FRANCE - HEALTH - CORONAVIRUS PANDEMIC ILLUSTRATION A woman standing on a balcony smiles while holding several rolls of toilet paper. 19th day of containment in France during the COVID-19 pandemy outbreak. Nantes, France - April 4th, 2020. Nantes France PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xJ r miexLusseaux HLJLUSSEAU1055830

Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund, sagen die Hersteller. Dennoch steigt die Nachfrage nach Hygieneartikeln. Bild: www.imago-images.de / Jà rà mie Lusseau

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Verkaufszahlen von Toilettenpapier steigen – jetzt reagieren die Hersteller

Mit steigenden Infektionszahlen wächst bei vielen Verbrauchern auch die Angst, im Supermarkt vor leeren Regalen zu stehen. Den ein oder anderen Hamsterkäufer dürfte das angetrieben haben, sich in der Corona-Pandemie einen Vorrat an überlebenswichtigen Produkten anzuschaffen. Seit einigen Tagen melden die Discounter und Supermärkte wieder erhöhte Nachfrage bei einzelnen Produkten, vor allem bei Toilettenpapier.

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen diesen Trend nun. Demnach waren die Verkaufszahlen von Toilettenpapier in der 42. Kalenderwoche vom 12. bis 17. Oktober 2020 fast um 90 Prozent höher, als im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020. Der Absatz von Desinfektionsmitteln lag in dieser Zeit knapp drei Viertel (+72,5 Prozent) und der von Seife knapp zwei Drittel (+62,3 Prozent) über dem Vorkrisen-Durchschnitt. Noch vor zwei Wochen lag der Absatz von Hygieneartikeln nur knapp über dem Vorkrisen-Durchschnitt. Im Fall von Toilettenpapier sogar leicht unterdurchschnittlich.

Auch die Nachfrage nach bestimmten Lebensmitteln zog wieder an. So stieg der Absatz von Mehl verglichen mit dem Vorkrisen-Durchschnitt um mehr als ein Viertel (+28,4 Prozent) und der Absatz von Hefe um mehr als ein Drittel (+34,8 Prozent). Die Verkaufszahlen von Teigwaren wie Nudeln waren hingegen leicht unterdurchschnittlich (-0,2 Prozent).

Händler versichern: Es gibt keine Engpässe

Bereits zu Beginn der Woche teilte der Discounter Aldi watson mit, für die erhöhte Nachfrage gerüstet zu sein. Aldi Nord betonte: "Unsere Kunden bitten wir weiterhin, bedarfsgerecht einzukaufen. Für Hamsterkäufe gibt es nach wie vor keinerlei Anlass." Auch Aldi Süd verwies auf volle Bestände und fügte hinzu, es gebe für Hamsterkäufe "keinerlei Anlass".

Deutsche fangen in der Pandemiezeit wieder an Klopapier zu hamstern. u.B.z. Klopapierregal im Supermarkt. Klopapier *** Germans start hoarding toilet paper again during the pandemic period e.g. toilet paper shelf in the supermarket Klopapier

Kein Grund zur Panik: Klopapier ist ausreichend vorhanden. Bild: www.imago-images.de / Martin Wagner

Auf Anfrage von watson gab nun auch die Drogeriekette dm Entwarnung: "Wir bei dm sind gut auf die erhöhte Nachfrage nach Toilettenpapier, Desinfektionsmitteln sowie Seife, die wir derzeit beobachten, vorbereitet." Man sei besser aufgestellt als im Frühjahr, erklärt ein Sprecher. "Wir haben andere Frühwarnsysteme, die auf den Erkenntnissen des Frühjahrs basieren zum Beispiel welche Artikel stark nachgefragt werden."

Hersteller mahnt:

"Hamsterkäufe sind überhaupt nicht notwendig."

Auch den Herstellern ist die erhöhte Nachfrage von Toilettenpapier nicht entgangen. Essity ist der größte Toilettenpapierproduzent in Deutschland und vertreibt Marken wie Jobst, Leukoplast, Libero, Libresse, Lotus, Nosotras, Saba, Tempo, Vinda und Zewa. Gegenüber watson erklärt eine Essity-Sprecherin: "Aktuell sehen wir wieder erhöhte Bestellmengen, allerdings noch keine Zeichen, dass es wieder zu einem ähnlich steilen Nachfrageanstieg wie im Frühjahr kommt."

Der Hersteller mahnt: "Hamsterkäufe sind überhaupt nicht notwendig. Als größter Toilettenpapierhersteller in Deutschland produzieren wir seit jeher rund um die Uhr, auch am Wochenende." Man habe bereits früh in der Corona-Pandemie reagiert und Maßnahmen eingeführt, um "die Versorgung sicherzustellen", versichert Essity.

Die Verbraucher dürfte diese Nachricht beruhigen. Solange alle bedarfsgerecht einkaufen, besteht also kein Grund für die Angst, vor leeren Regalen zu stehen.

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