Mit dem Ergebnis einer Publikumsfrage bei "WWM" war Jauch so gar nicht zufrieden.
Mit dem Ergebnis einer Publikumsfrage bei "WWM" war Jauch so gar nicht zufrieden.Bild: RTL

"Wer wird Millionär?": Günther Jauch geht sein Publikum an – "Comedy vom Feinsten"

15.12.2021, 16:45
Andrea Zschocher
Andrea Zschocher
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Renate Muddemann is back! Die 83- Jährige, die in dieser Ausgabe von "Wer wird Millionär?" irgendwie aufgeregter wirkte, animierte Günther Jauch wieder dazu, aus seinem Leben zu erzählen. Dass er früher nicht in Diskotheken reingekommen ist, oder auch, dass er sich wohl relativ gut mit Migräne auskennt. Auf die Frage, welche Krankheit sich mit einer sogenannten Aura ankündigt: A) Migräne, B) Sonnenbrand, C) grauer Star, D) Muskelkater, schien er sofort die Antwort zu wissen. B und C schloss die 83- Jährige eigentlich aus und wünschte sich, dass genau die beim 50:50-Joker rausfallen mögen.

"Aber das bringt Ihnen doch gar nichts", versuchte Jauch zu belehren. Muddemann konterte: Der Moderator solle einfach einen Altersbonus vergeben und "drei wegmachen", statt nur zwei falscher Antworten. "Ja genau, bis 70 gehen immer zwei weg", konterte Jauch lachend. Muddemann kam mit der kleinen Hilfe dann auf die richtige Lösung (A) und als Jauch darüber sprechen wollte, was die Mutter zweier Söhnen und Oma von fünf Enkelkindern mit dem Geld denn anfangen möchte, musste er sich sofort wieder selbst bremsen. "Jetzt verteilen wir das Bärenfell nicht, bevor er erlegt ist", zügelte er sich und die Rentnerin.

Die mit Abstand falscheste Antwort

Die musste für die final erspielte Summe von 32.000 Euro auch noch einiges tun. Die 64.000-Euro-Frage "Was ist der häufigste Grund für die Pannenhilfe-Einsätze der gelben Engel des ADAC?" wollte die Rentnerin eigentlich aus dem Bauch heraus beantworten. Aber ob der hohen Summe traute sie sich nicht zu zocken und rief stattdessen den Schwiegersohn ihrer Schwiegertochter an.

Renate Muddemann erspielte 32.000 Euro.
Renate Muddemann erspielte 32.000 Euro.Bild: RTL

Bei den Antwortmöglichkeiten: A) platter Reifen, B) defekte Autobatterie, C) qualmender Motor oder D) leerer Tank entschied er sich für B. "Nee, das ist Quatsch", konterte Muddemann sofort und erklärte auf Nachfrage, dass sie vom leeren Tank als Grund für die Pannenhilfe überzeugt sei. Aber so viel Zocker-Gen steckte dann doch nicht in ihr, das wirklich auszutesten. Sie stieg aus und konnte froh darüber sein.

Aus Versehen den Gewinn verdoppelt

Moderator Jauch war sich sicher, Antwort D sei die "mit Abstand die falscheste Antwort". So war es auch, denn Antwort B ist tatsächlich korrekt. Verteilen wollte Muddemann das Geld dann trotzdem erst, "wenn es auf dem Konto ist" und sich selbst vielleicht drei Tage Wellnessurlaub gönnen. Bei der Verabschiedung passierte Jauch dann ein ziemlicher Fauxpas. "Sie sind so großzügig", freute sich Renate Muddemann, als der Moderator sie mit dem Hinweis entließ, sie hätte 64.000 Euro statt der tatsächlich erspielten 32.000 Euro gewonnen. Jauch ärgerte sich:

"Oh nein, ich habe spontan verdoppelt!"

Zugleich war er aber froh, dass die ältere Dame ihn nun nicht auf die doppelte Gewinnsumme verklagte. "Ich muss auch mal ins Wellness-Hotel", schloss der Moderator diese Spielrunde ab.

Marvin Hoffmann, 24 Jahre alt und Student und Stand-up-Comedian, versuchte, sich mit Schmeicheleien den Weg in Jauchs Herz zu pflastern. "Sie sehen aber auch wieder fantastisch aus heute", lobte er sein Gegenüber, der lächelnd abwinkte. Es gibt vermutlich keine Schmeichelei, die der Moderator nicht schon mal gehört hat.

Der 65- Jährige interessierte sich sehr für Hoffmanns Comedy-Begabung und wollte wissen, ob er sich auf Auftritte vorbereiten und ein Bühnenprogramm überlegen würde. "Man sollte sich schon überlegen, was man sagt, sonst wird es schlimm für alle Beteiligten", gab der lachend zu und erklärte später, dass er mit seinen Auftritten noch nicht so viel Geld verdient hätte, wie er an dem Abend letztlich gewann.

Wer bekam eine Urkunde?

