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Jugendliche haben ein riesiges Kunstprojekt auf der Oberbaumbrücke in Berlin gestartet. bild: watson

watson live dabei

Fridays for Future protestiert mit Kunst gegen die Klimakrise: "Wir müssen für das 1,5-Grad-Ziel kämpfen"

Sechs Monate sind seit dem letzten Klimastreik vergangen, bereits im September wurde mit Abstand, Maske und Regenschirmen demonstriert. Auch heute, am 19. März, gehen tausende Aktivistinnen und Aktivisten auf die Straße – diesmal in einem Wechsel aus Schnee, Regen und Sonnenschein.

Der globale Klimastreik ist heute dezentral organisiert, das bedeutet, dass an vielen Stellen Veranstaltungen stattfinden und es keine gigantische Demo am Brandenburger Tor gibt. So soll sichergestellt werden, dass die Corona-Auflagen befolgt werden können und sich niemand zu nahe kommt.

Auch online findet einiges statt: Ab 12 Uhr wurde ein Livestream eingerichtet, der verschiedene Orte Deutschlands zeigt, an denen Aktivisten, Musiker und Prominente unter dem Motto #NoMoreEmptyPromises zusammenkommen.

"Wir wollen ein Zeichen setzen."

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Klimaaktivist Quang Paasch. bild: watson

Auf der Oberbaumbrücke in Berlin findet eine Kunstaktion statt, bei der auch der Klimaaktivist Quang Paasch mitwirkt. Gegenüber watson sagt er, warum es wichtig ist, heute fürs Klima zu demonstrieren: "Wir sind heute hier, weil die Klimakrise keine Pause macht und wir für 1,5 Grad immer noch kämpfen müssen. Und deswegen dürfen wir die Krisen nicht ausspielen, sondern wir müssen sie zusammen denken. Wir wollen ein Zeichen setzen – unite behind the science."

Vor wenigen Tagen gab das Umweltbundesamt bekannt, dass Deutschland seine Klimaziele – auch bedingt durch den ersten Lockdown – erreicht hat. Das ist sicher für viele Zweifler ein Grund, zu hinterfragen, warum die jungen FFF-Aktivisten immer noch auf die Straße gehen. Quang sagt dazu: "Die gesteckten Klimaziele der Bundesregierung waren nie 1,5-Grad-konform. Und das dann auch noch auf Corona zu schieben, ist zynisch. Unser Leben muss – zum Beispiel durch den Lockdown – nicht so eingeschränkt sein, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Wir brauchen eine sozialökonomische Transformation, damit wir das Ziel erreichen, ohne den Wohlstand der Menschen einzuschränken."

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Luisa Neubauer ist natürlich auch am Streik beteiligt. bild: watson

Viele bekannte Gesichter sind auf der Oberbaumbrücke zu sehen, nicht nur die Jugendlichen von Fridays for Future, sondern auch Verbände wie "Seebrücke" und "Omas gegen Rechts". Die Stimmung ist gut, es werden Reden gehalten und es schallt immer wieder Gute-Laune-Musik durch die zahlreichen Boxen, die entlang der Brücke aufgestellt sind. Wenn die Sonne durch die Wolken bricht, leuchten die Farben, mit denen die Aktivisten die Brücke bemalen, hell auf.

Der kreativste Klimastreik aller Zeiten

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Aktivismus geht bei jedem Wetter: Julia geht heute warm eingepackt und mit Maske auf die Straße. bild: watson

Dass es nicht mehr nur um Klimaschutz geht, wird schnell klar, durch die verschiedenen Beiträge, Menschen und Kunstwerke. Schon im Vorfeld wurde angekündigt, dieser Streik sei der kreativste von allen. Quang erklärt, warum das so ist:

"In diesem einen Jahr Pandemie haben wir super viele Möglichkeiten ausgetestet an Streikformen, die nicht Massendemonstrationen auf den Straßen sind. Wir stehen hier auf der Oberbaumbrücke und machen eine riesige Kunstaktion mit verschiedensten Messages. Mobilität, Gesundheit, Energie – das sind unsere Themen. Ein Banner zeigt außerdem die Worte "Another World is possible". Denn wir glauben nach wie vor an eine positive Zukunft, die nachhaltig und gerecht ist."

Die Motivation scheinen die Aktivisten nicht verloren zu haben – auch während des Lockdowns sind sie weiterhin für eine bessere Welt eingetreten. Und die Kunstaktion zeigt: Sie sind kreativer denn je.

Wer nicht am Klimastreik teilnehmen konnte, kann übrigens alles auf Youtube nachschauen – dort sind Reden, Musikauftritte und andere Aktionen aus ganz Deutschland zusammengefasst worden.

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