Vor der Kamera wird er vorerst nicht mehr stehen, dafür hat er sich aber nun ein neues TV-Format ausgedacht: Stefan Raab.
Vor der Kamera wird er vorerst nicht mehr stehen, dafür hat er sich aber nun ein neues TV-Format ausgedacht: Stefan Raab.
Bild: dpa / Matthias Balk

"Täglich frisch geröstet": Neue Raab-Show startet

17.11.2020, 08:56

Wer hat das Zeug zum "Late Night Host"? In einer neuen Fernsehshow von Produzent Stefan Raab müssen Prominente wie Reiner Calmund, Kai Pflaume oder Nazan Eckes ihr Moderationstalent unter Beweis stellen. In acht Folgen tritt in "Täglich frisch geröstet" jeweils ein anderer Moderator auf – und ein prominenter Kritiker, der die Moderationsversuche "schonungslos kommentiert", wie die Mediengruppe RTL am Sonntag mitteilte.

Am Montag (16. November) geht es mit Ralf Moeller als Host und Comedian Olaf Schubert als "Roaster" (dt. "Röster") los. Schubert muss den Schauspieler Moeller dann "rösten", ihn also als Moderator in die Mangel nehmen. Zu sehen ist das Format auf dem Streamingdienst TV Now.

Ralf Moeller wird in der ersten Folge "geröstet".
Ralf Moeller wird in der ersten Folge "geröstet".
Bild: www.imago-images.de / bMatthias Wehnert

"Mit Sicherheit sehen wir einige überraschend sehr gute Gastgeber", sagte Raab (54). "Aber auch einige überraschend sehr schlechte." In den weiteren Folgen sind laut RTL dabei: Michael Mittermeier, Jorge González, Evelyn Burdecki und Mario Basler. Raab betont, es könne zwar jeder eine Late Night Show hosten, "aber nicht immer gut". Die Show habe auch den Zweck, "einige Promis von ihrer Selbstüberschätzung zu überzeugen."

Raab kann sich nicht vorstellen, nochmal vor die Kamera zu treten

Auf die Idee für das Format sei er gekommen, als er sich die Frage stellte, wer die Sendung moderieren soll. "Wird man sehen, erst mal alle", habe er sich dann gesagt. "Jeder kann durch die Show führen, er muss es nur verkraften können, dass er direkt vom Roaster die Meinung gesagt bekommt. Kann schmerzhaft sein, aber sehr amüsant", prophezeit der ehemalige Moderater.

Auf die Frage, ob er denn auch gern selbst nochmal moderieren würde, sagte Raab: "Nachdem ich Ralf Moeller bei der Probe gesehen habe, würde ich dagegen nur abstinken." Raab hatte sich vor einigen Jahren vom Bildschirm zurückgezogen und ist seither vor allem hinter der Kamera als Produzent tätig.

Raab sagt, seine Aufgabe sei es, den Bestand des Late-Night-Genres sicherzustellen. Seine neue Sendung sei dabei auch eine neue Talentplattform:

"Vielleicht stellt man fest, dass an Karl Lauterbach ein echter Late Night Host verloren gegangen ist. Die Einladung ist schon raus. Und wenn für Karl Lauterbach der Fame nach Corona weitergehen soll, muss sich der Karl jetzt schon mal Gedanken machen."

(mse/lau/dpa)

Themen

Weitsicht vor der Abwahl? Andreas Scheuer bewirbt sich um Mini-Job bei der "heute-show"

Acht Tage vor der Bundestagswahl treibt der Wahlkampf seltsame Blüten: Ein TV-Triell wie eine "Asi-Talkshow", ein Minister, der sich schon nach einem neuen Job umsieht – und eine Partei, die sich zur Motivation eines Films bedient, der Kriminalität und Morallosigkeit feiert. Die "heute-show" verwertete alle Vorlagen.

In "The Wolf of Wall Street" motiviert der von Leonardo DiCaprio gespielte Finanzguru Jordan Belfort seine Mitarbeiter mit einer aufpeitschenden Rede zu bedingungsloser Loyalität und unbändigem Einsatz für das Wohl des großen Ganzen – der Firma. Genau diesen Film hatten sich ein paar "Lurche von der Jungen Union" (O-Ton Oliver Welke, "heute-show"-Moderator) am Rande eines TV-Triells als Motivationsvideo ausgesucht und unterlegten die entfesselte Rede mit Untertiteln ("Wir. Gewinnen. Diese. …

Artikel lesen
Link zum Artikel