Young woman with friends watching movie in cinema and laughing. Group of people in theater with popcorns and drinks.
Immer wieder ein Schock: Im Kino ist man schnell mal 35 Euro los für Ticket, Snacks und Getränk. Bild: iStockphoto / Jacob Ammentorp Lund
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Sparen in der Freizeit: 5 Tipps für eine prallere Vergnügungskasse

07.06.2022, 17:1007.06.2022, 17:13

Der WingTsun-Kurs, zu dem man schon lange nicht mehr geht, der Clubbesuch, der völlig eskalierte oder die Ukulele, die man schon lange nicht mehr angerührt hat – wir alle haben Ausgaben in unserer Freizeit, die irgendwie unsinnig sind. Laut den aktuellsten Daten des Statistischen Bundesamts (von 2019) gaben die privaten Haushalte in Deutschland rund 284 Euro im Monat für Freizeit, Unterhaltung und Kultur aus.

Das klingt viel. Aber: Kann man im Freizeitbereich sparen, ohne dabei auf die Dinge zu verzichten, die besonders Spaß machen? Für watson baten wir Christoph Tofall, Sprecher der Verbraucherzentrale NRW, um ein paar Tipps.

Achillesferse finden

Kinotickets, Fitnessclub-Beitrag und Clubbesuch: Die Kosten für Freizeitaktivitäten sind kleinteilig, vielseitig und deshalb schwer zu überblicken. "Da gibt es nur eine Lösung: Haushaltsbuch führen", rät Christoph Tofall. "Ohne dass man sich zumindest für einige Monate die Mühe macht alle Einnahmen und Ausgaben zu notieren, wird man nie einen Überblick bekommen."

Ob man dabei ein Notizbuch, eine App oder eine Excel-Tabelle verwendet, sei zweitrangig, erläutert er weiter. Hilfreich sei es aber, "die Ausgaben zu kategorisieren, sodass man Erkenntnisse gewinnen kann, wofür das Geld ausgegeben wird." Es helfe, die Ausgaben dabei in Gruppen zu unterteilen, also zB. Kultur, Sport, Gastro, Clubbing, Reisen.

Erst dann kannst du deine finanzielle Achillesferse klar erkennen und zum nächsten Punkt übergehen: Ist mir der Spaß in diesem Bereich die Ausgaben wert?

Fokus setzen

Gerade "bei knappen Kassen muss man sich überlegen, was wichtig ist und dann bei anderen Kategorien versuchen einzusparen", so Tofall von der Verbraucherzentrale weiter. Was zu den "unnötigen" Kosten gehöre, sei absolut individuell.

Welche Freizeitaktivität macht dir also wirklich Freude? Zu welcher lässt du dich eher hinschleifen? Wem es gelingt, einen Fokus zu setzen, der kann sein Geld gezielter für die Dinge ausgeben, die ihm selbst tatsächlich etwas geben.

"Möglicherweise ist es Verbraucherinnen und Verbrauchern wichtig, mehrmals im Jahr in exotischen Ländern Urlaub zu machen, dafür brauchen diese vielleicht aber keine große Wohnung und können bei der Miete sparen."
Christoph Tofall gegenüber watson

Abos kündigen

Es sollte unkompliziert sein, dennoch tun wir uns oft extrem schwer damit, einmal abgeschlossene Abos zu kündigen. Das gilt für Fitnessstudios genauso wie für "mehrere Streaming-Abos", so Tofall im Gespräch mit watson. Meist steckt dahinter Bequemlichkeit, oft auch Selbstbetrug in Form von "Irgendwann schaue ich das/gehe ich zum Pilates".

