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Gen Z will im Job den eigenen Chef führen – eine Expertin hat vier bessere Ideen

Die Gen Z will Führungskräfte selbst managen. Ergibt das Sinn?
Die Gen Z will Führungskräfte selbst managen. Ergibt das Sinn?bild: pexels / anna shvets
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"Managing Up": Die Gen Z will den eigenen Chef führen – eine Expertin hat vier bessere Ideen

22.08.2023, 11:47
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Die Methode ist nicht neu, doch sie trendet (wieder einmal) auf Tiktok: Mehr und mehr Menschen fordern auf Tiktok dazu auf, die eigenen Führungskräfte zu führen. "Managing Up" lautet der englische Fachbegriff für den Versuch, Chef:innen in die gewünschten Bahnen zu lenken.

Im Kern geht es darum, Vorgesetzte von unten zu führen, um ihnen mehr oder minder unbemerkt das Vorgehen einzutrichtern, das man sich selbst wünscht. Zum Beispiel, indem man sich nicht nur stumpf über Dinge beschwert, sondern Worte wählt, die Lösungen bereits vorgeben.

Ein konkretes Beispiel: Man beklagt sich nicht über Überstunden, sondern zählt auf, was man alles geleistet hat. Um dann zu fragen, warum man dennoch länger bleiben muss. In der Theorie nicken Chef:innen dann. Und schicken einen nach Hause.

Wichtig ist bei diesem Vorgehen eine gute Beziehung zu Führungskräften, um durch offene Kommunikation die eigenen Bedürfnisse zu erreichen. Klingt logisch. Doch wie sinnvoll ist das? Das wollte watson von Gaby Wasensteiner wissen, die Karriereexpertin bei Linkedin ist. Sie sagt: "Grundsätzlich schadet es natürlich nicht, eine gute Beziehung zur eigenen Führungskraft zu haben." Doch sie gibt zu bedenken: "Es gehört nicht zu den Aufgaben der Mitarbeiter:innen, ihre Vorgesetzten zu führen."

Die Führungsverantwortung liege bei denjenigen, die damit beauftragt sind und dafür bezahlt werden. "Ich rate besonders jungen Arbeitnehmer:innen dazu, die eigenen Bedürfnisse und Herausforderungen klar zu kommunizieren und sehr wohl die berufliche Weiterentwicklung zu priorisieren, ohne dabei der Führungskraft die Verantwortung dafür vollständig abzunehmen."

Weshalb sie nur bedingt dazu rät, sich "die Macht zurückzuholen", wie es beispielsweise Tiktokerin Rima im hier eingebetteten Video vorschlägt.

Doch was wären dann bessere Wege, um die Wünsche zu erreichen?

Die Karriere-Expertin hat vier Tipps, wie man auch ohne "Managing Up" berufliche Zufriedenheit und Weiterentwicklung erreichen kann.

Watson protokolliert sie für euch.

Gaby Wasensteiner ist Karriereexpertin bei Linkedin.
Gaby Wasensteiner ist Karriereexpertin bei Linkedin.Bild: linkedin

Zeige deine Qualitäten, ohne deine Führungskraft zu führen

Das "Führen von unten" könnte auf den ersten Blick für Arbeitnehmer:innen ein passender Weg sein, ihr Führungspotenzial unter Beweis zu stellen. Ob sich so allerdings tatsächlich der berufliche Aufstieg beschleunigen lässt, sei einmal dahingestellt. Suche dir stattdessen lieber eigene Projekte, in denen du Verantwortung übernehmen kannst, und notiere dir kleine und große berufliche Erfolge. So hast du sie auch im nächsten Personalgespräch direkt griffbereit und kannst damit punkten – ganz, ohne deine Führungskraft führen zu müssen.

Es kann helfen, eigene Erfolge fürs nächste Personalgespräch zu protokollieren.
Es kann helfen, eigene Erfolge fürs nächste Personalgespräch zu protokollieren.Bild: pexels / michael burrows

Sprich deine Bedürfnisse und Herausforderungen offen an

Probleme und Herausforderungen im Job können nur angegangen werden, wenn man offen darüber spricht. Dazu ist es besonders hilfreich, die positiven Auswirkungen zu skizzieren, die Veränderungen am Status Quo nicht nur für einen selbst, sondern vor allem auch für das Unternehmen haben werden. Klare Vorstellungen und offene Kommunikation können dazu beitragen, eine bessere Balance zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Anforderungen des Jobs zu finden.

Inspiration und Unterstützung kann auch das eigene Netzwerk bieten, in dem man sich über berufliche Herausforderungen austauscht und so Inspiration und Hilfestellungen findet.

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Stelle selbst die Weichen für deine berufliche Weiterentwicklung

Der Hauptgrund, aus dem auf "Managing Up" zurückgegriffen wird, ist in vielen Fällen ein unerfüllter Veränderungswunsch. Wenn die eigene Führungskraft diesen nicht sieht oder nicht darauf eingeht, kann es helfen, selbst die entsprechenden Weichen zu stellen.

Dazu bietet sich zum Beispiel das Übernehmen einer neuen Aufgabe an, die breiter angelegt ist als dein eigentlicher Job. Die Mitarbeit in einem Projekt, das die Zusammenarbeit mit verschiedenen Teams im Unternehmen erfordert, oder sogar ein Wechsel in eine andere Abteilung.

Fehlt es dir dazu an der einen oder anderen Stelle noch an den nötigen Fähigkeiten, können digitale Lernplattformen eine erste Anlaufstelle für Weiterbildung sein. Sie ermöglichen es, von überall und zu jeder Zeit dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln, ganz nach deinen eigenen Bedürfnissen. Es gibt mehrere gute Angebote, als Karriereexpertin bei Linkedin würde ich euch natürlich "Linkedin Learning" ans Herz legen.

Ein neues Projekt kann helfen, um im Büro die eigenen Ambitionen zu unterstreichen.
Ein neues Projekt kann helfen, um im Büro die eigenen Ambitionen zu unterstreichen.Bild: pexels / liza summer

Zeit für etwas Neues

Wenn man nicht mehr glücklich im Job ist und sich daran auch perspektivisch nichts ändern lässt, liegt das möglicherweise tatsächlich an einer toxischen Arbeitskultur im eigenen Team. Dann könnte es an der Zeit sein, sich intern oder extern nach einer neuen Stelle umzusehen.

Dabei gilt es aber, nichts zu überstürzen. Halte lieber "nebenbei" Ausschau nach offenen Stellen, die dich interessieren könnten, und bewirb dich bei passender Gelegenheit. Achte dabei darauf, dass bei einem externen Wechsel der potenzielle neue Arbeitgeber auch zu deinen Werten passt. Profi-Tipp: Auf den richtigen Plattformen kann man via Suchfilter beispielsweise auch nach Commitment filtern, mit dem du Stellenanzeigen nach dem Engagement von Unternehmen in Bereichen wie Work-Life-Balance, Vielfalt oder Chancengleichheit durchforsten kannst.

Spaghetti im Öko-Test: Ausgerechnet zwei Bio-Produkte fallen durch

Spaghetti gehen immer. Sie sind Alleskönner und Soulfood zugleich: ob als (vegane) Bolognese, Carbonara oder einfach mit Pesto oder Tomatensauce. Spaghetti und Pasta sollte man immer auf zu Hause auf Lager haben – für den Fall der Fälle. Falls es mal schnell gehen muss. Oder falls die Welt aus den Fugen gerät. Denn Pasta hilft immer.

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