Synchronsprecher Sebastian Fitzner hatte bei Günther Jauch keinen leichten Stand.
Synchronsprecher Sebastian Fitzner hatte bei Günther Jauch keinen leichten Stand.Bild: RTL / Stefan Gregorowius
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Netflix-Synchronsprecher gerät bei "Wer wird Millionär?" in arge Nöte

01.02.2022, 07:16
Simone Deckner

Ein Berliner Synchronsprecher redet sich in der aktuellen Ausgabe von "Wer wird Millionär?" um Kopf und Kragen. Nicht nur, dass er ständig zwischen den Antworten hin- und herspringt, er verspielt auch seine vier Joker leichtfertig. Am Ende reicht es fast wundersam für 16.000 Euro.

Sebastian Fitzner hat einen besonderen Beruf: Er ist Synchronsprecher. "Welchen berühmten Stars leihen Sie denn Ihre Stimme?", will Günther Jauch von seinem Kandidaten in der aktuellen Folge von "Wer wird Millionär?" auf RTL wissen. "Haben Sie Netflix, Herr Jauch?", antwortet der Berliner. Für die Erfolgsserie "Haus des Geldes" ist Fitzner die deutsche Stimme von Rio, dem jungen kriminellen Hacker.

Auch Fitzner selbst muss bei Günther Jauch schon früh beweisen, dass er es drauf hat: Schon bei der 300-Euro-Frage bekommt er Probleme: "Im Gegensatz zu Holzpantinen handelt es sich bei Schuhen mit weicher flexibler Sohle tatsächlich um ...? Duckmäuser, Drückeberger, Leisetreter oder Speichellecker?" Fitzner glaubt, die richtige Antwort zu wissen: Drückeberger! Erst als er sich die Frage noch mal in Ruhe durchliest, bemerkt er seinen Fehler und korrigiert sich hastig: "Entschuldigung, Leisetreter natürlich!" Günther Jauch guckt skeptisch: "Das war knapp!" Fitzner: "Vielleicht sollte man erst die Frage durchlesen und dann reden?" Jauch: "Wär' 'ne Idee!"

"Das ist ja witzlos, so eine Frage für einen Mathelehrer!"

Der nächste Stolperstein folgt schnell: Fitzner glaubt, dass Angela Merkel für einen neuen Rekord im Bundeskanzleramt am Ende "knapp acht Monate" fehlte. Doch das Publikum belehrt ihn eines Besseren: 99 Prozent tippen auf die korrekte Antwort "rund anderthalb Wochen". Bei der 4000-Euro-Frage dann die nächste Hürde. Der Synchronsprecher weiß nicht genau, ob das binäre System wirklich in der Maßeinheit 1 und 0 (korrekt) eingeteilt wird. Er will sich absichern und ruft seinen Telefonjoker an: einen Mathelehrer.

Schon bei der 4.000-Euro-Frage musste Sebastian Fitzner seinen Telefonjoker anrufen.
Schon bei der 4.000-Euro-Frage musste Sebastian Fitzner seinen Telefonjoker anrufen.Bild: RTL / Stefan Gregorowius

Günther Jauch rollt mit den Augen: "Das ist ja witzlos, so eine Frage für einen Mathelehrer!" Der Joker hat dann auch keinerlei Schwierigkeiten, die korrekte Antwort zu nennen. "War das jetzt schwierig?", will Jauch wissen. Der Telefonjoker: "Ein Witz!" Günther Jauch entschuldigte sich bei ihm für die geradezu läppische Frage.

"Man lernt nie aus!"

Danach wird es aber nicht besser: Fitzner schwankt ständig zwischen Lösungsmöglichkeiten hin und her: "Wofür ist Dr. Dre bekannt, außer für seine Musik?" "Für Sneaker", glaubt Fitzner, bevor er erkennt, dass die richtige Antwort "Kopfhörer" lautet. Bei der 16.000-Euro-Frage hat er noch mehr Probleme: "Was sollte laut Fachleuten und Herstellerfirmen alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht werden? A) Dartpfeile B) Skistöcke C) Fahrradhelme oder D) Schwimmflügel?" Fitzner schließt die Fahrradhelme aus: "Die halten auf jeden Fall länger und der Kopf verformt sich ja auch nicht alle drei bis fünf Jahre."

Nachdem er den 50:50-Joker gezogen hat, bleiben als Antworten jedoch nur die Skistöcke und Fahrradhelme übrig. Ein einzelner Publikumsjoker muss weiterhelfen. Der Mann arbeite als Fahrradpolizist und kennt die Lösung: C, die Fahrradhelme müssen wegen äußerer Einflüsse wie UV-Strahlung, Dellen oder Schweiß regelmäßig erneuert werden. Fitzner ist verwundert: "Man lernt nie aus!"

"Lösbare Aufgabe" vergeigt

Bei der 32.000-Euro-Frage ist für den Synchronsprecher dann endgültig Schluss: Die Frage lautet: "Mit welchem Akronym sind vier für den europäischen Warenverkehr bedeutende Hafenstädte in Belgien und den Niederlanden gemeint? Zur Antwort stehen: A) OTTO B) ZARA C) IKEA und D) LIDL." Fitzner hat keine Ahnung und versucht es erst gar nicht, nimmt stattdessen die 16.000 Euro mit nach Hause.

Mehr als 16.000 Euro konnte der Kandidat nicht erspielen.
Mehr als 16.000 Euro konnte der Kandidat nicht erspielen.Bild: RTL / Stefan Gregorowius

Günther Jauch erklärt ihm, dass es sich doch eigentlich "um eine lösbare Aufgabe" gehandelt habe. "Welche bekannten Städte gibt es denn in den Niederlanden?" Fitzner überlegt, sagt dann: "Den Haag?" Jauch schüttelt den Kopf und lacht: "Na ja, es gibt doch Rotterdam, also haben wir da schon das 'R' und dann noch mit 'A'." Fitzner steht noch immer auf dem Schlauch: "Also doch IKEA?" Günther Jauch: "Den Buchstaben 'R' gibt es nicht im Wort IKEA!" Die korrekte Lösung wäre natürlich ZARA gewesen. Der Synchronsprecher ärgert sich nun doch etwas: "Da habe ich vielleicht doch zu schnell aufgeben?!"

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