"Bachelor in Paradise"-Kandidat Rafi Rachek
"Bachelor in Paradise"-Kandidat Rafi Rachek
bild: TVNOW

Nach Coming-Out bei "Bachelor in Paradise": Familie bricht mit Ex-Kandidaten

Rafi Rachek ging ins RTL-Paradies, um eine Frau fürs Leben kennenzulernen. Doch in einem emotionalen Geständnis outete er sich als homosexuell – ein Schritt, den nicht alle gut hießen.
05.11.2019, 15:01

Es war DIE Schlagzeile bevor die diesjährige Staffel "Bachelor in Paradise" überhaupt anlief: Kandidat Rafi, bekannt aus der "Bachelorette"-Staffel mit Nadine Klein, outet sich in einer emotionalen Ansprache bei seiner ersten Nacht der Rosen als homosexuell. Als Konsequenz verließ er freiwillig die Show und sucht jetzt fernab der Kameras nach der großen Liebe.

Nach seinem Coming-Out wurden natürlich Fragen nach seinen Beweggründen erst bei der "Bachelorette" und dann bei "Bachelor in Paradise" teilzunehmen, laut. Er erfuhr aber auch auch viel Zuspruch von Fans, den anderen Kandidaten und dem Sender RTL.

Keine Unterstützung aus der Familie

Doch leider war nicht jeder aus Rafis direktem Umfeld glücklich über das Coming-Out. Was er schon bei seinem Statement in der Show angesprochen hatte – Homosexualität wird in seinem kulturellen Umfeld nicht akzeptiert – stellte sich leider als wahr heraus.

In einem Interview mit RTL berichtet er, dass sich nach seinem öffentlichen Coming-Out Freunde, aber auch Familienmitglieder von ihm abgewandt hätten. Auch einer seiner Brüder hat jeglichen Kontakt mit ihm abgebrochen. Eine der heftigsten Reaktionen kam aber von seiner Mutter:

"Meine Mutter meint, ich soll zu einem Heiler, weil sie immer noch die Hoffnung hat, dass es vielleicht eine Phase ist."

Die schon so lange veraltete Idee, dass Homosexualität eine Krankheit sei, die man heilen könne und auch müsse, zeigt deutlich, welche Hürden homosexuelle Frauen und Männer auch heute noch bezwingen müssen und sie dazu bringen, sich aufgrund ihrer Sexualität zu schämen oder sie zu verleugnen.

Rafi bereut den Schritt nicht

Trotz dieser negativen Reaktionen bleibt Rafi dennoch optimistisch und bereut sein Coming-Out nicht. Er fühle sich nun freier, als wäre eine Last, die er schon lange mit sich tragen musste, endlich von ihm abgefallen. Rafi sagt:

"Wenn ich aus der Wohnung gehe, habe ich jetzt keine Angst mehr, weil ich jetzt weiß, dass ich jetzt ich bin."

Rafi steht also noch hinter seinem Coming-Out und kann nach langen Jahren auch endlich seine Sexualität akzeptieren und ausleben – und das ist auch gut so!

Es bleibt zu hoffen, dass Freunde und Familie erkennen, was ihnen an Rafi liegt, und dass das einzige, was sich geändert hat, ist, dass er endlich glücklich mit sich selbst sein kann.

(ks)

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