Lazy young woman with smartphone on yoga mat indoors
Wenn deine Bildschirmzeit im Fitnessstudio explodiert, kannst du dir die Mitgliedschaft vielleicht auch sparen...Bild: iStockphoto / Liudmila Chernetska

Nutze den nächsten Regentag, um dich eine halbe Stunde hinzusetzen und alle Mitgliedschaften und Abonnements zu kündigen, die du nicht regelmäßig nutzt. Zumeist geht das sogar per Mail. Hast du dabei Bedenken, vergiss nicht, dass du die meisten Angebote jederzeit einzeln buchen kannst, sofern du sie vermisst – dann kaufst du z.B. die ehemals abonnierte Zeitschrift nur im Sommerurlaub, wenn du auch wirklich zum Lesen kommst.

Teure Mitgliedsbeiträge wenden wir oft für den Sport auf. Dazu sagt Christoph Tofall klar: "Ungenutzte Fitnessstudioverträge kündigt man besser und sucht nach kostenfreien Sportvarianten oder solchen, die keine langfristige Vertragsbindung haben."

Freunde einbeziehen

Das teure Gemeinschaftsgeschenk zum Geburtstag des Kumpels, die Tickets für ein kostspieliges Festival, die regelmäßigen Treffen in der Szene-Bar, die für das Bier 4,50 Euro will...

Der Kostenfaktor Freundschaft wird unterschätzt, denn oft passen wir uns dem Ausgabeverhalten unseres Umfelds an und geben zudem in Gemeinschaft bereitwilliger mehr Geld aus, als wir es alleine täten. Solltest du diejenige sein, die über das schmalste Einkommen verfügt, kommuniziere das offen, denn häufig ist es anderen gar nicht bewusst. So könnt ihr Freizeit-Alternativen finden, die dein Budget nicht regelmäßig sprengen. Das gleiche Prinzip gilt natürlich auch in Paarbeziehungen.

Happy multiracial friends eating, drinking beer and laughing together at barbecue dinner - Young happy people having fun at bbq meal - Friendship and food concept - Focus on guys faces
Im Sommer bietet sich das Essen im Freien an. Bild: iStockphoto / DisobeyArt

Einfacher für alle wird es, wenn du die Initiative ergreifst und konkret Dinge vorschlägst, die kostengünstig sind, aber trotzdem Spaß machen: Grillen im Park, ein Flohmarktbummel und Ferienwohnung statt Hotel beim Städtetrip. Wenn Geburtstagsgeschenke absurd teuer werden: Setzt ein Budget im Freundeskreis fest oder klinke dich aus und schenke etwas eigenes, von immateriellem Wert (z.B. ein selbst vorgelesenes Hörbuch für regelmäßige Pendler).

Teilen statt besitzen

Abgesehen davon, dass wir darauf achten müssen, wie viele Ressourcen unserer Erde wir noch verbrauchen wollen, ist teilen meist günstiger als besitzen, so Tofall: "Ein Tipp? Mehr Sharing-Angebote nutzen." Denn nicht nur die Anschaffung, auch die Aufbewahrung (Platz) und der Erhalt (Reperaturkosten) von Gegenständen kostet. Bestes Beispiel ist hier das Auto.

"Je nachdem, um welche Freizeitaktivität es geht, kann man sich Dinge ausleihen oder diese gemeinsam mit anderen nutzen. Das hilft ebenfalls Ausgaben zu senken."
Christoph Tofall gegenüber watson

Car-Sharing und ein guter Streaming-Dienst sind inzwischen Klassiker, aber auch Fitnessgeräte, Musikinstrumente, Campingausrüstung und Technikgeräte lassen sich mieten. Das lohnt sich vor allem, wenn man ein Hobby erst einmal austesten will, sich Modelle schnell überholen (z.B. Spielkonsolen) oder nur selten benutzt werden.

Schon fast vergessen, dabei echte Sparwunder, sind städtische Bibliotheken. Die Mitgliedschaft ist günstig und das Ausleihen von Büchern, Filmen und Videospielen kostenlos. So sollte dir zuletzt etwas Geld übrig bleiben, um dir die Dinge zu gönnen, die du wirklich jeden Tag um dich haben willst.

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