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Japan-Urlaub: Stadt fordert Zwei-Stunden-Limit für Smartphone-Nutzung

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"Nur noch kurz auf Tiktok!"Bild: zoonar / imago images
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Japan: Stadt fordert von Einwohnern Zwei-Stunden-Limit für Smartphones

Kaum Zeit für die Familie, Schlafmangel und psychische Probleme – exzessive Smartphone-Nutzung kann schwere Folgen haben. Um möglichem Suchtverhalten entgegenzuwirken, plant eine japanische Stadt nun eine neue Verordnung. Die kommt bei den Einwohner:innen aber nicht gut an.
29.08.2025, 08:1929.08.2025, 08:19
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Viele Menschen hängen täglich Stunden vor dem Smartphone-Bildschirm. Das liegt natürlich daran, dass es viele nützliche Funktionen gibt. Gerade junge Menschen verbringen allerdings auch viel Zeit auf Social Media. Da wird aus "nur mal kurz bei Insta reinschauen" schnell mal eine Stunde (oder mehr).

Viele sehen darin eine Möglichkeit, sich zu entspannen und beispielsweise nach einem stressigen Arbeitstag einfach mal das Hirn auszuschalten. Aber genau das ist nicht der Fall: Beim Schauen der Videos arbeitet der Kopf weiter. Und wer das nicht nur zehn Minuten, sondern täglich mehrere Stunden macht, muss mit negativen Folgen für das psychische und physische Wohlbefinden rechnen.

Japan: Verordnung sieht Limit für Smartphone-Nutzung vor

Dessen ist sich offenbar auch der Bürgermeister von Toyoake, Masafumi Koki, bewusst. Ihm zufolge gibt es vereinzelte Hinweise, dass die Erwachsenen in der japanischen Stadt an ihren Telefonen klebten, obwohl sie eigentlich schlafen oder Zeit mit ihren Familien verbringen könnten.

Um dieses Smartphone-bedingte Suchtverhalten und den damit angeblich verbundenen Schlafmangel in der japanischen Stadt zu bekämpfen, will die Stadtführung die Einwohner:innen zu einer ungewöhnlichen Maßnahme aufrufen: Sie sollen ihre Handy-Zeit auf zwei Stunden pro Tag begrenzen.

Wie der "Guardian" berichtet, hat die Gemeindeversammlung der 70.000-Einwohner:innen-Stadt diese Woche begonnen, über eine nicht bindende Verordnung zu beraten. In dem aktuellen Entwurf ist neben dem Zwei-Stunden-Limit auch die Forderung enthalten, dass Grundschüler:innen und jüngere Kinder ihr Smartphone oder Tablet nach 21 Uhr beiseitelegen sollen.

Jugendliche und Erwachsene sollen ihre Geräte ab 22 Uhr aus der Hand legen. Wie das kontrolliert werden soll, geht aus dem Bericht nicht hervor. Laut "Guardian" sind aber ohnehin keine Strafen vorgesehen, die Verordnung hätte also wohl einen rein symbolischen Wert.

Handy-Limit: Einwohner von Toyoake wenig begeistert

Online kam die Ankündigung trotzdem nicht gut an. "Ich verstehe ihre Absicht, aber die Zwei-Stunden-Begrenzung ist unmöglich", zitiert der "Guardian" einen X-User. Ein anderer schrieb, dass zwei Stunden noch nicht einmal reichen würden, auf dem Smartphone ein Buch zu lesen oder einen Film zu schauen.

Bürgermeister Masafumi Koki gestand ein, dass die Geräte im Alltag nützlich und unverzichtbar seien. Aber: "Ich hoffe, es wird für Familien eine Gelegenheit sein, über die Zeit, die sie mit Smartphones verbringen, sowie über die Tageszeit, zu der sie die Geräte nutzen, nachzudenken und zu diskutieren."

Das scheint Koki bereits jetzt erreicht zu haben – auch wenn vielleicht anders als gedacht.

Vier Tage nach der Ankündigung seines Vorhabens waren bereits 83 Anrufe und 44 Mails bei den Behörden der Stadt eingegangen. Von den Nachrichten waren rund 80 Prozent kritisch gegenüber der geplanten Verordnung, wie der "Guardian" berichtet.

Eine Abstimmung über die Verordnung ist für Ende nächsten Monats angesetzt. Wird sie angenommen, tritt sie im Oktober in Kraft.

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