Die Digitalisierung schreitet auch in den deutschen Supermärkten voran.
Die Digitalisierung schreitet auch in den deutschen Supermärkten voran. Bild: www.imago-images.de / Waldmüller
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Supermarkt wagt große Neuerung – als erster Einzelhändler in Deutschland

01.09.2022, 18:04

Der Handzettel als Werbung für Supermärkte gerät immer weiter in den Hintergrund. Im Zeitalter der Digitalisierung endet damit eine Ära. Stattdessen setzen Händler vermehrt auf digitale Alternativen. Auch Rewe hatte erst kürzlich verkündet, bis zum Juli 2023 die Verteilung der Prospekte einzustellen. Nun hat die Supermarktkette offenbar einen neuen Weg gefunden, seine Kundschaft alternativ über Angebote zu informieren.

Schließlich landen mehr als 28 Milliarden Werbeprospekte jährlich in den Briefkästen deutscher Haushalte: Eine gigantische Papierflut, die schließlich weggeschmissen wird. Unnötig, findet Rewe. Auf welchem Wege die Kundschaft stattdessen auf dem Laufenden gehalten werden könnte, wurde lange analysiert. Nun teilt das Unternehmen eine Neuerung mit.

Rewe informiert ab Juli 2023 nicht mehr mithilfe des klassischen Handzettels in Papierform über neue Angebote.
Rewe informiert ab Juli 2023 nicht mehr mithilfe des klassischen Handzettels in Papierform über neue Angebote.Bild: IMAGO/Martin Wagner

Rewe startet Alternative zum gedruckten Prospekt

Rewe-Kund:innen können sich ab sofort via Whatsapp über neue Angebote informieren lassen, das teilt der Supermarkt-Riese in einer Pressemitteilung mit. Den neuen Service hat Rewe vorher getestet und das Interesse an digitalen Prospekten über den Messenger-Dienst sei laut eigenen Aussagen groß.

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Die Anmeldung für den Whatsapp-Dienst funktioniert über die Webseite und ist kostenlos. Bei Angabe der Postleitzahl erhalten Interessierte dann regionale Angebote und Informationen aus dem Wunschmarkt in der Nähe.

Vor unangenehmen Spam-Nachrichten müsse die Kundschaft keine Sorge haben, verspricht Rewe. Beenden kann man das Prospekt-Abo mit einem einfachen "Stop" im Chat.

"Mit Meta und WhatsApp haben wir einen weiteren guten Weg gefunden, der unseren Kund:innen regionale Angebote und relevante Informationen auf eine leicht zugängliche Art und Weise bietet", sagt Bastian Tassew, Head of CRM & Owned Media bei Rewe.

Rewe spart über Whatapp-Prospekte bis zu 73.000 Tonnen Papier jährlich

Rewe begründet die Neuerung mit dem Argument der Nachhaltigkeit. Das Unternehmen verschreibe "sich seit Jahren in ihrer Unternehmensstrategie konsequent der Nachhaltigkeit und transformiert in diesem Sinn sukzessive und erfolgreich Prozesse und Angebote, vor allem auch mittels Digitalisierung", sagt Tassew. Sicherlich ist jedoch auch der finanzielle Aufwand für das Unternehmen durch die Logistik- und Produktionseinsparungen geringer.

Gedruckte Werbe-Prospekte werden noch immer häufig dazu benutzt, Einkaufszettel zu erstellen.
Gedruckte Werbe-Prospekte werden noch immer häufig dazu benutzt, Einkaufszettel zu erstellen.Bild: IMAGO / MiS

Das Umweltargument ist dennoch nicht von der Hand zu weisen. Rewe hatte jüngst angekündigt, zum 1. Juli 2023 Druck und Verteilung der Prospekte einzustellen, dafür aber die Artikelwerbung über neue und bekannte Medien erheblich auszubauen. Der Effekt für Umwelt, Klima und Ressourcenschonung kann sich durchaus sehen lassen: Die Umstellung spart mehr als 73.000 Tonnen Papier, 70.000 Tonnen CO2, 1,1 Millionen Tonnen Wasser und 380 Millionen kWh Energie pro Jahr ein.

(ast)

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