Wirtschaft
Eine Diesel-Zapfpistole steckt in einem Fahrzeugtank. | Verwendung weltweit

Bild: dpa

Nachrüsten oder Softwareupdate? Ministerin will im Streit um Fahrverbot umrüsten

Bundesumweltministerin Svenja Schulze dringt in der Debatte um Fahrverbote auf eine technische Nachrüstung alter Diesel-Pkw. Die Stadt Hamburg hatte am Mittwoch als erste deutsche Großstadt ein Dieselfahrverbot ab dem 31. Mai verhängt. 

Schulze dazu:

"Wer sich diesem Weg versperrt, riskiert in der Tat Fahrverbote."

Schulze stellt sich damit gegen Verkehrsminister Anderl Scheuer, CSU, und Bundeskanzlerin, Angela Merkel, CDU, die eine Nachrüstung der alten Dieselwagen ablehnen.

Nachrüsten oder Softwareupdate?

Unter Experten ist es strittig, wie die vorgeschriebenen Grenzwerte für Stickoxide (NOx) von 80 Milligramm NOx pro Kilometer erreicht werden können. Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordern eine technische Nachrüstung. Die Autohersteller behaupten, ein Update der Motorsoftware würde im Kampf gegen schmutzige Luft ausreichen.

Wegen der hohen Stickoxid-Belastung der Luft hat die EU-Kommission die Bundesrepublik (und fünf weitere Länder) zu Monatsbeginn vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg verklagt. Das zeige, "dass der EU-Kommission unsere bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen", sagte Schulze der Zeitschrift weiter. Sie sprach sich vehement gegen eine Softwarelösung aus. Die von der Autobranche bis Jahresende zugesagte Software-Updates bei zusätzlichen 2,8 Millionen Autos reichten nicht, sagte die Umweltministeirn.

Die Verbände der Autowerkstätten rechnen mit Kosten für die Umrüstung von 1200 bis 1500 Euro. Offen ist bislang, ob die Autohersteller dafür auch zahlen.

Eine beim Dieselgipfel im vergangenen Jahr eingesetzte Expertengruppe, die sie sich mit der Debatte um Softwarelösung oder Umrüsten befasst, solle schnellstmöglich ihren Abschlussbericht vorlegen, forderte Schulze. Der Bericht, der beim Verkehrsministerium angesiedelten Expertengruppe, verzögert sich seit längerem. 

(per/dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Fahrverbote, neue Scheine und Mieterschutz – 11 neue Regeln, die 2019 inkrafttreten

Erstmals gibt es Fahrverbote in Deutschland, im EU-Ausland anrufen wird billiger und Mieter werden besser geschützt. 2019 treten verschiedene Beschlüsse in Kraft, die deinen Alltag auf die eine oder andere Weise beeinflussen. Eine Liste:

Eltern erhalten ab Juli mehr Kindergeld. Es steigt für das erste und zweite Kind von 194 auf 204 Euro.

Der Mindestlohn klettert zum 1. Januar von aktuell 8,84 Euro pro Stunde auf 9,19 Euro, ab 2020 weiter auf 9,35 Euro.

Mieter sollen besser vor hohen …

Artikel lesen
Link zum Artikel