Bei der 1000-Euro-Frage danach, welche 650.000 Menschen im Herbst 2021 eine unterzeichnete Urkunde vom Innenminister bekommen haben, hatte vor allem Günther Jauch großen Spaß. A) Wahlhelfer, B) Erntehelfer, C) Geburtshelfer, D) Fluchthelfer – Hoffmann hatte keine Ahnung und gab die Frage ans Publikum weiter. Das Ergebnis war irritierend. 66 Prozent stimmten für die Wahlhelfer, 19 Prozent für Antwort B, 5 Prozent für Antwort C und immerhin 10 Prozent glaubten, Fluchthelfer hätten eine Urkunde vom Innenminister bekommen.

Bei der 1000-Euro-Frage kam Marvin Hoffmann ins Straucheln.
Bei der 1000-Euro-Frage kam Marvin Hoffmann ins Straucheln.Bild: RTL

"Ich würde das nehmen, was am Naheliegendsten ist", riet Jauch dem 24-Jährigen. Der war immer noch unsicher und überlegte, ob dieses Jahr Spargel gewachsen war, für dessen Ernte ja oft Spargelhelfenden benötigt wurden. "Nee, Spargel überlegt sich das immer", feixte Jauch und entscheide dann "nur im Schaltjahr" zu wachsen. Der Student entschied sich für die richtige Antwort A und der Moderator zog so richtig vom Leder, vor allem Richtung Publikum.

Comedy vom Feinsten

"Fluchthelfer, Leute" – eine Urkunde von Horst Seehofer sei für die ja sehr unwahrscheinlich. "Wir haben keine Hebammen, nix", regte er sich, zu Recht, weiter auf und schmunzelte ob der Antwort Erntehelfer, bei denen es immerhin noch 19 Prozent für möglich gehalten hatten, dass diese von Seehofer eine Urkunde bekommen hätten. "Was nützt denen ne Urkunde?", schmunzelte Jauch. Diese Antwort von Hoffmann und dem Publikum sei für ihn "Comedy vom Feinsten" gewesen.

Die alte Autogrammkarte, die wohl mal ein Spieler im Escape Room, in dem der Student arbeitet, vergessen hatte, entlockte Jauch dagegen nur ein kleines Lächeln. Er glaubte, jemand habe da ein unterschriebenes Foto aus einer Zeitschrift ausgeschnitten und eigenständig laminiert. Behalten wollte er dieses Relikt aber nicht. Immerhin wissen die Zuschauenden nun: Günther Jauch unterschreibt seine Autogrammkarten selbst und lässt nicht etwa die Unterschrift im Vorfeld mit aufdrucken. Das war dem Moderator schon wichtig klarzustellen.

Günther Jauch bekommt eine alte Autogrammkarte von sich gezeigt.
Günther Jauch bekommt eine alte Autogrammkarte von sich gezeigt.Bild: RTL screenshot

Wellnessauszeit für Jauch?

Marvin Hoffmann will seinem Gewinn, immerhin 32.000 Euro, vor allem in hochwertigere Dinge investieren. "Ich hätte gern bessere Handtücher", gesteht er Jauch. Mit den Worten "Danke Ihnen für die Gastfreundschaft" verabschiedet sich der 24-Jährige auch ausgesprochen höflich vom Gastgeber.

Der letzte Gast des Abends, Physiker Prof. Dr. Claus Ropers, hat mit seinem Team das schnellste Elektrodenmikroskop der Welt gebaut und kam mit einer zehn Jahre alten Orange auf den Stuhl. Die sollte sein Glücksbringer sein, am Ende der Sendung nahm Jauch sie aber an sich. Genauso, wie er nicht schüchtern ist, Mitbringsel für sich zu akquirieren, so verortete er der Kandidaten auch einfach in den Niederlanden, obwohl der in Niedersachsen geboren war.

Vielleicht ist das mit dem Wellness-Hotel ja doch keine schlechte Idee, all die "Wer wird Millionär?"-Abende, die schlauchen doch ganz schön. Aber noch ist Jauch, trotz der Medienkompetenz, weit davon entfernt, unter der sogenannten "Stewardessenkrankheit" zu leiden. Wer das tut, muss welchen Arzt aufsuchen?

  • A) Internist
  • B) Orthopäde
  • C) Hautarzt
  • D) Zahnarzt
Physikprofessor Dr. Claus Ropers neben Günther Jauch.
Physikprofessor Dr. Claus Ropers neben Günther Jauch.Bild: RTL

Prof. Dr. Ropers hatte keine Ahnung, eine Dame aus dem Publikum aber diese Krankheit als Teenagerin mal gehabt. Es handelt sich um eine Dermatitis, die vermutlich aufgrund von Überpflegung der Haut auftritt. Wieder was gelernt.

Na, die werden sich freuen

Von seinem Gewinn, 64.000 Euro, möchte Ropers sein altes Hobby Astrofotografie wieder aufleben lassen und sich entsprechendes Equipment kaufen. Was er denn für seine Frau und die Tochter kaufen möchte, wollte der Moderator wissen. Es sei aber auch Geld für eine "Teleskopkuppel auf dem Dach" übrig, erwiderte Ropers direkt. "Na, da freuen die sich aber", konterte Jauch trocken.

"Die mussten ja auch nicht schwitzen hier", gab der Kandidat zu bedenken. Am Ende ist es ja immer eine individuelle Entscheidung, wer was mit seinem Geld anstellt. Und wer weiß, vielleicht leistet sich Student Marvin Hoffmann ja nicht nur neue Handtücher sondern nächstes Jahr auch ganz exklusiven Spargel.

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