treffen, weil ich dachte, ich kann mich doch nicht über normale Dinge unterhalten", sagt sie. Bushido macht ebenfalls ein emotionales Geständnis: "Ich war und bin bereit, meine Karriere für meine Familie zu opfern. Wenn es sein müsste und nicht anders gehen sollte, würde ich darauf verzichten und sagen: Instagram weg, Musik weg, alles weg."

Für ihn ist ganz klar: "Meine Familie ist wichtiger als alles andere. Ich würde das machen. Ich fühle mich das erste Mal nicht mehr allein, weil ich endlich zu Hause angekommen bin, mit meiner Frau gut auskomme. Auch ihr gegenüber hat sich meine ganze Einstellung geändert. Meine Gefühle sind noch mal intensiver geworden." Er habe zudem mittlerweile auch einen guten Draht zu seinen Kindern. "Das ist das grundlegendste Prinzip, dass dir das Gefühl gibt, nicht allein zu sein", so der Rapper.

Mit Blick darauf, dass er jetzt vor Gericht allumfassend aussagt, meint Bushido: "Ich wollte Arafat Abou-Chaker nicht belasten – egal, was er mir angetan hat. Ich war bereit, es zu tragen und es mit mir ins Grab zu nehmen. Aber als es darum ging, dass er meine Familie anfasst, habe ich gesagt: 'Dann braucht hier keiner denken, dass ich wieder in meine Ecke gehe und den Mund halte, so wie ich es jahrelang gemacht habe. Ist mir scheißegal.' Gewalt gegen mich, Drohungen gegen mich und finanzielle Verluste, die mich betreffen, die trage ich, die kann ich tragen. Aber Gewalt gegen meine Familie von diesen Menschen zu akzeptieren, die noch nie im Recht waren, nein. Nicht mit mir."

In der Doku kommen Bushido auch die Tränen, als er rückblickend über den angeblichen Vorfall am 18. Januar spricht – Anna-Maria hält seine Hand. Nach seiner Zeugenaussage vor Gericht sagt er: "Ich habe es wirklich nochmal erlebt, ich habe die Leute vor mir gesehen, habe gemerkt, als die Tür aufging und Veysel reingelaufen ist, habe diesen Luftzug gemerkt, es war kalt. Ich hätte nicht gedacht, dass mich das noch mal so einholt, dass mich das so belastet."

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