International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Dieses Foto ging nach der Brückenkatastrophe von Genua mit 35 Toten um die Welt. Bild: Vigili Del Fuoco/AP/watson.ch

Die 7 wichtigsten Fragen zur Brückenkatastrophe von Genua mit 42 Toten

Nach dem schweren Brückeneinsturz in Genua will die italienische Regierung den Autobahnbetreiber zur Rechenschaft ziehen. Zunächst müsse die Führung des Unternehmens Autostrade per l'Italia zurücktreten, forderte Verkehrsminister Danilo Toninelli auf Facebook.

Außerdem prüfe die Regierung die Auflösung des Vertrags mit der Firma sowie Bußgeldforderungen in Höhe von bis zu 150 Millionen Euro.

Das sind die 7 wichtigsten Fragen zu dem Unglück.

Was ist passiert?

In der italienischen Hafenstadt ist am Dienstagvormittag eine vierspurige Autobahnbrücke zusammengebrochen. Nach Angaben der Feuerwehr brach die etwa 50 Meter hohe Brücke an der A10 gegen 11:30 Uhr auf einer Länge von 100 bis 200 Meter zusammen.

Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Katastrophe.

Bei der eingestürzten Brücke handelt es sich um den Polcevera-Viadukt auf der Autobahn A1. Der Viadukt, im Volksmund nach dem Architekten Riccardo Morandi auch Ponte Morandi genannt, gehört zur Hauptverkehrsader, die an die Riviera und nach Südfrankreich führt. Er überquert unter anderem Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet im Westen von Genua.

Wie viele Opfer forderte das Unglück?

Bis zum frühen Morgen lag die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer laut italienischer Nachrichtenagentur Ansa bei 42. Unter den Opfern seien auch drei Minderjährige im Alter von acht, zwölf und 13 Jahren. Regierungschef Giuseppe Conte sagte am Abend in Genua, dass die Zahlen steigen dürften.

Bild

Die Rettungskräfte waren die Nacht über im Einsatz. Bild: Vigili Del Fuoco/AP

Wie viele Überlebende gab es?

Elf Überlebende waren bislang aus den Trümmern geborgen worden, sagte Bürgermeister Marco Bucci gegen Abend dem Fernsehsender SkyTG24.

Bild

Bild: ANSA/AP

Mehr als 300 Rettungskräfte waren nach Angaben der Feuerwehr im Einsatz. In der Nähe der Brücke wurden nach dem Einsturz vorsichtshalber Gebäude evakuiert. Es bestehe das Risiko, dass weitere Teile einbrechen, berichtete Ansa unter Berufung auf Rettungskräfte vor Ort. Drei Krankenhäuser in Genua wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Mehr als 400 Menschen seien obdachlos, erklärte der Staatssekretär im Verkehrsministerium.

Was könnte die Ursache sein?

Die Ursache des Brückeneinsturzes ist weiterhin unklar. Der Betreiber teilte auf seiner Website mit, auf der Brücke habe es Instandhaltungsarbeiten gegeben. Dazu sei ein Kran zu der Baustelle gebracht worden. Der Zustand der Brücke sowie der Fortgang der Renovierung seien immer wieder kontrolliert worden.

Erst wenn ein gesicherter Zugang zur Unfallstelle möglich sei, könne Näheres über die Ursachen des Einsturzes gesagt werden, teilte das Unternehmen weiter mit.

Zum Zeitpunkt des Zusammensturzes regnete es heftig und es ging ein kräftiger Wind. Deshalb wird darüber spekuliert, welche Rolle das Wetter beim Unglück spielte. "Schon am Morgen tanzte die Brücke", erzählte Maurizio Ruggiero einer Lokalzeitung. Er fahre fast täglich über die Brücke, führte Ruggerio aus, und sei daran gewöhnt, "dass sie häufig schwingt".

Bild

In der Nacht gingen die Bergungsarbeiten weiter. Bild: Antonio Calanni/AP

Doch am Morgen vor der Katastrophe kam ihm das Schwingen besonders heftig vor. Sowohl auf dem Hinweg, als er die Stadt verließ als auch auf dem dem Rückweg, als er von der Baustelle zurückkam. Eine Viertelstunde später brach das Bauwerk zusammen.

Augenzeugen haben zudem berichtet, dass vor dem Einsturz ein Blitz in die Brücke eingeschlagen habe.

