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Gesellschaft: Verbrechen, Prozesse. Ein Polizeiwagen fährt  auf die Kleingartenanlage in Münster. In der Gartenlaube in Münster sollen Ende April vier Männer zwei Jungen missbraucht haben. | Verwendung weltweit

Ein Polizist steht am Eingang der Kleingartenanlage in Münster, in der Ende April vier Männer zwei Jungen missbraucht haben sollen. Bild: Christopher Neundorf/Kirchner-Me / David Inderlied/Kirchner-Media

Missbrauchsfall Münster: Hinweise auf zwei weitere mögliche Opfer

Im Missbrauchsfall Münster sind zwei weitere mögliche Opfer bekannt geworden. Zwei Väter hätten Anzeigen erstattet, dass ihre Söhne von in dem Fall bereits Beschuldigten unsittlich berührt worden seien, berichtete ein Sprecher der Polizei Münster am Dienstagmorgen. Die Anzeigen richteten sich nicht gegen den 27 Jahre alten Hauptverdächtigen aus Münster.

Die Kinder seien im gleichen Altersrahmen wie die bisher bekannten drei Opfer – also zwischen fünf und zwölf Jahren. Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher zunächst nicht. Bislang gab es in dem am Wochenende öffentlich gewordenen Fall Festnahmen von elf Tatverdächtigen aus mehreren Bundesländern, sieben sind in Untersuchungshaft. Zuvor hatte RTL über weitere mögliche Opfer berichtet.

Am Donnerstag und Freitag waren in mehreren Bundesländern wegen schweren Kindesmissbrauchs insgesamt elf Tatverdächtige festgenommen worden. Vorausgegangen waren Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Brandenburg. Haupttäter soll ein 27-jähriger Mann aus Münster sein. Nach den Missbrauchsfällen von Lügde und Bergisch Gladbach handelt es sich um das dritte Netzwerk mutmaßlicher Kinderschänder, dem NRW-Ermittler seit Januar 2019 auf die Spur kamen.

Polizei-Gewerkschaft rechnet mit Aufdeckung weiterer Fälle

Die GdP in Nordrhein-Westfalen äußerte die Einschätzung, dass in den kommenden Monaten weitere Fälle von brutalem Kindesmissbrauch aufgedeckt werden. Das Bekanntwerden immer neuer Fälle habe damit zu tun, dass Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) "seit Lügde die Ermittlungskapazitäten der Polizei zur Verfolgung von Kinderschändern vervierfacht und den Polizeibehörden eine moderne Ermittlungstechnik zur Verfügung gestellt hat", erklärte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Michael Maatz.

"Deshalb müssen wir damit rechnen, dass in den nächsten Monaten weitere Gruppen von Kinderschändern auffliegen werden, zum Teil in Dimensionen, die sich bislang niemand vorstellen kann", fügte Maatz hinzu. Dennoch sei der Kampf gegen Kinderschänder noch lange nicht gewonnen.

"Die Polizei kommt nicht nur wegen der Vielzahl der Daten, die sie bei der Verfolgung der Täter auswerten muss, immer mehr an ihre Grenzen, sondern auch, weil die Politik ihr noch immer die Onlinerechte verweigert, die sie zum Aufspüren der Täter braucht", kritisierte Maatz. "Ändert sich das nicht, werden wir den Kampf gegen die Kinderschänder verlieren."

(om/dpa/afp)

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