Nadiem Amiri im Trikot von Bayer Leverkusen
Nadiem Amiri spielt seit 2019 für Bayer Leverkusen. Seine Eltern kamen in den 1980er Jahren aus Afghanistan nach Deutschland. Bild: www.imago-images.de / Michael Taeger

DFB-Star startet rührende Aktion beim Länderspiel gegen Armenien

06.09.2021, 17:1606.09.2021, 17:25

Eigentlich ist sein Platz auf dem grünen Rasen. Beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Armenien (6:0) setzte Nadiem Amiri aber ein Zeichen auf der Tribüne der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. Der Mittelfeldspieler lud 170 afghanische Geflüchtete zum deutschen WM-Qualifikationsspiel gegen Armenien ein und schaute das Spiel gemeinsam mit ihnen.

Seine Verbindung nach Afghanistan beruht auf seiner Vita und die seines Vaters und seiner Mutter. Amiris Eltern kamen in den 1980er Jahren aus Afghanistan nach Deutschland, ließen sich in Ludwigshafen nieder, wo auch Nadiem Amiri aufwuchs.

Seit einigen Wochen haben die militant-islamistischen Taliban nach dem Rückzug der Truppen der USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland Afghanistan wieder zurückerobert. Eine Entwicklung, die auch Amiri verfolgt.

Familie von Amiri in Sicherheit

Vor dem Länderspiel sagte der Spieler von Bayer Leverkusen: "Ich verfolge als Deutscher mit afghanischen Wurzeln die jüngsten Entwicklungen in Afghanistan intensiv. Für mich stand es außer Frage, dass ich die Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind, so wie einst meine Familie, bestmöglich unterstützen möchte. Ich bin mir bewusst, was für ein privilegiertes Leben ich in Deutschland führe, und daher ist dieses Projekt für mich absolut selbstverständlich."

Zusammen mit dem DFB und der DFB-Stiftung Egidius Braun ging Amiri eine Kooperation ein, die sich in Zukunft für afghanische Geflüchtete starkmachen will. Der Besuch des Deutschland-Spiels und einer Unterkunft für Geflüchtete im Vorfeld sollen nur den Anfang bilden, weitere Aktionen sollen folgen.

Amiri erklärt: "Dass das Ganze eine langfristige Kooperation von allen Seiten wird, war mir besonders wichtig." Der Mittelfeldspieler hatte selbst auch einen Onkel, der lange in Kabul lebte. Zur "Bild-Zeitung" sagte Amiri jetzt: "In meiner unmittelbaren Familie ist derzeit zum Glück keiner mehr im Land, dafür noch viele Bekannte und Freunde."

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