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Thailand-Hitze: Extrem-Temperaturen fordert mehr Tote als im gesamten Jahr 2023

ARCHIV - 01.05.2024, Thailand, Bangkok: Menschen auf der Silom Road in Bangkok versuchen, sich vor der Hitze zu sch
Menschen in Thailand schützen sich mit Schirmen und Hüten vor der Sonne.Bild: dpa / Carola Frentzen
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Thailand ächzt unter Extrem-Hitze: Schon jetzt mehr Todesopfer als 2023

10.05.2024, 16:1710.05.2024, 16:20
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Seit Wochen berichten Medien weltweit über die anhaltende Hitze in Südostasien. Besonders Thailand steht im Fokus der Berichterstattung.

Die Menschen in dem beliebten Reiseland ächzen seit Wochen unter einer starken Hitzewelle und gefühlten Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius. Die Rekordhitze soll bereits jetzt 61 Tote gefordert haben, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag ist die Zahl der Todesopfer durch Hitzschlag damit bereits jetzt mehr als doppelt so hoch wie im gesamten Jahr 2023 – dabei ist es gerade einmal Mai. Die meisten Opfer gab es den Angaben zufolge im Nordosten des Landes, wo viel Landwirtschaft betrieben wird.

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In der thailändischen Hauptstadt Bangkok und vielen anderen Teilen des Landes bleibt es auch nachts weiter heiß. Die Temperaturen sanken in den vergangenen Wochen kaum unter 30 Grad Celsius. Der Hitzeindex, also die gefühlte Temperatur mit Blick auf die Luftfeuchtigkeit und andere Faktoren, lag in der Mittagszeit regelmäßig bei über 50 Grad.

Die Behörden in Bangkok hatten die Bevölkerung daher immer wieder aufgefordert, sich möglichst in Innenräumen aufzuhalten, um nicht der prallen Sonne ausgesetzt zu sein. Auch landesweite Schulschließungen wurden angeordnet, da viele der Gebäude keine Klimaanlagen haben. Das thailändische Bildungsministerium schätzte das Gesundheitsrisiko als zu hoch für regulären Unterricht ein.

Regen zu Wochenbeginn in Thailand sorgte nur kurzzeitig für Abkühlung

Zu Wochenbeginn kam in vielen Landesteilen zum ersten Mal seit Monaten lang erwarteter Regen vom Himmel, der für Abkühlung sorgte. In der Folge waren die Temperaturen leicht gesunken. Doch am Freitag lagen sie vielerorts wieder bei weit über 30 Grad.

Expert:innen zufolge ist das Klimaphänomen El Niño maßgeblich für die Hitzewelle verantwortlich. Das löst in vielen Weltregionen extreme Wetterereignisse aus oder verstärkt bereits bestehende Krisen. "Alle paar Jahre wieder dreht sich das Wetter auf der Südhalbkugel komplett um: Wo es sonst regnet, herrscht auf einmal Dürre; wo die Sonne scheinen sollte, rollen plötzlich Fluten übers Land", erklärt die Wissenschaftsjournalistin Marlene Göring in einem Beitrag für "Geo".

ARCHIV - 22.04.2024, Bangladesch, Dhaka: Menschen holen sich Trinkwasser aus einer Wasserleitung am Straßenrand, während der landesweit anhaltenden Hitzewelle. (zu dpa: «Wie im Backofen: Rekord-Hitzew ...
Auch in Bangladesch macht den Menschen die Hitze zu schaffen.Bild: Zuma Press / Suvra Kanti Das

Die Folgen in den betroffenen Regionen: Dürren, starke Regenfälle, Überflutungen, Brände, Fluten, Erdrutsche. Durch die Meereserwärmung werde Wasser weniger nährstoffreich und die Erträge der Fischerei brächen ein. Hungersnöte werden größer. Krankheiten werden begünstigt.

Die direkten Wetterauswirkungen durch El Niño in Deutschland und Europa sind kaum merkbar. Doch wir leben in einer globalisierten Welt: Bricht andernorts die Fischerei ein oder trocknen Sojafelder aus, bekommen auch wir die Folgen in unserem Alltag zu spüren, schreibt Göring.

Klimawandel und El Niño: Asien erwärmt sich besonders schnell

Laut eines Berichts der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) vom April erwärmt sich Asien schneller als der globale Durchschnitt. Extremhitze herrschte zuletzt etwa auch in Bangladesch, Vietnam, Myanmar und auf den Philippinen. In Vietnam treiben Hunderttausende tote Fische an der Wasseroberfläche eines Sees, wie aus einem aktuellen "Tagesschau"-Bericht hervorgeht.

Darin ist auch von einer Erklärung des Kinderhilfswerks Unicef die Rede, derzufolge im asiatisch-pazifischen Raum mehr als 240 Millionen Kinder aufgrund immer schlimmer werdender Hitzewellen von Krankheiten und vom Tod bedroht seien.

"Trotz der wachsenden Gesundheitsrisiken durch extreme Hitze werden hitzebedingte Todesfälle häufig nicht gemeldet", warnte die WMO.

(mit Material der dpa)

Wetter: Hitze endet "abrupt" – Experten rechnen mit heftigen Gewittern

Die erste Juliwoche hatte nur wenig mit einem Sommermonat gemein. Das Wetter erinnerte viel mehr an frühherbstliche Tage, wie es sie Ende September oder Anfang Oktober gibt. Am Freitag war es in einigen Gegenden wieder nass, die Temperaturen eher kühl – die Woche ist aber vergleichsweise ruhig zu Ende gegangen. Im Süden konnte man sogar einen sommerlichen Tag mit Sonnenschein genießen.

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