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Cannabis: Wie high wird mein Haustier, wenn ich Gras rauche?

Haustiere sind Rauch in der Wohnung oft schutzlos ausgesetzt,
Haustiere sind Rauch in der Wohnung oft schutzlos ausgesetzt, Bild: pexels / Zen Chung
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Wie high wird mein Haustier, wenn ich Gras rauche?

02.05.2024, 18:49
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Während vor allem die ältere Generation bis vor Kurzem mitunter nicht einmal den Geruch von Cannabis identifizieren konnte, dürfte dieser im bevorstehenden Sommer in Deutschland omnipräsent sein. Seit dem 1. April ist der Konsum von Marihuana für Erwachsene in weiten Teilen der Öffentlichkeit straffrei – und so wird der Geruch vor allem in den großstädtischen Parks zum Standard.

Durch Abstandsregelungen etwa zu Schulen und Kitas sowie weitreichende Verbote gibt es allerdings noch immer einige Möglichkeiten, dem Haze-Nebel in Deutschland zu entfliehen und so auch Passivrauch zu vermeiden. Wer hingegen zu Hause kifft, setzt dem alle aus, die mit im Raum sind. Haustiere eingeschlossen.

Wir zeigen dir, was dauerhafter Cannabis-Konsum in der Wohnung mit deinem geliebten Vierbeiner macht.

THC-Wirkung unterschiedlich bei Mensch und Tier

Zunächst einmal ist es wichtig, die konkrete Wirkung von Cannabis zu verstehen. Verantwortlich für den Rausch ist der enthaltene Wirkstoff Tetrahydrocannabinol, besser bekannt unter der Abkürzung THC.

Durch die Bindung an bestimmte Rezeptoren im Gehirn hat der Stoff beim Menschen einen psychoaktiven Effekt, der beim Rauchen etwa erst nach einigen Minuten eintritt und mehrere Stunden anhalten kann. Atmet man Passivrauch ein, ist verschiedenen Studien zufolge keine Wirkung nachweisbar.

Wer in der Wohnung Gras raucht, sollte auf seine Haustiere achten.
Wer in der Wohnung Gras raucht, sollte auf seine Haustiere achten. Bild: pexels / RDNE Stock project

Bei Tieren sieht das allerdings ein bisschen anders aus. Denn die Wirkung des THC ist zwar generell die gleiche, doch dessen Intensität fällt deutlich heftiger aus als beim Menschen.

Katzen erreichen schneller THC-Maximalwert

Das Wissenschaftsmagazin "Acta Veterinaria Scandinavica" stellte in einer Studie bereits 2018 heraus, dass Katzen durch Passivkonsum von Marihuana stark beeinflusst werden. Demnach erreiche die THC-Konzentration innerhalb weniger Minuten den Maximalwert, auch die Symptome des "Highs" sind bei den Tieren besonders stark ausgeprägt.

Als Grund sehen Expert:innen unter anderem die Größe von Haustieren. Die Stoffwechsel von Hunden und Katzen sind etwa deutlich schneller als bei uns Menschen, sodass Wirkstoffe wie THC auch anders aufgenommen werden. Das Gerücht, Katzen könnten THC gar nicht abbauen, stimmt allerdings nicht.

Katzen werden von Passivrauch mitunter teilnahmslos und müde.
Katzen werden von Passivrauch mitunter teilnahmslos und müde. Bild: pexels / Pixabay

Hinzu kommt auch das Empfinden von Tieren. Während es schon einigen Menschen schwerfällt, mit der plötzlichen Stimmungsveränderung nach einem Joint umzugehen, sind die Effekte für Hund und Katze schlichtweg nicht nachzuvollziehen.

Wegen des fehlenden präfrontalen Kortex im Gehirn von Tieren können sie die berauschende Wirkung nicht einordnen. Auch ohne aktiv körperliche Symptome führt das in den meisten Fällen zu Angstzuständen.

So erkennst du eine Cannabis-Vergiftung bei Tieren

Häufig äußert sich der Passivkonsum bei Tieren aber durch klar erkennbare körperliche Hinweise. "Es können Symptome entstehen, die unter Umständen lebensbedrohlich sind", erklärt Tierärztin Moira Gerlach von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Weitere Kennzeichen für eine Cannabis-Vergiftung bei Tieren sind:

  • geweitete Pupillen
  • taumelnde Fortbewegung
  • Unruhe oder Teilnahmslosigkeit
  • Aggressivität
  • Orientierungslosigkeit
  • Untertemperatur
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Neben den klassischen Merkmalen von Cannabis-Konsum reagieren manche Tiere auf den Rauch zusätzlich mit Sabbern und damit einhergehenden Krampfanfällen. Und wenn deine Katze sich plötzlich aus scheinbar unerklärlichen Gründen erbricht, könnte das am Grasgeruch in deiner Wohnung liegen.

Was tun, wenn der Hund bekifft ist?

Sollten dir die genannten Symptome bei deinem Tier auffallen, ist eine schnelle Reaktion ratsam. Hat dein Hund beispielsweise etwas von deinen Haschbrownies gefressen, können Tierärzt:innen bis zu zwei Stunden nach dem Konsum ein Mittel zum Erbrechen spritzen, um das Gift wieder aus dem Körper zu befördern.

"Schon bei Verdacht auf eine Intoxikation sofort einen Tierarzt aufsuchen", rät Moira Gerlach. In schweren Fällen kann eine Cannabis-Vergiftung zum Tod führen. Auch bei der Aufnahme von Cannabis durch Passivrauch und den entsprechenden Symptomen sollte tierärztliche Hilfe gesucht werden.

Anders verhält sich das Ganze übrigens bei CBD. Der zweite in Cannabis enthaltene Wirkstoff hat eine beruhigende und angstlösende Wirkung und kann auch bei Tieren in etwaigen Stresssituationen genutzt werden.

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