ARCHIV - 09.09.2021, Baden-W
Das Bundeskartellamt hat ein Verfahren gegen Paypal eingeleitet.Bild: dpa / Silas Stein
Digital

Schwere Vorwürfe gegen Paypal – Kunden sind die Leidtragenden

25.01.2023, 08:31

Der Bezahldienstleister Paypal verzeichnet mehrere Millionen Nutzer:innen auf der ganzen Welt. Für viele Menschen ist Paypal aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken – eine starke Position für das Unternehmen. Paypal ist in Deutschland bei Online-Zahlungen nicht nur der führende Anbieter, sondern auch der teuerste, berichtet das Bundeskartellamt unter Berufung auf Marktstudien.

Aufgabe des Bundeskartellamtes ist der Schutz des Wettbewerbs in Deutschland.
Aufgabe des Bundeskartellamtes ist der Schutz des Wettbewerbs in Deutschland.Bild: dpa / Oliver Berg

Jetzt ist der Bezahldienstleister ins Visier der Wettbewerbsbehörde geraten. Diese hat ein Verfahren gegen Paypal eingeleitet.

Paypal steht unter Verdacht der Behinderung von Wettbewerbern

Dabei geht es um den Verdacht der Behinderung von Wettbewerbern und der Beschränkung des Preiswettbewerbs. Anlass seien die in den Nutzungsbedingungen von Paypal für Deutschland festgelegten "Regeln zu Aufschlägen" und zur "Darstellung von Paypal", teilte das Bundeskartellamt am Montag mit. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagt:

"Diese Klauseln könnten den Wettbewerb beschränken und einen Verstoß gegen das Missbrauchsverbot darstellen."

Die Leidtragenden? Das wären insbesondere auch die Verbraucher:innen. Diese würden die höheren Kosten am Ende indirekt über die Produktpreise zahlen, sagt Mundt. Das Kartellamt werde jetzt prüfen, welche Marktmacht Paypal zukomme und inwieweit Online-Händler darauf angewiesen seien, Paypal als Zahlungsmethode anzubieten.

Bundeskartellamt beanstandet Verbote von Paypal an Händler

Laut Bundeskartellamt wurde Händlern zum Beispiel verboten, Waren und Dienstleistungen zu niedrigeren Preisen anzubieten, wenn Kund:innen für die Bezahlung eine günstigere Zahlungsmethode als Paypal wählen. Eine Präferenz für eine andere Zahlungsmethode als Paypal auszudrücken oder deren Nutzung für Kund:innen komfortabler zu gestalten, wurde ebenso untersagt. Mundt erklärt:

"Wenn die Händler gehindert werden, die unterschiedlich hohen Kosten der verschiedenen Zahlungsmethoden über entsprechende Aufschläge oder Rabatte zu berücksichtigen, können sich andere und neue Zahlungsmethoden im Preis- und Qualitätswettbewerb schlechter behaupten oder gar nicht erst auf den Markt kommen."
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Die Entgelte, die Händler für die Nutzung eines Zahlungsdienstes bezahlen müssen, unterscheiden sich erheblich – je nachdem, um welche Methode es sich handelt. Für gewöhnlich legen Händler diese Entgelte auf die Produktpreise um. Letztendlich müssen dadurch die Verbraucher:innen für die Kosten aufkommen.

(Mit Material von dpa)

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