Im letzten Jahr kämpften die Teilnehmer:innen noch in Schweden, dieses Jahr auf der Insel San José in Panama.
Im letzten Jahr kämpften die Teilnehmer:innen noch in Schweden, dieses Jahr auf der Insel San José in Panama.bild: youtube / Fritz Meinecke
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Unfälle bei "7 vs. Wild": Drohen Fritz Meinecke Konsequenzen? Anwalt ordnet ein

21.11.2022, 13:18

Sieben Youtuber:innen, allein für sieben Tage auf einer einsamen Insel: Das ist das Konzept hinter Fritz Meineckes "7 vs. Wild". Wie gut die teilnehmenden Person mit der völligen Isolation zurechtkommen und sich in der Wildnis behaupten können, macht bei der Survival-Show den Unterhaltungsfaktor aus.

Doch auf welche Weise kann die Produktion die Sicherheit der Teilnehmenden garantieren? Was, wenn in dieser absoluten Ausnahmesituation doch etwas Schlimmeres passiert? Der Anwalt Christian Solmecke schaut auf seinem Youtube-Kanal genauer hin, wenn Haie vor der "7 vs. Wild"-Küste gesichtet werden oder giftige Bäume ins Spiel kommen und klärt auch die Frage nach der potenziellen Verantwortung im Ernstfall.

"7 vs. Wild": Wer trägt in Panama die Verantwortung?

Schon mehrfach kam es bei "7 vs. Wild" zu brenzligen Szenen. Kandidat:innen brachten sich manchmal mit Absicht, teils aber auch unbewusst in Gefahr. Wissbegierige Fans schickten dem Anwalt Christian Solmecke von WBS Legal die Szenen, in denen sich die Teilnehmenden sogar in potenzielle Lebensgefahr brachten.

Die Fragen dahinter: Wer steht in der Verantwortung, sollte Knossi und seinen Kolleg:innen auf der einsamen Insel wirklich etwas zustoßen?

Eine eindeutige Antwort hat auch der Kölner Rechtsanwalt nicht. Am Beispiel Knossi versucht Solmecke auf Youtube aber seine Sicht auf die Dinge zu erklären. Zur Erinnerung: Knossi wurde von der Produktion 200 Meter vor der Küste über dem Wasser abgesetzt und musste sich selbst an Land retten.

"Für Knossi war das ganze ein Todeskampf", stellt der Anwalt fest und auch Knossi selber gibt schon am Strand angekommen zu, "fast abgenibbelt" zu sein – Glück für die Produktion, dass der Webvideo-Produzent sich dabei nichts getan hat, findet der Rechtsexperte, denn – und das fragen sich auch viele Fans –, wem obliegt die Haftung im Falle eines Unfalles oder Schlimmerem?

Fahrlässigkeit vs. Aufklärungspflicht

"Man kann nicht sagen 'Wir übernehmen für all das keine Haftung'", erklärt Solmecke die Rechtslage. Er sieht den Fokus daher auf der Fahrlässigkeit. Bei Unfällen kann sich die Produktion sehr wohl schadensersatzpflichtig machen, nämlich dann, "wenn sie grob fahrlässig gehandelt haben". Einen wenig trainierten Menschen so weit weg vom Land ins Wasser zu werfen, hält Solmecke für eben das, grob fahrlässig, und sieht deshalb die potenzielle Schuld bei Fritz Meinecke und seiner Produktion.

"Anders sieht es aus, wenn Youtuber selbst Fehler machen", stellt Solmecke hingegen fest. Denn unterrichtet die Produktionsfirma ihre Kandidat:innen im Vorfeld über lauernde Gefahren, liegt die Verantwortung am Ende bei den Teilnehmenden selbst.

Jagen, sammeln, Bäume fällen – ist "7 vs. Wild" Deutschland-tauglich?

Die Teilnehmenden bei "7 vs. Wild" kämpfen auf einer Privatinsel in Panama ums nackte Überleben, deshalb ist die Gesetzeslage eine völlig andere als in Deutschland. Würde man aber ein ähnliches Projekt hierzulande durchführen wollen, herrschen andere Regeln als auf der mittelamerikanischen Insel.

Zum Beispiel ist Wildcampen in Deutschland ausdrücklich untersagt. Möchte man dennoch eine Nacht im Freien verbringen, weist Anwalt Christian Solmecke auf ein Schlupfloch im Forstgesetz hin: "Herzlichen Glückwunsch, liebe Leute, es gibt kein ausdrückliches Verbot, ohne Zelt zu campieren." Auch generelle Erholung ist in deutschen Wäldern kein Problem – sogar, wenn es sich um ein privates Grundstück handelt, darf man es betreten.

Kommt man nun aber auf die Idee, sich dabei ein Floß bauen zu wollen und zieht dazu das Fällen eines Baumes in Betracht, weiß Solmecke hier: "Wenn man ohne Einwilligung des Eigentümers einen fremden Wald betritt, dann hat man sich als Besucher so zu verhalten, dass der Wald so wenig wie möglich beeinträchtigt wird." Genauer gesagt bedeutet das, der Wald darf nicht "gefährdet, geschädigt, verschmutzt" werden. Das Fällen von Bäumen geht in deutschen Wäldern also nicht.

Hohe Strafen für Verstöße

Zwar sind auch Knossi und seine Mitstreiter:innen noch nicht auf die Idee gekommen, doch was Tiere töten in freier Wildbahn betrifft, sind sich die Bundesländer einig. Mit Berücksichtigung der Tier- und Naturschutzgesetze gilt: "Jagd darf in Deutschland nur derjenige ausüben, der einen Jagdschein hat."

Alles in allem lässt sich aber sehr wohl auch in deutschen Wäldern eine Art "7 vs. Wild" veranstalten – solange man sie stehen lässt. "Bußgelder bis zu 100.000 Euro" winken, sollte man zum Beispiel unerlaubterweise ein Feuer anzünden. Doch variieren die Gesetze unter den Bundesländern. Bei einem privaten "7 vs. Wild" sollte man also lieber vorher noch einmal einen Blick in das jeweilige Landesforstgesetz werfen.

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