Deutschland, keine Sorge – 7 Erkenntnisse aus dem Spiel Schweden gegen Südkorea

18.06.2018, 17:0818.06.2018, 18:13

Am Montag trafen in Nischni Nowgorod Schweden und Südkorea aufeinander. Die beiden Teams, gegen die Deutschland in Gruppe F noch antreten muss. 

Schweden gewinnt durch einen Elfmeter nach Videobeweis mit 1:0.

NIZHNY NOVGOROD, RUSSIA - JUNE 18, 2018: Sweden s players celebrate scoring in the 2018 FIFA World Cup WM Weltmeisterschaft Fussball Group F Round 1 football match against South Korea at Nizhny Novgor ...

Nach der Niederlage gegen Mexiko am Sonntag geht es für die DFB-Elf in den letzten beiden Gruppenspielen jetzt schon um alles. 

"Der Druck liegt jetzt auf Deutschland. Wenn wir gewinnen, sind wir durch."
Schwedens Kapitän Anders Granqvist

Auf dem Papier sollte die Sache eigentlich klar sein. Denn Deutschland ist gegen Schweden und Südkorea klarer Favorit. Aber das war Deutschland auch gegen Mexiko...

7 Erkenntnisse aus dem Spiel zwischen Schweden und Südkorea:

Die Systeme, die Spielstile

Schweden spielte ein klassisches 4-4-2, Südkorea ein defensiv ausgerichtetes 4-3-3. Während Deutschland gegen Mexiko am Sonntag Dominanz gegen Giftigkeit war, trafen in Schweden und Südkorea zwei Teams aufeinander, die sich mit Ballbesitz offensichtlich schwer taten. Es wurde deutlich: Deutschland und Mexiko sind die Schwergewichte der Gruppe F, Schweden und Südkorea die Leichtgewichte.

In der Regel zogen sich die Südkoreaner mit fünf bis sieben Spielern auf einer Linie an ihren Strafraum zurück und hofften darauf, irgendwann irgendwie kontern zu können. Die Südkoreaner erwiesen sich bei Gegenstößen aber als weitgehend harmlos.

Die Schweden hatten mehr Ballbesitz, sie hatten mehr Chancen, kurzum, sie waren deutlich überlegen. Aber sie vergaben viele ihrer Möglichkeiten kläglich. Biedere Schweden verdienten sich den Sieg gegen sehr schwache Koreaner mühsam.

Zlatan ist immer noch omnipräsent

Zlatan Ibrahimovic ist zwar nicht mehr Teil der schwedischen Nationalmannschaft, aber er ist immer noch überall: Er sitzt auf den Tribünen der WM-Stadien, er ist Markenbotschafter, Werbefigur, TV-Experte. Und er setzt sich, wie gewohnt, auch sehr gerne selbst in Szene.

Shin Tae-yong sieht nicht mehr wie Jogi Löw aus

Heute sieht er ganz brav aus:

(L-R) coach Taeyong Shin of Korea Republic during the 2018 FIFA World Cup WM Weltmeisterschaft Fussball Russia group F match between Sweden and Korea Republic at the Novgorod stadium on June 18, 2018  ...
imago

Südkorea grätscht leidenschaftlich, aber riskant

Die Südkoreaner sind jetzt schon Grätsch-Weltmeister. Allein in der ersten Halbzeit gab's gegen Schweden drei riskante Grätschen mit Anlauf, zwei davon im eigenen Strafraum. Mutig! 

Anders war's in der zweiten Hälfte: Der eingewechselte Kim Min Woo rauschte im Strafraum dermaßen in Viktor Claesson hinein, dass er ihm fast den Fuß brach.

Bild
imago

Erstaunlich, dass der glänzend postierte Schiedsrichter Joel Aguilar überhaupt vom Video-Schiedsrichter darauf aufmerksam gemacht werden musste. Schweden Kapitän Andreas Granqvist übernahm Verantwortung, verwandelte den fälligen Foulelfmeter sicher zum Siegtor.

Nicht alle Südkoreaner sind klein

Südkoreaner sind im Schnitt 1,74 Meter groß. Zum Vergleich: Der Durchschnittsschwede und der Durchschnittsdeutsche sind 1,80 Meter groß.

Shin-wook Kim (l.) im Duell mit Ludwig Augustinsson
Shin-wook Kim (l.) im Duell mit Ludwig Augustinssonimago

Aber, wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel! Südkoreas Stürmer Shin-wook Kim ist sehr groß. 1,96 Meter! Die deutsche Abwehr muss sich aber nur vor Kims Physis fürchten. Der 30-jährige Stürmer vom südkoreanischen Erstligisten Jeonbuk Hyundai Motors blieb vorm Tor ungefährlich.

Marcus Berg ist immer noch ein Chancentod

Marcus Berg kennt der ein oder andere sicher noch aus der Bundesliga. Zwei gute Gelegenheiten hatte der ehemalige HSV-Stürmer (54 Bundesligaspiele/5 Tore) in der ersten Halbzeit. Und zweimal vergab er die Chance.

In der 20. Minute hätte er den Führungstreffer erzielen müssen, scheiterte aber aus kurzer Entfernung an Südkoreas Torhüter Hyeon-woo Jo. Wenige Minuten später tauchte Berg wieder frei vorm Tor auf, legte den Ball dann quer – dort stand aber niemand... 

Bild
imago

Der südkoreanische Torwart ist kein Schlechter

Seine schnelle Reaktion gegen Marcus Berg in Hälfte eins war top. Und auch im zweiten Durchgang parierte Hyeon-woo Jo erstklassig, als Ola Toivonen einen Kopfball gefährlich aufs Tor brachte. Er bewahrte sein Team mehrmals vor dem Rückstand. 

Beim Elfmeter war er allerdings chancenlos, Granqvist schickte ihn in die falsche Ecke.

NIZHNY NOVGOROD, RUSSIA - JUNE 18, 2018: South Korea s goalkeeper Jo Hyunwoo (L) concedes a goal in the 2018 FIFA World Cup WM Weltmeisterschaft Fussball Group F Round 1 football match against Sweden  ...
imago

Fazit

Deutschland, du musst dir keine großen Sorgen machen. Du schaffst das schon. Sechs Punkte sind in den verbliebenen beiden Gruppenspielen locker drin! Den deutschen Nationalspielern werden nach dem Auftritt von Schweden und Südkorea kaum die Knie schlottern... Es sei denn, Zlatan kommt nochmal zurück.

(mit SID)

Nach Top-Leistung bei der WM: Werder Bremen würde Füllkrug verkaufen – FC Bayern soll angefragt haben

In der Bundesliga bestach Niclas Füllkrug zuletzt durch zehn Tore (14 Spiele) in der Hinrunde. Bei der WM in Katar reichten ihm schon zwei Kurzeinsätze, um die Achtelfinal-Chancen der deutschen Nationalmannschaft zu retten.

Zur Story