Kritik gab es an dem nun eingestürzten Polcevera-Viadukt wegen hoher Baukosten schon seit seiner Erbauung. Doch auch kostspielige Renovierungen sorgten immer wieder für Diskussionen.

Welche weiteren Schäden wurden verursacht?

Die Brückenteile prallten mit großer Wucht auf den Erdboden. Das grösste Stück ist in den Polcevera-Fluss gefallen, einige Teile trafen auch Fabrikhallen. Laut Zivilschutz dürfte in den Hallen wegen Ferien so gut wie niemand an der Arbeit gewesen sein.

Die Trümmer begruben mindestens einen Lastwagen und mehrere Gebäude unter sich. Nach Berichten von Zeugen wurden auch Autos in die Tiefe gerissen. Zahlreiche Fahrzeuge wurden unter herabfallenden Trümmern begraben.

Was sagen die Behörden?

Italiens Innenminister Matteo Salvini reagierte betroffen und erbost auf das Unglück in der nordwestitalienischen Hafenstadt. Er selbst sei "hunderte Male" über die Morandi-Brücke gefahren, sagte der Innenminister bei einer Pressekonferenz im sizilianischen Catania.

FILE PHOTO: League party leader Matteo Salvini speaks at the media after a round of consultations with Italy's newly appointed Prime Minister Giuseppe Conte at the Lower House in Rome, Italy, May 24, 2018. REUTERS/Tony Gentile/File Photo

Innenminister Matteo Salvini will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Bild: Tony Gentile/reuters

Nach ihrem Einsturz werde er "alles dafür tun, um die Namen der Verantwortlichen in der Vergangenheit und Gegenwart zu bekommen". Es sei "nicht akzeptabel, auf diese Weise in Italien zu sterben".

Verkehrsminister Danilo Toninelli sprach von einer "entsetzlichen Tragödie". Er schloss in einem Radio-Interview aus, dass Bauarbeiten an der Brücke Grund für den Einsturz seien. Das Unglück belege den maroden Zustand der Infrastruktur in Italien und die Wartungsmängel, sagte er dem staatlichen Fernsehen.

Wie geht es dem Fahrer dieses Lkws? 

Bild

ap/watson

Nur wenige Meter konnte er vor dem Abgrund noch stoppen: Das Bild des grünen LKW, der beim Brückeneinsturz nur haarscharf nicht in die Tiefe gerissen wurde, ging in der Folge um die Welt.

Dem Fahrer gehe es gut, sagt Giorgio Venturoli, der Geschäftsführer der Supermarktkette Basko gegenüber Il Sole 24 Ore. "Doch er steht unter Schock."

Der Mitarbeiter habe die Brücke jeden Tag passiert und sei bereits auf dem Rückweg von der Auslieferung gewesen, so Venturoli. Die Strasse sei normalerweise stark frequentiert, weswegen man nicht so schnell fahre auf der Brücke, erklärt der Geschäftsführer. "Vielleicht hatte der Fahrer deshalb genug Zeit, um zu bremsen." Der Fahrer des LKW wurde medizinisch untersucht und das Fahrzeug von der Brücke entfernt.

(pb/cma/vom/dpa/afp/reu)

Was sonst noch los war:

Hier ist (endlich) der Trailer zur 3. Staffel von "Daredevil" – mit neuem Bösewicht

Link zum Artikel

Im Saarland versteckten Schmuggler Kokain für 5 Mio. Euro in Bananenkisten

Link zum Artikel

Polizei geht nach Westminster-Crash von Terror aus – drei Menschen wurden verletzt

Link zum Artikel

Trump gibt Rekordsumme für das Militär aus und plant den bewaffneten Weltraum

Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Militärdienst für die Jungs von BTS – das denken die K-Popstars darüber

Link zum Artikel

Politiker-Lügen, Manager-Boni: Wir leben in einer schamlosen Zeit

Link zum Artikel

WhatsApp: Für Android gibt es 3 Neuerungen – eine davon will kein Mensch

Link zum Artikel

Sri Lanka: Einheimische Islamisten sollen die Anschläge verübt haben

Link zum Artikel

Exklusiv: 5 unangenehme Fragen an einen White Walker

Link zum Artikel

Defekte Displays – Samsung verschiebt weltweiten Verkaufsstart des Galaxy Fold

Link zum Artikel

Diesen ekligen Sitznachbarn im Flugzeug will keiner haben

Link zum Artikel

Wie Hartz IV meine Familie verändert hat

Link zum Artikel

Trotz Verbots: Polnische Gemeinde verbrennt wieder antisemitische "Judaspuppe"

