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"ZDF Magazin Royale": Böhmermann provoziert mit Vergleich zwischen CDU und AfD

Jan Böhermann beschäftigt sich im "ZDF Magazin Royale" diesmal mit Imagefilmen.
Jan Böhermann beschäftigt sich im "ZDF Magazin Royale" diesmal mit Imagefilmen. Bild: ZDF
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"ZDF Magazin Royale": Böhmermann zieht Parallele zwischen AfD und CDU

23.09.2023, 07:51
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In dieser Ausgabe widmet sich das "ZDF Magazin Royale" der Marketingabteilung, die für schicke Imagefilme deutscher Städte und Bundesländer zuständig ist. Was genau hinter diesen PR-Kampagnen stecken könnte, diskutiert Jan Böhmermann heute im Studio.

Die CDU beispielsweise wirbt jetzt mit einem neuem Logo und hat dafür in den letzten Tagen viel Spott bekommen. Zukünftig wird die Volkspartei statt Rot einen schwarzenSchriftzug verwenden. Links daneben wird ein Symbol mit drei Balken in den Farben Schwarz-Rot-Gold präsentiert, die eine steigende "Deutschland-Kurve" symbolisieren.

Der Hintergrund wird in der neuen Parteifarbe Türkis gestaltet, die vom CDU-Generalsekretär in einem Einspieler als "Cadenabbia Türkis" vorgestellt wird. "Hilft eine neue fancy Farbe tatsächlich gegen unsere politische Orientierungslosigkeit?", fragt Moderator Jan Böhmermann. Dabei bezieht er sich auf die neuesten Umfrage-Ergebnisse, die ergaben, dass die AfD derzeit die zweitstärkste Kraft ist. Eine Partei mit rechtsextremen Tendenzen.

"Du bist Deutschland"

Böhmermann hat heute Deutschlands PR und Marketing ins Visier genommen. Stellt der Bund jedes Mal einen Imagefilm vor, wenn die politische Lage angespannt ist? Im Jahr 2005 wurde die "Du bist Deutschland"-Kampagne gestartet, bei der verschiedene Prominente wie Xavier Naidoo ihre Begeisterung für die Bundesrepublik Deutschland in einem Imagefilm zum Ausdruck brachten. Die Kampagne zielte auf ein positives Denken und auf ein neues deutsches Nationalgefühl ab.

Gemäß Recherchen des "Spiegel" lässt sich der Ursprung des Slogans "Du bist Deutschland" auf eine Verbindung zum Nationalsozialismus zurückführen.

Seitdem haben die Imagefilme nie aufgehört. Bundesländer, Metropolregionen und Städte veröffentlichen regelmäßig Imagefilme, die darauf abzielen, ausländische Investoren in die Region zu ziehen.

Nichtssagende Slogans für deutsche Imagefilme

Die Filme wurden professionell produziert und haben das Ziel, die Besonderheiten der jeweiligen Regionen hervorzuheben. Dennoch sind sie nicht besonders überzeugend. Slogans wie "MV – tut gut", "Baden-Württemberg – THE LÄND" oder "Erzgebirge = Gedacht. Gemacht", vermitteln keinerlei Informationen über die Orte, und die Imagefilme, die in der Sendung gezeigt wurden, wirken eher beschämend als einladend.

Im Imagefilm von Brandenburg versucht ein Boomer-Rapper den Ort hinter Berlin in ein cooles Licht zu rücken, scheitert dabei jedoch kläglich. Solche Werbekampagnen verschlingen beträchtliche Summen, wie beispielsweise die "MV – tut gut"-Kampagne, die das Land jährlich satte 2,3 Millionen Euro kostet. Böhmermann lässt es sich nicht nehmen, sich darüber lustig zu machen:

"Brandenburg ist Deutschland und Deutschland ist offensichtlich lost, wenn wir das danach beurteilen, was unsere Marketing- und PR-Genies für einen Mist an Metropolregionen, Bundesländer und Parteien verkaufen."

Parallelen zwischen CDU und AfD

Die Tatsache, dass Böhmermann sich heute die Imagefilme näher angesehen hat, dürfte in Verbindung mit der falschen Kuppel im Imagefilm der CDU stehen. Statt des Reichstags wurde irrtümlicherweise ein Gebäude aus Georgien in einem CDU-Imagevideo gezeigt. Dies führte zu viel Spott und Häme gegenüber der Union. Aber auch das neue Parteilogo der CDU, das eine Welle aus drei Balken darstellt, wurde in den letzten Tagen diskutiert.

In der heutigen Sendung wagt Böhmermann sogar eine Verknüpfung der Logos der AfD und der CDU. "Das könnte das fehlende Puzzlestück sein", kommentiert er und deutet auf eine mögliche politische Ähnlichkeit zwischen den beiden Parteien hin.

Böhmermann verspottet PR und Marketing

PR und Marketing kann funktionieren, ist aber in Deutschland eher schwierig, so Böhmermann. "Zwei Schaufeln Hochtechnologie, ein bisschen frech, aber nicht zu frech, wir wollen ja niemanden verschrecken. Ein paar charakterlose Fonts drüber knallen, ganz viel Stock Footage, vielleicht aus Georgien, ein englischer Slogan, der nach Diversität riecht, aber gar keine Diversität aussagt, vielleicht ein Rap", führt er weiter aus.

Die perfekte Werbung für alle im Ausland: "Kommt nach Deutschland liebe Facharbeiterinnen und Facharbeiter, das Land, das politische Probleme tiefenwirksam löst mit PR und Marketing."

Böhmermann verdeutlich erneut seine Vermutung bezüglich der Imagefilme. Immer dann, wenn es in der politischen Landschaft brenzlig wird, taucht ein neuer Imagefilm auf. Abschließend sagt er: "Denn wir Deutschen lieben ausländische Investorinnen und Investoren. Wir wollen zwar euer Geld, aber können leider auch trotz der Millionen Euros, die wir für unsere hochglänzenden Marketing und PR-Kampagnen ausgeben, nicht verstecken, was wir von euch Ausländern wirklich halten." Danach läuft ein Video, auf dem Nancy Faeser verkündet, dass die irreguläre Migration reduziert werden soll.

Können Marketing-Filme die deutsche Politik retten? Er bejaht seine eigene Frage mit ironischem Unterton, während auf dem Bildschirm gezeigt wird, dass die AfD derzeit die zweitstärkste politische Kraft in Deutschland ist.

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