Tatverdächtiger nach Angriff auf Syrer in Wismar festgenommen

31.08.2018, 06:3031.08.2018, 07:29

Die Vorfälle in Chemnitz haben hohe Wellen geschlagen. Doch brutale Angriffe auf Migranten gibt es deutschlandweit. Die Polizei ermittelt nach zwei brutalen Übergriffen in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

  • Bei zwei brutalen Angriffen sind ein Syrer in Mecklenburg-Vorpommern und ein Eritreer in Thüringen schwer verletzt worden.
  • Die Polizei nahm einen 26-jährigen Deutschen fest, der den Syrer in Wismar krankenhausreif geprügelt haben soll.
  • In Sondershausen ermittelt die Polizei, nachdem ein 33-jähriger Mann aus Eritrea mit Schlägen und Tritten gegen den Kopf traktiert worden war.

Der NDR berichtete, es handele sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen polizeibekannten Mann, der nun vernommen werde. Die Polizei ermittelt demnach wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Die Hintergründe des Vorfalls sind nach wie vor unklar. Da laut Staatsanwaltschaft ein fremdenfeindliches Motiv vermutet wird, sei der Staatsschutz eingeschaltet worden. Ein Haftantrag wurde zunächst noch geprüft.

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) reagierte entsetzt, wie der NDR weiter berichtet. Er sei "total wütend" und bezeichnete die Täter als "Brandstifter". Diese Tat sei Ausdruck der "Pogromstimmung" in Deutschland, diese schwappe nun auch auf Wismar über, sagte er in einem Radiointerview mit dem Sender.

Wismar: Es war wohl eine fremdenfeindliche Attacke

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte, ein fremdenfeindlicher Hintergrund sei wahrscheinlich. Er kündigte an, dass das Polizeipräsidium Rostock eine Sonderkommission ins Leben rufen werde: "Die Landespolizei wird alles daran setzen, alle Täter zu ermitteln und der Justiz zuzuführen."

In Sondershausen sollen laut Polizei auch ausländerfeindliche Parolen gerufen worden sein. Es sei zunächst nur klar, dass es eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen unterschiedlicher Nationalität am Mittwochabend gegeben habe. Darunter seien auch Deutsche gewesen. Das Opfer soll wegen Körperverletzung bereits polizeibekannt gewesen sein und Zeugenberichten zufolge selbst provoziert haben, hieß es von der Polizei.

(pb/dpa)

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