Auch, wenn schief gesungen wurde, schunkelten sie freundlich mit in ihrem Glaskasten: Toby Gad, Ilse DeLange und Florian Silbereisen (v.l.) bei ihrem ersten "DSDS"-Casting.
Auch, wenn schief gesungen wurde, schunkelten sie freundlich mit in ihrem Glaskasten: Toby Gad, Ilse DeLange und Florian Silbereisen (v.l.) bei ihrem ersten "DSDS"-Casting.bild: rtl

Zum Neustart: RTL schafft charakteristische "DSDS"-Tradition ab

23.01.2022, 22:1823.01.2022, 22:19
Charlotte Zink

Neue Staffel, neue Jury und erstaunlich neue Töne! Bei RTL sind am Samstagabend zum 19. Mal die Castings der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) gestartet. Und das zum ersten Mal ohne Pop-Titan Dieter Bohlen in der Jury. Stattdessen lauschten Schlager-Barde Florian Silbereisen, Country-Sängerin Ilse DeLange und Produzent Toby Gad Deutschlands Hobby-Sängerinnen und Sängern.

Was dabei auffiel: Der Neustart, den RTL mit der 19. Staffel wagte, fiel ziemlich radikal aus. Zunächst einmal sind da die Äußerlichkeiten. So werden in diesem Jahr bereits am Ende jeder Casting-Folge bereits diejenigen ausgewählt, die mit in den Auslands-Recall nach Italien dürfen. Insgesamt werden das nur 25 Talente sein. Der Recall zwischen Casting und Auslands-Recall fällt damit weg.

Gelber Recall-Zettel war gestern

Darüber hinaus finden die Castings in einem gläsernen Container statt, der in den Innenstädten von Wernigerode oder Burghausen aufgestellt war. Wie im Zoo scharten sich Neugierige um die Fenster und schauten dem Casting-Prozess live zu. Ebenfalls neu: Der auf flatteriges, hellgelbes Papier gedruckte Recall-Zettel, der 18 Jahre lang so heiß begehrt war, wurde in der neuen Staffel abgelöst. Es scheint, als habe RTL neben der neuen Jury und dem gläsernen Container auch in ein Laminier-Gerät investiert: Wer überzeugt, bekommt von nun an einen in robustes Plastik gefasstes Papier überreicht. Abwaschbar und faltenfrei.

Lia Schäfer aus Landau überzeugte nicht die komplette Jury gleichermaßen, aber Toby Gad ließ sich am Ende umstimmen, sie kam weiter.
Lia Schäfer aus Landau überzeugte nicht die komplette Jury gleichermaßen, aber Toby Gad ließ sich am Ende umstimmen, sie kam weiter. BIld: RTL

Bei "DSDS" weht ein neuer Wind

Apropos Falten: Der Abtritt Bohlens nach 18 Jahren wurde am Samstagabend nicht mit einem Wort erwähnt. Dass im Casting-Studio nun ein neuer Wind weht, wurde aber auch so unmissverständlich deutlich. Und nicht nur, weil Bohlens oft unter der Gürtellinie zielende "Schnuckelhase"-Kommentare nun der Vergangenheit angehören. Generell scheint sich der Ton geändert zu haben. „Das war lustig, schön war’s nicht, finde ich!“, sagte der neue Chefjuror Silbereisen beispielsweise ganz handzahm, zu Kandidat Roberto, der einen selbstgeschriebenen Party-Song vorsang, der aus genau fünf Worten bestand.

Nur wenig schärfer fiel der Ton gegenüber der 21-jährigen Jessica aus, die gesangstechnisch bemerkenswert talentfrei war. Silbereisen kommentierte: "Wesentlich schiefer kann man kaum singen." Kratzbürstiger wurde es nicht. Auch DeLange und Gad hielten es am Samstagabend freundlich. Selbst gegenüber der 21-jährigen Melanie, deren Gesang so unschön war wie sie selbst sympathisch, fanden beide Juroren aufbauende Worte. "Eine Energie-Bombe bist Du!", kommentierte die Country-Sängerin. Gad fügte hinzu: "Sehr unterhaltsam, sehr liebenswürdig, ein wenig eindimensional."

Abigails Gesang rührte Ilse DeLange zu Tränen.
Abigails Gesang rührte Ilse DeLange zu Tränen. bild: rtl

Ilse DeLange zu Tränen gerührt

Tatsächlich war das Niveau der vorgestellten Talente in der ersten "DSDS"-Folge bemerkenswert hoch. Von 14 Sängerinnen und Sängern überzeugten stolze neun und bekamen einen laminierten Recall-Zettel. Fünf von ihnen wurden schließlich auch zum Auslands-Recall eingeladen. Die 17-jährige Abigail, die Ilse DeLange mit ihrer stimmgewaltigen Performance zu Tränen rührte, bekam sogar Silbereisens goldene CD und damit ein Direktticket nach Italien. Neben dem großartigen Gesang habe sie besonders gerührt, wie Abigails Mutter ihrer Tochter hinter der Glasscheibe zugehört habe, so DeLange. "Wahnsinn!", schwärmte Silbereisen und ging vor der Schülerin auf die Knie.

Schluss mit Extrem-Bloßstellen

Das hohe Niveau führte jedoch nicht nur zu rührseligen Szenen wie diesen. Es rückte bei "DSDS" auch das mehr in den Fokus, worum es in der Show eigentlich gehen sollte: Gesangstalente. Das war traditionell bei "DSDS" anders. Mit Montagen, hämischen Kommentaren aus dem Off und einer Top-Liste der schlechtesten Teilnehmer wurden damals noch regelmäßig Sängerinnen und Sänger bloßgestellt. Zugegebenermaßen: Neben Phänomenen wie Menderes bescherte das auch einige komische Momente…

Aber trotz all der Neuerungen, an einer Stelle blieb RTL so eingestaubt wie immer: Bei einigen Kandidatinnen schwenkte die Kamera ganz so wie früher immer schön langsam an den Beinen hoch, um den Körper ganz genau abzubilden. Relevant für die Gesangsperformance? Wohl kaum! Vielleicht sollte die Regie auch hier mal ein paar neue Regeln aufschreiben – und für die Crew gerne auch wetterfest laminieren.

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