Bayern, Passau: Am frühen Morgen stehen Besucher und Polizisten vor einer mobilen Corona-Teststation vor der Dreiländerhalle, aus der heute die Übertragung des Politischen Aschermittwochs der CSU stattfindet. Wegen der Corona-Krise findet der Politische Aschermittwoch in diesem Jahr erstmals digital statt.
Bayern, Passau: Am frühen Morgen stehen Besucher und Polizisten vor einer mobilen Corona-Teststation vor der Dreiländerhalle, aus der heute die Übertragung des Politischen Aschermittwochs der CSU stattfindet. Wegen der Corona-Krise findet der Politische Aschermittwoch in diesem Jahr erstmals digital statt.
Bild: dpa / Peter Kneffel

Politischer Aschermittwoch im Zeichen von Corona-Krise und Wahlkampf

17.02.2021, 07:2917.02.2021, 07:42

Politischer Aschermittwoch im Zeichen der Corona-Krise: Erstmals in der Geschichte findet das traditionelle Politspektakel in diesem Jahr nur online statt. Weil politische Veranstaltungen untersagt sind, sprechen die Hauptredner der Parteien zwar zum Teil an den gewohnten Kundgebungsorten - aber nicht vor Publikum, sondern nur in Kameras.

Dabei dürfte die Corona-Krise das alles beherrschende Thema der Reden sein. Zudem werden sich die Blicke auch auf den langsam nahenden Bundestagswahlkampf richten. Und schon im März werden die Landtage in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gewählt.

Laschet wird zugeschaltet

Bei der CSU in der Dreiländerhalle in Passau ist Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder der Hauptredner. Neu dort außerdem: Der neue CDU-Vorsitzende und NRW-Regierungschef Armin Laschet wird zugeschaltet. Laschet gilt neben Söder als wahrscheinlichster nächster Kanzlerkandidat der Union - entschieden ist aber nichts.

Bei der bayerischen SPD wird die Hauptrede von Kanzlerkandidat Olaf Scholz aus dem Wolferstetter Keller in Vilshofen übertragen. Bei den Grünen tritt Parteichefin Annalena Baerbock auf, zudem plant die Partei ein zentrales Event, bei dem auch der Co-Vorsitzende Robert Habeck und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprechen.

Bei der FDP hält Parteichef Christian Lindner die Hauptrede. Bei der Linken stehen die Kandidatin für den Parteivorsitz, Janine Wissler, und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow vor den Kameras. Bei der AfD spricht unter anderem der Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio. Und bei den Freien Wählern tritt der Bundes- und Landesvorsitzende, Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, auf.

Altmaier bei CDU im Saarland

Auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland hat sich Bundesprominenz angekündigt. Bei der CDU im Saarland wird Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Rede und Antwort stehen, bevor Ministerpräsident Tobias Hans aktuelle Themen "mit deutlichen Worten" ansprechen will. Bei der SPD im Land wird Außenminister Heiko Maas mit von der Partie sein, bei der FDP hat Christian Lindner einen weiteren Auftritt. In Rheinland-Pfalz werden neben Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auch CDU-Bundesparteichef Armin Laschet und Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) zu sehen und zu hören sein.

Der politische Aschermittwoch feiert in diesem Jahr 102. Jahrestag: 1919 hatte der bayerische Bauernbund anlässlich des Viehmarkts im niederbayerischen Vilshofen erstmals zu einer Kundgebung geladen - das Politspektakel war geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der politische Aschermittwoch von der Bayernpartei wiederbelebt, bevor die CSU und auch alle anderen Parteien folgten. Seit einigen Jahren lockte der Aschermittwoch auch außerhalb Bayerns immer mehr Menschen und Politiker vieler Parteien in Hallen und Zelte - bis Corona kam./ctt/had/DP/zb

(mse/dpa)

Meinung

Verlorene Jahre in der Pandemie: Darum brauchen wir einen Freedom Day

Vor allem Jugendlichen wurden durch Corona prägende Jahre genommen. Die Gesellschaft verdient eine klare Ansage, an welchem Datum wir zurück zur Normalität kehren. Ein Kommentar.

Ja, wir brauchen einen „Freedom Day“. Also ein festes Datum, an dem wir die Pandemie offiziell für politisch beendet erklären. Krankheiten sind unterhalb einer gewissen Eskalationsstufe zuerst eines: Ein privates, manchmal ein gesellschaftliches Schicksal.

Die dauerhafte Aushebelung elementarer Grundrechte muss gut begründet und zeitlich begrenzt werden. Die Infektionszahlen in Deutschland gehen zurück. Wer will, kann sich schnell und unbürokratisch impfen lassen. Wer nicht will, wird seine …

Artikel lesen
Link zum Artikel