Christian Drosten, Direktor am Institut fuer Virologie der Charite Berlin, aufgenommen im Rahmen einer Presseunterrichtung des Bundesgesundheitsministeriums zur Ausbreitung des Coronavirus. In der Bundespressekonferenz in Berlin, 09.03.2020. Berlin Deutschland *** Christian Drosten, Director at the Institute of Virology of the Charite Berlin

 ndr podcasts update kontakt corona virologe 2020 startseite charité podcast politik

Virologe Christian Drosten leitet die zuständige Abteilung an der Charité Berlin. Bild: imago images / Janine Schmitz/photothek.net

Drosten erklärt, wie Coronavirus zu einem harmlosen Schnupfen werden könnte

Das Coronavirus hat uns die vergangenen Wochen und Monate stark beschäftigt. Das wird es voraussichtlich auch noch in der näheren Zukunft tun. Doch schon in absehbarer Zeit könnte das vorbei sein – und das Virus zu einem vergleichsweise harmlosen Schnupfen werden.

Das erklärt Virologe Christian Drosten in seinem Podcast vom Dienstag. Er zitiert zunächst eine Studie der Universität Oxford. Wissenschaftler hatten darin die Entwicklung unterschiedlicher Populationen des Coronavirus untersucht.

Für die Studie wurden die Viren von insgesamt 405 Patienten untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass einige Untersuchte bereits zwei verschiedene Populationen des Virus in sich tragen.

"Das ist zunächst einmal eine schlechte Nachricht", so Drosten. Denn: Wenn zwei unterschiedliche Virusstämme sich unabhängig voneinander verbreiteten und dann wieder aufeinander träfen, bezeuge das die gute Überlebensfähigkeit des Virus. Und es belege außerdem, dass sich Sars-Cov-2-Viren trotz unterschiedlicher Entwicklungen zusammen vermehren können, wenn sie wieder aufeinander treffen. Das wiederum begünstige Mutationen.

Drosten: Bessere Übertragung, aber nur noch ein Schnupfen

Es gibt aber auch eine gute Nachricht. Denn Drosten folgert aus den Ergebnissen der Studie auch, dass das Virus gute Chancen habe, sich an uns Menschen anzupassen. Was erstmal bedrohlich klingt, ist demnach genau das Gegenteil:

"Dieses Anpassen kann dazu führen, dass es sich besser überträgt, aber in der Nase bleibt und zu einem einfachen Schnupfen wird."

Es könne zwar auch sein, dass sich das Coronavirus durch Mutationen in Richtung schwererer Krankheitsverläufe entwickle. Das ergebe aber den Gesetzen der Evolution zufolge keinen Sinn. "Bei schneller und heftiger eintretenden Symptomen isolieren sich die Menschen früher und stecken dadurch weniger Mitmenschen an." Deswegen schwächten sich Viren-Epidemien in der Regel ab.

So oder so: "Das Virus wird wohl in jedem Fall harmloser werden", vermutet Drosten. Neben seinen Vermutungen über die evolutionären Faktoren führt er dafür auch die zunehmende Bevölkerungsimmunität an.

(om)

Meinung

Sonderrechte für Geimpfte? "Die Impfdebatte darf nicht zur Neiddebatte verkommen"

Ein Kumpel von mir meinte letztens, dass er gerne jeden Tag eine Postkarte an seine Freunde verschicken würde: "Liebe Tanja, wie geht es dir? Hier ist alles scheiße. Viele Grüße – dein Robert". Ich finde, das fasst die Stimmung, die die meisten von uns aktuell wahrscheinlich haben, ganz gut zusammen.

Wie schön wäre dann doch, endlich gegen Corona geimpft zu sein. Wieder in eine Bar, zu einem Konzert, ins Theater gehen zu können, sich anstatt verzweifelter DIY-Aktionen die Haare risikoarm vom …

Artikel lesen
Link zum Artikel