Over the shoulder view of young Asian woman shopping in a supermarket. She is choosing meat and holding a packet of organic beef in front of the refrigerated section

Wer sieht, wie umweltschädlich die Herstellung eines Produktes ist, fällt nachhaltigere Kaufentscheidungen. Bild: Moment RF / d3sign

Gute Nachricht

CO2-Label bei Fleisch könnte umweltschädlichen Konsum um ein Viertel reduzieren

Dass unser Fleischverzehr schlecht fürs Klima ist, hinterfragt wohl kaum jemand mehr. Eine Studie des WWF hat herausgefunden, dass der bundesdeutsche Verbrauch von tierischen Lebensmitteln rund 70 Prozent der ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen verursacht. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, ist eine Änderung unseres Essverhaltens dringend notwendig. Dabei könnten zum Beispiel sogenannte "CO2-Labels" helfen und den umweltschädlichen Konsum von Fleischprodukten um 25 Prozent reduzieren.

Damit wir im Supermarkt seltener nach Fleischprodukten greifen, schlagen Forscher der Uni Kopenhagen und der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften vor, sie mit Labels zu kennzeichnen, die anzeigen, wie hoch die Emissionen bei deren Herstellung wirklich sind.

Keine Preiserhöhung der Produkte nötig

Diese Effekte seien dann am größten, wenn die Labels schwer zu ignorieren seien, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Bei einer Umfrage mussten sich die 803 Teilnehmenden zwischen unterschiedlichen Fleischprodukten sowie einem Ersatzprodukt entscheiden. Sie mussten zudem wählen, ob sie Informationen über ihren CO2-Abdruck erhalten wollten oder nicht. Unabhängig von ihren Entscheidungen mussten sie danach noch einmal ein Produkt aussuchen, wobei sie dieses Mal die CO2-Daten sehen konnten.

Den Forschern zufolge haben sich die umweltschädlichen Entscheidungen der Probanden bei der zweiten Auswahl um 25 Prozent reduziert – die Labels hatten also einen erheblichen Einfluss auf die Teilnehmer, auch auf jene, die nicht an den Klima-Daten interessiert waren.

Die Empfehlung der Wissenschaftler lautet daher, die Labels leicht verständlich zu gestalten und gut sichtbar auf den Produktpackungen anzubringen. Denn wer die Daten sieht, könne sie laut den Forschern nicht so schnell vergessen. Eine Preiserhöhung von Fleischprodukten wäre demnach nicht nötig, um den Konsum zu reduzieren, denn die Labels hätten einen ähnlichen Effekt.

(sb)

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