"DSDS" und "Das Supertalent" finden bei RTL künftig ohne Dieter Bohlen statt. Bild: TVNOW/ Stefan Gregorowius

RTL-Chef stellt klar: Darum flog Bohlen wirklich bei "DSDS" raus

Mit der Meldung, dass "DSDS" und "Das Supertalent" ab der jeweils nächsten Staffel ohne Dieter Bohlen auskommen werden, sorgte RTL vor einigen Wochen für einen Paukenschlag. Schnell war klar, dass die Trennung von dem Sender ausging, über die genauen Gründe konnte zunächst einmal aber nur spekuliert werden.

Im März äußerte sich dann schließlich der Poptitan persönlich und teilte seine Einschätzung bei Instagram: "RTL will einfach einen neuen Weg gehen, familienfreundlicher. Da hat so ein Revoluzzer, der immer ein bisschen auf die Kacke haut, wie ich, eben nichts mehr zu suchen."

Nun äußerte sich Bernd Reichart, Chef der Mediengruppe RTL Deutschland, im Interview mit der "Wirtschaftswoche" näher zu dem Thema. Dabei widerspricht er Bohlen zumindest in Teilen.

RTL-Chef spricht Klartext zu Bohlen-Aus: Sinkende Einschaltquoten bei "DSDS"

"'Deutschland sucht den Superstar' zu erneuern ist eine Entscheidung fürs Format, nicht gegen Protagonisten", bekundet Reichart zunächst, als er im Gespräch mit den vorausgegangenen Bohlen-Aussagen konfrontiert wird. Die Zeit sei gekommen, "Gewohntes infrage zu stellen", und zwar "nicht nur im Programm".

Jurymitglied Dieter Bohlen beim Recall im Kloster Bronnbach.

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Hier ist Dieter Bohlen bei einer seiner letzten "DSDS"-Shows im Kuhstall zu sehen. Bild: TVNow / Stefan Gregorowius

Reichart verweist auf die zuletzt sinkenden Quoten – eine Entwicklung, die auch Bohlen nicht verhindern konnte:

"'DSDS' hat auf hohem Niveau nach und nach Marktanteile verloren. Deshalb bekommt die Sendung ein neues Konzept und eine neue Jury."

Dass der Sender eine familienfreundlichere Entwicklung einschlagen möchte, stimmt hingegen offenbar. So ergänzt der RTL-Chef: "Bei allen gesellschaftlichen Spaltungstendenzen registrieren wir einen zunehmenden Wunsch nach Gemeinschaft und Nähe."

Reichart erklärt, dass sich "Befinden und Bedürfnisse der Menschen" ändern und RTL eben auch darauf eingehe: "Wir prüfen ständig, ob wir den Nerv unseres Publikums treffen und abbilden, was die Menschen begeistert und bewegt."

Bohlen hatte im März auch ausgeführt, dass es bei seiner Entlassung nicht um Geld ging und widersprach damit vorherigen Gerüchten, wonach die Gehaltswünsche des 67-Jährigen ein wesentlicher Faktor gewesen sein sollen. Er sei bei einem mutmaßlichen Meeting auch "nicht ausgerastet". Zu diesen Punkten äußert sich Reichart im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" gar nicht. Stattdessen bekräftigt er noch einmal: "Wir setzen auf positive Unterhaltung, auf großes, innovatives Familienfernsehen."

Offiziell ist noch nicht bekannt, wer bei der kommenden "DSDS"-Staffel hinterm Jury-Pult Platz nimmt. Laut einem "Bild"-Bericht hat RTL unter anderem Nico Santos angefragt, der zuletzt bei "The Voice of Germany" Talente unter die Lupe nahm. Ein Show-Mitarbeiter offenbart im Artikel zudem ein klares Ultimatum seitens RTL: "Wenn die nächste Staffel floppt, wird die Marke beerdigt."

(ju)

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