Link zum Artikel

Der Cast von "Avengers: Endgame" hat das beste Musik-Remake des Jahres herausgebracht

Link zum Artikel

Getötete Journalistin in Nordirland: Militante Gruppe veröffentlicht Bekennerschreiben

Link zum Artikel

Dieses Rätsel ist so einfach, du wirst es niemals zugeben, wenn du es nicht lösen kannst

Link zum Artikel

E-Auto als Klimasünder? Neue Tesla-Studie sorgt für Wut – weil sie Mängel aufweist

Link zum Artikel

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

PAOK Saloniki wird erstmals seit 34 Jahren Meister – und die Ultras drehen völlig ab

Link zum Artikel

FPÖ provoziert mit "Ratten-Gedicht" über Geflüchtete – Kanzler Kurz: "abscheulich"

Link zum Artikel

Sex-Szene bei "Game of Thrones" – die Fans flippen aus

Link zum Artikel

Erdbeben auf den Philippinen: Hier stürzt ein Hochhaus-Pool auf die Straße

Link zum Artikel

Sie eiferte Steve Jobs nach – und wurde zur größten Betrügerin im Silicon Valley

Link zum Artikel

Sri Lanka: Zahl der Todesopfer steigt auf 310 – Hinweise auf "Vergeltung" für Christchurch

Link zum Artikel

Journalistin macht sich über Enissa Amani lustig – deren Fans starten eine Insta-Hetzjagd

Link zum Artikel

An Hitlers Geburtstag legt die Schweiz die Nazi-Elf aufs Kreuz

Link zum Artikel

Böhmermann macht aus "GoT" die "Game of Shows" – mit Gottschalk und LeFloid

Link zum Artikel

Influencerin geht in Neuseeland baden – und wird dafür abgestraft

Link zum Artikel

Ukraine-Wahl: Komiker Selenskyj neuer Präsident

Link zum Artikel

"Game of Thrones": Ein beliebter Charakter lebt noch

Link zum Artikel

So instrumentalisieren rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke

Link zum Artikel

Diese Iranerin zog ihr Kopftuch aus und muss jetzt ein Jahr ins Gefängnis

Link zum Artikel

Hartz-IV-Sanktionen in der Schulzeit: "Ich lebte von 30 Euro im Monat"

Link zum Artikel

"Wir sind nicht bei der WM!" Club aus Brandenburg hat 5 Regeln für Helikopter-Eltern

Link zum Artikel

Bei der Hillsborough-Tragödie sterben 96 Fans – und werden dafür beschuldigt

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 7 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Der HSV wirbt mit seinen Fans – nur sind's keine Hamburger. Sondern Magdeburger!

Link zum Artikel

Weil Erdogan kam, drang die Polizei in das Büro dieses Abgeordneten ein – jetzt klagt er

Link zum Artikel

"Junge Mädchen werden hier kaputtgefickt" – Ex-Prostituierte will Sexkaufverbot erreichen

Link zum Artikel

Erstes Foto von einem Schwarzen Loch – und das Internet so 🤷‍♀️

Link zum Artikel

Findest du heraus, welche dieser traurigen Tier-Fakten stimmen?

Link zum Artikel

Die coolste Socke gehört auf den "GoT"-Thron! #TeamTyrion

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Niemand will so wie Venedig sein" – Städte kämpfen gegen Touristenmassen

Venedig gilt als der Inbegriff des Massentourismus. Für viele Touristenorte in Europa gilt daher: Bloß nicht so werden wie Norditaliens Schmuckstück.

Venedig ist längst kein Vorbild mehr. Auf der Rialto-Brücke, vor dem Dogenpalast oder dem Markusdom wimmelt es nur so vor Touristen. Und das umso mehr, je wärmer die Sonnenstrahlen werden.

In der beliebten Lagunenstadt wird sich bald etwas ändern: Tagestouristen müssen Eintritt bezahlen. "Das ist eine Maßnahme, die es in keinem anderen …

Artikel lesen
Link zum Artikel