Konzernchef Herbert Diess (l.) und Schülerin Clara Meyer.
Konzernchef Herbert Diess (l.) und Schülerin Clara Meyer.Bild: dpa

Schülerin knöpft sich auf der VW-Versammlung den Konzernchef vor

15.05.2019, 08:4815.05.2019, 11:11

Clara Mayer ist 18 Jahre alt. Und nun die "Heldin des Tages". So betitelte das "Handelsblatt" die junge Schülerin im Morning Briefing. Am Dienstag trat sie in Berlin bei der Volkswagen-Hauptversammlung ans Mikrofon und beschuldigte unter Applaus des Publikums den Konzernchef Herbert Diess, er tue trotz radikaler Hinwendung zu E-Mobilität nicht genug für die Umwelt.

"Was Sie hier tun, ist nicht genug. Es geht auf Kosten der Umwelt und der Zukunft ihrer Kinder", betonte Clara. Und weiter:

"Wer glaubt, tonnenschwere Elektro-SUVs seien klimafreundlich, hat das Problem nicht ansatzweise verstanden."

Hier seht ihr den mutigen Auftritt der "Fridays for Future"-Aktivistin im Video:

Kurz zuvor hatte Konzern-Chef Herbert Diess die Wende des Konzerns hin zu E-Mobilität und ambitionierten Klimazielen beschrieben. Das aber war zu wenig für die 18-Jährige.

Auch Aktionäre sparten daher auf der Hauptversammlung in Berlin nicht mit Kritik...

Milliardenkosten wegen des "Dieselgates", zigtausende Kundenklagen vor Gericht, Anklagen und Untersuchungen gegen ehemalige Vorstände – das sind nur einige der Probleme, die den weltgrößten Autobauer auch mehr als drei Jahre nach dem Auffliegen der Dieselmanipulationen nicht loslassen.

"Volkswagen ist weiter getrieben durch die Justiz", kritisierte Fondsmanager Ingo Speich von der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka, die auch Musterklägerin im Anlegerverfahren um eine angeblich zu späte Information des Kapitalmarkts ist.

Während der laufenden Hauptversammlung wurde auch der Termin für das Verfahren zur bundesweit ersten Musterfeststellungsklage im Diesel-Skandal Ende September bekannt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zieht dabei für rund 400.000 Dieselfahrer vor Gericht.

Mit "Vehemenz" will VW-Konzernchef Diess aber den Blick der Öffentlichkeit auf die Zukunft des Konzerns richten – die in der Elektromobilität liegen und dem Unternehmen damit auch einen grünen Anstrich geben soll. Auch gegen Widerstände in der Automobilbranche will er die Politik auf den reinen Elektroantrieb einschwören. "Auf absehbare Zeit gibt es keine Alternative zum batterieelektrischen Antrieb", beteuerte Diess.

(ll/mit dpa)

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