Elon Musk wird Mobbing gegen eine Twitter-Beschäftigte vorgeworfen.
Elon Musk wird Mobbing gegen eine Twitter-Beschäftigte vorgeworfen.Bild: MAXPPP / Sébastien Muylaert

"Mobbing keine Führungsstärke": Harte Kritik an Elon Musk nach Attacken auf Twitter

28.04.2022, 18:5529.04.2022, 12:27

Angesichts der geplanten Übernahme durch den Tech-Milliardär Elon Musk macht sich Twitters Chefjuristin Vijaya Gadde laut einem Medienbericht große Sorgen um die Zukunft des Kurznachrichtendienstes. Und weil Musk das nicht unkommentiert stehen lassen wollte, sieht sich Gadde jetzt mit einer Welle beleidigender und rassistischer Kommentare konfrontiert.

Laut der US-Tageszeitung "Politico" hatte die Juristin kürzlich in einem Twitter-internen Meeting "große Unsicherheiten" bezüglich der Zukunft des Unternehmens unter Musk geäußert. Sie sei sehr besorgt gewesen und hätte die Tränen nicht zurückhalten können, schreibt "Politico". Die Reaktion des meinungsstarken Multimilliardärs ließ nicht lange auf sich warten.

Zunächst reagierte Musk indirekt mit einem Kommentar unter dem Tweet des konservativen Journalisten Saagar Enjeti. Der bezeichnet die Twitter-Juristin als "Top-Zensur-Anwältin" und wirft ihr vor, die "Hunter-Biden-Laptop-Story zensiert" zu haben.

Zum Hintergrund: Enjeti bezieht sich damit auf eine alte Kontroverse aus dem US-Präsidentschaftswahlkampf 2020. Die Zeitung "New York Post" hatte damals über Joe Bidens Sohn Hunter berichtet, er habe Geschäftspartnern Treffen mit seinem Vater angeboten. Laut "New York Post" sollen Daten auf Hunter Bidens Laptop das beweisen.

Daraufhin hatte Twitter den Account der Zeitung gesperrt. Es sei verboten, unrechtmäßig beschaffte Inhalte über die Plattform zu verbreiten, so die Begründung. Nach einer öffentlichen Empörungswelle machte Twitter die Entscheidung jedoch rückgängig. Firmenchef Jack Dorsey entschuldigte sich öffentlich und Chefjuristin Vijaya Gadde kündigte anschließend an, Twitter werde sein Vorgehen in solchen Fällen künftig ändern.

Vorwurf: "Linke Voreingenommenheit"

"Den Twitter-Account einer großen Nachrichtenorganisation zu sperren, weil sie eine wahre Geschichte veröffentlicht hat, war offensichtlich unglaublich unangemessen", antwortete Musk auf den Tweet von Enjeti. Wenig später legte Musk dann gegen Twitters Juristin Gadde nach: Der Unternehmer teilte ein Meme über "Twitter's left-wing-bias" ("Twitters linke Voreingenommenheit"), auf dem ein Bild der Juristin zu sehen ist.

Gadde wurde daraufhin von vielen Twitter-Usern heftig angefeindet. Neben dem Hohn über ihre Tränen beim Meeting hagelte es auch zahlreiche rassistische Beleidigungen, von denen einige mittlerweile gelöscht wurden.

Musk, der bei Twitter über 80 Millionen Follower hat, wird vorgeworfen, schuld an den Anfeindungen gegen Gadde zu sein. "Mobbing hat nichts mit Führungsstärke zu tun", schreibt der frühere Twitter-Chef Dick Costolo an den Tech-Milliardär gerichtet, der sich in der Übernahme-Vereinbarung angeblich dazu verpflichtet haben soll, Twitter oder dessen Vertreter nicht zu verunglimpfen.

Musk verteidigte sich daraufhin gegen den "Mobbing"-Vorwurf. Er wolle bloß, dass Twitter politisch neutral sei, antwortet er Costolo. Schon zuvor hatte Musk angekündigt, dass die Plattform unter seiner Führung Beiträge weniger stark moderieren werde.

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