Bushido sagte an 25 Tagen im Abou-Chaker-Prozess aus.
Bushido sagte an 25 Tagen im Abou-Chaker-Prozess aus.Bild: imago images/Olaf Wagner
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Ashraf Remmo beim Bushido-Prozess im Zeugenstand: "Ich wollte mich nicht einmischen"

18.08.2021, 18:1620.08.2021, 13:58

Beim 44. Prozesstag gegen Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder stand die Fortsetzung der Zeugenaussage von Ashraf Remmo auf dem Plan. Am Montag stellte er sich als Musikberater, Musikbetreuer vor, der auch in der Vergangenheit für Massiv tätig gewesen sei. Er erklärte, dass er die Angeklagten und Bushido seit Jahren kenne. Mit Anis Ferchichi, wie der Rapper mit bürgerlichem Namen heißt, habe er geschäftlich zu tun gehabt. Für seine Managertätigkeiten soll er 20 Prozent erhalten haben. Der "Ronin"-Interpet meinte bereits in einer seiner Aussagen, dass ihn der 39-Jährige von Juni 2018 bis Januar 2019 unterstützt habe.

Ashraf sprach auch über das Verhältnis zwischen Bushido und Arafat und über die Zeit des Bruchs. Er sagte aus, dass die geschäftliche Trennung der beiden zäh verlaufen sei. Er habe sich dabei nicht eingemischt. Bei einem Treffen der zwei sei er nie anwesend gewesen. Den beiden habe er geraten, dass sie sich zur Klärung rechtlich beraten lassen sollten. Sie seien nicht abgeneigt gewesen. Warum es jedoch nicht dazu gekommen sei, wisse er nicht. "Es gab immer Reibereien zwischen den beiden", so Ashraf bei seiner ersten Zeugenaussage.

Darum geht es im Prozess
Laut Anklage soll es zu Straftaten gekommen sein, nachdem Bushido 2017 die geschäftlichen Beziehungen auflösen wollte. Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert, heißt es in der Anklageschrift. Der Rapper sei bedroht, beschimpft, eingesperrt und verletzt worden. Die Brüder im Alter von 39, 42 und 49 Jahren sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt.

180.000 Euro seien "in diesem Geschäft" nicht viel

Auch am Mittwoch ging es wie bei vielen anderen Prozesstagen verspätet los. Richter Martin Mrosk stellte dazu fest: "Bitte den Zeugen hereinrufen, wir schaffen es nie pünktlich." Zu Beginn stellte die Kammer Fragen an Ashraf Remmo, der nun zum zweiten Mal im Abou-Chaker-Prozess aussagte. Dabei ging es auch um die 180.000 Euro, die laut Anklage von Rommel ohne das Wissen von Bushido vom Firmenkonto abgehoben worden sein sollen, um es Arafat zu überreichen. "In diesem Geschäft sind 180.000 Euro nicht viel", erklärte der Musikmanager. Er meinte jedoch, dass das für ihn auch eine große Summe sei. Als es um weitere Fragen ging, erhitzte sich die Stimmung im Saal. Ashraf wies auf die Formulierungen der wiederkehrenden Fragen hin. Nachdem er sich mit seinem Zeugenbeistand beraten hatte, stand er wieder Rede und Antwort.

Schließlich ging es um den Song "Mephisto", indem der Rapper mit seinem einstigen Geschäftspartner abrechnete. Die Kammer wies darauf hin, dass sich Bushido laut seiner Aussage keine Sorgen gemacht habe, als dieser veröffentlicht wurde, da er von Ashraf gemanagt worden sei. Dazu sagte der 39-Jährige nun: "Wenn er der Meinung war, ich bin nicht der Meinung, dass man mich so sehen kann."

Wirbel um neue Tonaufnahme beim Bushido-Prozess

Die Oberstaatsanwältin sprach weiter über eine Audiodatei, die es zwischen Ashraf und Arafat aus dem Jahr 2018 geben würde. Petra Leister erkundigte sich nach dem Einverständnis, diese vor Gericht zu verwenden. Scheinbar wurde der Zeuge dabei nicht mit einbezogen, denn sein Anwalt betonte: "Es gelten auch die Rechte meines Mandanten." Er sei nämlich nicht damit einverstanden. Im Zuge dessen sprach Ashraf dann auch von einer weiteren Tonaufnahme, auf der ein Gespräch zwischen Fler und Arafat zu hören sei, die auf Youtube geleakt worden wäre. "Darin wurde über mich und meine Familie abfällig gesprochen", gab der 39-Jährige hierzu an. Weitere Details des Gesprächs kamen nicht zur Sprache.

Als es um die damalige Zusammenarbeit mit Bushido und Capital Bra ging, grätschte der Zeugenbeistand rein und betonte: "Das sind Geschäftsgeheimnisse meines Mandanten. Er ist nicht hier, um Auskunft über das Rapgeschäft zu geben." Die Staatsanwältin sah das allerdings anders und sagte: "Es geht darum, wie Sie geschäftlich verbunden waren." Die Zusammenarbeit mit Bushido habe laut des Musikberaters schnell begonnen und auch schnell geendet. Als möglichen Grund für den Bruch zwischen Bushido und Arafat fügte er hinzu: "Es ging um alles im Leben. Anis und Arafat waren nicht abgeneigt, sich zu trennen. Ich wollte mich nicht einmischen." Es seien wohl viele Sachen gewesen, die zur Trennung geführt hätten. Er habe sich nicht aufgedrängt.

Geplante Entführung? Warum Bushido die Polizei einschaltete

Leister fragte Ashraf noch, ob Bushido bei einem Treffen im Januar 2018 erzählt habe, ob er das Land verlassen wolle. Ashraf meinte sich zu erinnern, dass er nach Südafrika geflogen sei. "Anis trifft sehr kurzfristige Entscheidungen", so der Musikmanager. Darüber hinaus ging es in der Verhandlung auch noch um eine angeblich geplante Entführung von Bushidos Ehefrau Anna-Maria Ferchichi und ihren gemeinsamen Kindern. Ashraf erzählte dazu, dass der Rapper gesagt habe: "'Wenn es das ist, was ich befürchtet habe, muss ich eine Anzeige machen. Wenn es ernst ist, muss ich eine Entscheidung treffen. Es heißt, vielleicht habe ich Polizeischutz.‘" Seitdem Ashraf und Bushido geschäftlich getrennte Wege gehen, hätten sie nur noch selten geschrieben, sich ein, zwei Mal gesehen.

Am Mittwoch wird Ashraf seine Aussage fortsetzen. Zum Schluss wurde übrigens klar, dass der Prozess auch im nächsten Jahr noch weiter läuft und somit nicht mehr 2021 mit einem Urteil gerechnet werden kann. Weitere Verhandlungstage sind nämlich bereits bis Ende Januar 2022 gesetzt.

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