Die Neuzugänge Noussair Mazraoui, Matthijs de Ligt, Mathys Tel und Ryan Gravenberch (v.l.) beim Training an der Säbener Straße.
Die Neuzugänge Noussair Mazraoui, Matthijs de Ligt, Mathys Tel und Ryan Gravenberch (v.l.) beim Training an der Säbener Straße.Bild: imago / Sven Simon

FC Bayern: Ex-Stars wagen düstere Prognose zu de Ligt und Mané

29.07.2022, 07:09

Während der BVB in der Tabelle in der Regel dem FC Bayern hinterherhechelt, hatten die Borussen im aktuellen Transfer-Fenster vorgelegt. Gerade als sich öffentlich Stimmen mehrten, wonach Dortmund erstmals seit einem Jahrzehnt für einen Angriff auf den Branchenprimus gerüstet sei, zog der FC Bayern nach: Für mehr als 140 Millionen Euro verpflichtete der FCB Matthijs de Ligt (70 Mio.), Sadio Mané (32), Mathys Tel (20), Ryan Gravenberch (18,5) und Noussair Mazraoui (ablösefrei).

Wie BVB-Boss Hans-Joachim Watzke jedoch weiß, müssen "die Bayern [...] auch Schwächephasen anbieten" ("Bild"), sonst hat der BVB im Kampf um die Schale keine Chance. Umso eifriger werden im Vorfeld der 60. Bundesliga-Saison die Transferaktivitäten des Rekordmeisters diskutiert und bewertet.

Wagner und Hamann skeptisch bei de Ligt

Von vielen wird Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidžić mit Lob überhäuft – die "Bild" betitelte ihn zuletzt nach Jahren der Kritik als "Transfer-König" – andere sind bei den teuren Neuverpflichtungen noch skeptisch: "Macht es Sinn, de Ligt für 70 Millionen zu holen, wenn man Niki Süle hatte und ihn vielleicht hätte behalten können?", fragt Ex-Bayern-Stürmer Sandro Wagner bei DAZN. Süle war nach Auslaufen seines Vertrags ablösefrei zum BVB gewechselt.

Sandro Wagner ist seit einem Jahr Trainer der SpVgg Unterhaching in der Regionalliga Bayern.
Sandro Wagner ist seit einem Jahr Trainer der SpVgg Unterhaching in der Regionalliga Bayern. Bild: imago

Auch Liverpool-Legende und Ex-Bayer Didi Hamann ist sich bei dem Innenverteidiger noch nicht sicher. "Die große Frage wird sein, ob de Ligt in der Lage ist, die Abwehr zu führen", erklärt der 59-malige Nationalspieler gegenüber "Bild". "Er hat das wunderbar gemacht in Amsterdam. In Turin hat er es nicht geschafft."

Auch das Alter des Niederländers gibt Hamann zu denken: "Ich weiß nicht, ob er der Spieler ist, der jetzt mit 22 hierherkommt und sofort eine Abwehr führt, die vor zwei Jahren noch Champions-League-Sieger war."

Mané kein Lewandowski-Ersatz, Nagelsmann plant Doppelspitze mit Gnabry

Ähnlich skeptisch ist Sandro Wagner auch bei anderen Bayern-Transfers. So weist der achtmalige deutsche Nationalspieler darauf hin, dass Sadio Mané kein positionsgetreuer Lewandowski-Ersatz ist: "Mané ist ein großer Name, ein toller Spieler für die Bundesliga, aber auf den dribbelnden Positionen hat Bayern eigentlich nicht den ganz großen Bedarf gehabt."

Zielführend sei der Transfer nur, wenn die Bayern ihre Spielweise ändern wollten: "Wenn man das System umstellen will, weil man keinen Stoßstürmer mehr hat, macht [der Mané-Transfer] durchaus wieder Sinn."

Bayerns neuer Flügelflitzer Sadio Mané wurde im Juli zum zweiten Mal als Afrikas Fußballer des Jahres ausgezeichnet.
Bayerns neuer Flügelflitzer Sadio Mané wurde im Juli zum zweiten Mal als Afrikas Fußballer des Jahres ausgezeichnet.Bild: picture alliance / Jalal Morchidi

Tatsächlich scheint genau das der Plan von Bayern-Coach Julian Nagelsmann zu sein. Angeblich soll die neue Grundformation ein 4-2-2-2 sein, mit einer Doppelspitze aus Sadio Mané und Serge Gnabry.

Wagner: "Mazraoui ist ein Sensationstransfer"

Begeistert ist Wagner dagegen von der ablösefreien Verfplichtung des Marrokaners Noussair Mazraoui von Ajax Amsterdam: "Das ist ein Sensationstransfer, denn auf der Rechtsverteidigerposition hatten die Münchner ein Problem nach vorne."

Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui erzielte in bisher zwölf Landerspielen für Marokko ein Tor.
Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui erzielte in bisher zwölf Landerspielen für Marokko ein Tor.Bild: www.imago-images.de / imago images

Letztes Jahr war die Rechtsverteidiger-Position in der Regel mit Benjamin Pavard besetzt. In den letzten zwei Spielzeiten kam er jedoch nur auf eine einzige Torbeteiligung. Überhaupt will der Weltmeister lieber in der Innenverteidigung spielen, sondiert daher wohl gerade den Transfermarkt.

Der 24-Jährige Mazraoui dagegen hat gerade erst seine eigene Torgefährlichkeit entdeckt: In 93 Spielen für Ajax Amsterdam in der Eredivise kommt er zwar auch nur auf sechs Tore, fünf davon erzielte er jedoch in der vergangenen Saison.

Beim Rekordmeister, der in Zukunft ohne echten Mittelstürmer spielt, wird man diese Entwicklung wohl fördern. Immerhin wird die Verantwortung des Toreschießens nach dem Verlust von Weltfußballer Robert Lewandwoski nun der gesamten Mannschaft auferlegt.

(kpk)

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