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Infektiologin Susanne Herold spricht bei "Maischberger" über die Sterblichkeitsrate. Bild: screenshot ard

Expertin erklärt bei "Maischberger" die hohe Sterblichkeitsrate in Italien

Es gibt kein anderes Thema, begann Sandra Maischberger in dieser Woche ihre Sendung. Natürlich geht es um das Coronavirus. "Es ist Ernst", hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer außergewöhnlichen TV-Rede gesagt. Das Coronavirus beherrscht Deutschland. "Es ist die schwierigste Situation seit 1945", gibt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Worte der Kanzlerin wieder.

Susanne Herold ist Infektiologin und spezialisiert auf die Wirkung von Viren auf Lungen, stellt Maischberger sie vor und betont gleich zu Anfang die Wichtigkeit zu wissen, wie viele infiziert sind und will von Herold wissen, "wie viele an dem Virus sterben".

Was wissen wir inzwischen über die Sterblichkeitsrate?

"Die Raten sind zurzeit schlecht zu messen", beginnt die Expertin. Weil sich die Angaben "pro Toten auf die positiv Getesteten beziehen würden", erklärt sie. Das sei deshalb schwierig zu evaluieren, weil die Länder unterschiedlich intensiv testen.

Deshalb ist die Sterblichkeitsrate in Italien relativ hoch: "Weil in Italien wenig getestet wird". Der Nenner sei dadurch niedriger, was die höheren Zahlen erklären würde. In Südkorea dagegen ist die Mortalität geringer, weil viel mehr getestet werde, so Herold. Ebenso bei uns in Deutschland.

Die Mortalität wird aber auch die medizinische Versorgung in den Ländern bedingt. Da spiele auch die Intensiv-Kapazitäten ein, so Herold.

"Bei 10.000 Infizierten und 28 verstorbenen Patienten klingt das von der Sterblichkeit erstmal nicht viel", wirft Maischberger ein. "Ja", erwidert Herold und erwähnt die sogenannte "Lag-Time" - die Zahl hinke hinterher. Herold zeichnet das Verlaufsbild: Bei einer Erkrankung würden die Patienten womöglich erst nach zehn Tagen schwer krank, kämen dann auf die Intensivstation, verbringen dort eine Weile, bis sie der Krankheit erliegen. Dieser Zeitraum zögere eine genauere Bestimmung der Mortalitätsrate hinaus.

Auf eine genaue Zahl will sich Herold dann aber nicht festlegen. Während die Sterblichkeit in Südkorea bei 0,8 Prozent liege, komme Italien auf etwa 4 Prozent. Jedoch lägen wir in Deutschland "deutlich niedriger" als Italien - weil wir so gut vorbereitet sind was die Intensiv-Kapazitäten angehe, so Herold.

(lin)

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