Friends checking their digital international certificates of COVID-19 Vaccination, standing on the street, wearing a FFP2 Mask, holding boarding passes and pasports

Das Impfzertifikat der EU soll vor allem Reisen erleichtern. (Symbolbild) Bild: E+ / Vladimir Vladimirov

Impfausweis oder Grünes Zertifikat: So weist du deine Corona-Impfung auch im Ausland nach

Immer mehr Menschen in Deutschland und Europa haben bereits ihre zweite Impfung gegen das Coronavirus erhalten und sind damit vollständig geimpft. Den ersten Studienergebnissen zufolge ist es wahrscheinlich, dass Geimpfte nicht nur vor einer Infektion geschützt sind, sondern zusätzlich das Virus nicht an andere weitergeben können. Daher wird nun auch darüber diskutiert, ob für Geimpfte die Einschränkungen der Grundrechte aufgehoben werden sollen.

Am Montag fand dazu ein Impfgipfel zwischen Bund und Ländern statt, konkrete Ergebnisse gab es aber nicht. Laut einem Eckpunktepapier der Bundesregierung vom Wochenende könnten für die beiden Gruppen der vollständig Geimpften und Genesenen aber etwa beim Zugang zu Geschäften und Dienstleistungen wie Friseuren dieselben Ausnahmen gelten wie für negativ Getestete. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn soll der Bundesrat am 28. Mai final darüber entscheiden.

Wie aber soll man eine Impfung nachweisen? Mit dem Impfausweis, dem digitalen Impfnachweis oder dem Grünen Zertifikat? Und in welcher Situation benötigt man welches Dokument? Watson beantwortet die wichtigsten Fragen.

Welche verschiedenen (digitalen) Dokumente gibt es?

Es gibt drei wichtige Dokumente. Zum einen den Impfausweis (auch Impfbuch oder Impfpass genannt), in dem jede Impfung dokumentiert wird. Er ist gelb und nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation erstellt. Zum anderen soll es im Laufe des Jahres einen digitalen Corona-Impfnachweis beziehungsweise Corona-Immunitätsnachweis geben. Zusätzlich soll ab dem Sommer das digitale Impf-Zertifikat der EU, auch "Digitales grünes Zertifikat" genannt, das Reisen erleichtern.

Was ist der Impfausweis?

Im Impfausweis wird jede Impfung dokumentiert. Es ist ein internationales Dokument, dass man im Idealfall sein ganzes Leben lang hat und in der Regel beim Arzt erhält. Hier sind alle Impfungen aufgeführt, die man jemals erhalten hat. Den Impfausweis gab es schon lange vor der Corona-Pandemie.

Wofür braucht man den Impfausweis?

Mit dem Impfausweis soll jeder Arzt nachvollziehen können, wogegen man geschützt ist und wann Auffrischimpfungen gemacht werden müssen. Zudem sollen unnötige Impfungen vermieden werden. Man braucht ihn zudem beispielsweise, wenn man in ein Land mit Gelbfieber-Einreisebestimmungen reisen möchte.

Was ist der digitale Corona-Impfnachweis?

Zudem wird es den digitalen Corona-Impfnachweis beziehungsweise Corona-Immunitätsausweis geben. Er soll fälschungssicher sein und nachvollziehbar beweisen, dass man gegen Corona geimpft ist. Neben gegen Corona-Geimpften sollen sich damit auch Covid-Genesene ausweisen können. Hier liegt auch der Unterschied zum analogen gelben Impfausweis: Der geplante digitale Immunitätsausweis ist ausschließlich für den Nachweis der Corona-Impfung oder überstandenen Erkrankung gedacht. Ihn soll es zu Beginn der zweiten Jahreshälfte geben.

Der digitale Impfnachweis ist laut Gesundheitsministerium lediglich ein freiwilliges und ergänzendes Angebot und funktioniert über eine App. Wenn Geimpfte kein Smartphone besitzen oder dieses verloren haben, ist der Impfnachweis über das "gelbe Heft", also den Impfausweis, weiterhin möglich und gültig.

Ab dem 1. Januar 2022 werden Versicherte zudem die Möglichkeit erhalten, alle ihre Impfungen digital auf der elektronischen Patientenakte speichern zu lassen. Der separate digitale Impfnachweis für die Corona-Impfung soll dann nicht mehr nötig sein.

Was bringt der digitale Corona-Immunitätsnachweis?

Er soll dabei helfen, Geimpften und Genesenen wieder mehr Freiheiten zu geben und kann beispielsweise beim Shoppen, bei Veranstaltungen oder im Kino Vorteile bringen. Geimpfte und Genesene können mit dem Immunitätsnachweis so behandelt werde wie Menschen, die einen aktuellen negativen Test vorlegen können.

Der deutsche digitale Impfnachweis orientiert sich dabei am Konzept des europäischen Zertifikats. Beide Nachweise werden laut Bundesgesundheitsministerium kompatibel und interoperabel sein. Die Zertifikate werden auch in den europäischen Nachbarländern geprüft werden können und umgekehrt.

Was ist das Impf-Zertifikat der EU?

Das digitale Impf-Zertifikat der EU, auch "Digitales grünes Zertifikat" genannt, soll vor allem das Reisen erleichtern. Es bescheinigt eine Impfung mit einem der Impfstoffe, die in der EU zugelassen sind, oder eine überstandene Covid-19-Erkrankung, die zur Bildung von Antikörpern geführt hat. Zudem wird ein negativer Corona-Test nachgewiesen. Selbst-Testungen gelten hier nicht. Das Zertifikat wird von der jeweiligen nationalen Gesundheitsbehörde ausgestellt. Und zwar als QR-Code, entweder elektronisch oder auf Papier. Alle Menschen, die die Voraussetzungen erfüllen und in der EU leben oder legal einreisen können, erhalten das Zertifikat. Das Zertifikat ist für diesen Sommer geplant

Wann ist das EU-Zertifikat sinnvoll?

Das EU-Zertifikat ist vor allem bei Reisen außerhalb Deutschlands sinnvoll. Wer ein EU-Zertifikat besitzt, muss bei Reisen innerhalb der EU keinen Covid-Test mehr vorlegen, muss nicht in Quarantäne und kann ohne besonderen Grund reisen. Die Mitgliedsstaaten können von diesen Regelungen aber abweichen, wenn sie das gegenüber der EU-Kommission anmelden und begründen. Das EU-Zertifikat wird extra für die Zeit der Corona-Pandemie eingeführt. Sobald die WHO die Pandemie für beendet erklärt, erlischt das Zertifikat.

(pas)

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